WWW.POWERCRUISING.DE Pyrenäentour 2012 - Teilnehmer 6 - Anreise Autozug - Termin vom 13.6.2012 bis 23.6.2012 - Tagesstrecken Narbonne-Andorra-Jaca-Atlantik-Jaca-Vielha-Andorra-Georges du Tarn-Mezilhac-Vogesen-OberRamstadt


Land / Region:
Spanien - Andorra - Frankreich / komplettes Pyrenäengebiet, Cevennen, Arrdeche, Vogesen

Charakter:
Straßentour mit Abstechern und Kleinststräßchen

Länge:
3600 km (ohne Autozug)

Reisezeit:
Juni 2012



Tourbericht Pyrenäentour 2012 – Die „Natur Pur Tour „

Tag 0 – Verladung in Neu Isenburg

Mit einem kleinen Hopser sind wir am Abend des 13. Juni am Verladebahnhof. Die nächsten 1050 km sollten reifenschonend auf den Schienen bewältigt werden. Das lästige Verladen der Mopeds ist zwar nervig, aber wenn das Teil dann mal auf dem Wagon, man die Kabine bezogen hat – kommt schnell der gemütliche Teil - inmitten lauter auf Km begieriger und redseliger Biker im Speisewagen.

 

Tag 1 – durch die Corbieren und die Provinz Catalunia nach Montferrer

Flott verlassen wir noch am Vormittag die Bahnstation von Narbonne und folgen der D609 bis zum Abzweig der D611a - vorbei an Portel des Corbieres immer entlang des Flüsschens la Berre. Bei Ripaud biegen wir links wieder auf die D611 ab. Rechts liegt dann Durban des Corbieres. Erst in Villeneuve les Corbieres verlassen wir die 611 dann. Der la Berre begleitet uns jetzt weiter an der D106, eine schnuckelige, kleine weiße, teils einspurige Straße. Mittellinie-Fehlanzeige! In Cascatel des Corbieres wechseln wir zur D123. Diese bringt uns dann zu den ersten Pässchen. Bald erreichen wir Quintillan und am Ortsende wartet mit dem Col de Amiel der erste „400er“ unmittelbar gefolgt vom Col de la Ginestre und dem Col de Ferreol.

Nach dem Örtchen Maisons fahren wir entlang der D39 mit ununterbrochenem grünen Begleitstreifen bis Padern entlang der Schlucht des Torgan. Ab hier orientieren wir uns westlich. Die ebenfalls grün geränderte D14 bringt uns über den Col du Tribi, den Col de Croix und den Col de Gres nach Cubieres. Jetzt folgt in südlicher Richtung, wie aus einem Mopedfahrer-Bilderbuch kopiert, entlang der D7 die landschaftlich geniale Schlucht des Gorges de Galamus. Eine sehr enge und stark gewendelte, in den Fels gehauene Nord-Süd Verbindung. Teils ist diese nur einspurig befahrbar. Im Juli-August gibt es hier sogar eine Einbahnstraßenregelung auf einer Länge von 1,5 km. Wenden und Anhalten ist unmöglich. Die Parkbuchten reichen für 6 Mopeds meist nicht aus. Felsüberhänge drohen in nur 2,5m Höhe über der Straße. Man hat das Gefühl, den Kopf einziehen zu müssen und sucht instinktiv die Mitte der Straße.

In St. Paul überqueren wir die Hauptverkehrstraße D117, die sich von West nach Ost erstreckt. Weiter in südlicher Richtung folgen wir der D7 u. D7a bis St. Martin. In Cournia wechseln wir auf die D13 und kommen zum Col des Auzines. Über Tererach erreichen wir aus Norden kommend den La Tet Stausee bei Vinca an der N116. Hier sollte es kurz vor dem Überqueren herrliche Ausblicke geben.

Wir befahren auf einem 15km kurzen Stück die N116 bis Prades. Hier wird sich zeigen, ob sich zeitlich noch ein Abstecher in das Massiv des Canigou bis zum Col de Jou machen läßt. Immerhin wäre das mind. eine zusätzliche Stunde bis auf 1125m Der Pic du Canigou erhebt sich hier in den Corbieren bis auf 2784 m. Dieser Berg hat bis auf die Sommermonate eine geschlossene Schneedecke und ist teils von der Mittelmeerküste erkennbar.

Entlang des Tet hinter Mont-Louis verlassen wir die Nationalstraße auf die D118. Diese Pyrenäen Querverbindung bringt uns zum „Sonnenofen von Odeillo-Via“. Ein kurzer Stopp und weiter geht‚s über die Pässchen Fau, Egat und Palmanill nach Puigcerda. Wir passieren die spanische Grenze. Danach nutzen wir den Highway N260 zum flotten Weiterkommen. Ab Bellver de Cerdana führt die 260 entlang des El Segre bis nach La Seu d‚Urgel. Von hier sind es noch 3 km bis ins Hotel Alto Segre in Montferrer. Der erste Tag ist geschafft. Ob es wieder Milchkrüge als Porron gibt.

Tag 2 – Die Provinz Aragon und die Midi-Pyrenäen in Nordspanien bis Jaca

Heute steht zu aller erst die Rennstrecke nach Sort mit ihren 59 Kilometern an. Hier ist die N260 vom feinsten ausgebaut. Langgezogene Kurven laden zur Schräglage über den Col de Canto nach Sort. Hier macht die 260 einen Knick nach Süden. Bereits nach knapp 10 m verlassen wir die Schnellstraße aus dem Val de Noquera und dem gleichnamigen Fluss in Richtung Westen ins Geräusch.Vorbei am Lago Montcortes stoßen wir in Senterada wieder einmal auf die N260. Auf halber Strecke nach El Pont de Suert passieren wir den Coll de La Creu de Perves. Kurz vor El P. d. S. liegt entlang der N230 ein weiterer Wasserspeicher der Pyrenäen. Gut zu sehen auf der linken Seite kurz vor der Stadt.

Und wieder ist es die N 260, die uns auf dem Weg Richtung Nordwesten begleitet. Als hätte sie ein motorradfahrender Straßenbauer angelegt, schwingen die Kurven rhythmisch zum Coll de Espina. Espina – der Stachel. Und er sticht wirklich – die Gashand kennt plötzlich nur noch zwei Stellungen, ganz oder gar nicht. Der Boxer tut, als wäre er noch immer der sechste Teil eines Sternmotors, das ganze Motorrad vibriert und strebt mit Macht dem himmelblau umrahmten Kamm entgegen. Erdanziehung im Gleichgewicht mit Kurvenradien und Geschwindigkeit, vergessen das Gepäck und schmalen Auflageflächen der Motorradreifen. Die zwei 1400er Pässe Espina und Fadas erwarten uns schon. Das waren 30 spaßige Km bis Castejon de Sos. Von hier begleitet uns er Rio Esera bis kurz nach Campo. Nach einem kurzen Stück von 10 km  über den Puerto de Foradada verlassen wird die 260 und biegen nach Süden in die HU-V-6442 ein. Ein kleines aber feines Nebensträßchen, dass uns zum Embals de Mediano führt. Südlich des Wasserspeichers überqueren wir den Rio Cinca und fahren auf der A138 in nördlicher Richtung am See entlang bis Ainsa. Hinter Ainsa folgen wir dem Rio Ara bis kurz nach Boltana. Hier zweigt das herrliche Valle Serrablo und die A1604 ab. Die Strecke hat uns schon 2007 super gefallen, wurde aber damals neu geteert und war damit nicht optimal befahrbar. Wir kommen zum Pto de Serrablo und nach weiteren 6 Km zum Rio Alcandre. Je nach Jahreszeit haben diese Wasserspeicher und Täler unterschiedliche Wasserstände und so kann es sein, mal ein kleines Rinnsal vorzufinden oder auch einen gut gefüllten Wasserspeicher. An der Brücke sollten wir halten und den Ausblick genießen. Jetzt reiht sich auf einer Strecke von ca. 40 km Kurve an Kurve im Valle Serrablo, bis wir urplötzlich auf die A23 Richtung Norden ausgespuckt werden. Die Schnellstraße soll nicht lange Spaß an uns haben. In Hostal de Ipies biegen wir links in den Feldweg HU-V-3011 ab, um über naturverbundenen Asphalt unserem Ziel näher zu kommen. Nach ca. 15 km die N330 als Querverbindung der Pyrenäen. Diese Hauptstraße bringt uns sicher in unser Quartier Hotel Charle nördlich von Jaca schon auf dem Highway zum Col du Somport. Am Hotel vorbei plätschert direkt der Rio Aragon aus den Regionen des Pyrenäen Hauptkamms, der morgen vor uns liegt.

Tag 3 – In die Pyrenees Atlantiques nach Frankreich und weiter zum Atlantik

Entlang des Rio Aragon erklimmen wir an diesem Morgen Höhe bis zur Estation Canfranc. Dies ist eine Bahnstation an der Grenze zu Frankreich. Bevor allerdings die Eisenbahnverbindung nach Spanien gebaut werden konnte hat der Straßenverkehr der Bahn den Rang abgelaufen. Also ist dieser Bahnhof nur noch zu touristischen  Zwecken vorhanden. In 2007 fanden umfangreiche Restaurierungen statt. Das Gebäude war fast gänzlich verhangen. Der Abzweig zur Station hat den smarten Vorteil, dass man nicht durch den Tunnel des Col de Somport muss, sonder auf der kurvenreichen Paßstaße bis auf 1800 m hinauf swingen kann. Wenn die Sonne an diesem Morgen scheint, werden sicher wieder die roten Felsen des Bergmassivs rund um den Somport zu bewundern sein. Die Gebirgsregion rundherum ist bis zu 2900 m hoch -  fast alpines Terrain. Nach diesem Pass sind wir wieder in Frankreich auf der D739 und im Valle de Aspe. In Höhe Cette-Eygun lädt die D339 u. 340 zu einem Rundkurs von ca. 8 km vom Feinsten ein. Wieder zurück auf der 739 fahren wir nördlich weiter bis nach Lees-Athas. Hier wollen wir wie 2007 auf den Wanderwg zum Col de Labay.

Das schmale Band GS-Straße D441 führt über den Col de Bouesou (1009m) und den Foret d‚ Issaux zur nächsten Nord-Süd Verbindung NA 1370. Am Col de Labays angekommen wird die NA 1370 ihrem Ruf gerecht. In Hochgebirgsregionen geht es nach Süden in den hier menschenleeren Pyrenäen. Wir passieren den Gas de Guillers, den Pas de Lamayo, den Col de Soudet und erreichen schließlich den Pas de Massare immer noch in Frankreich. Am Pas d‚ Arklas ist die spanische Grenze schon in Sicht. Der Collado de la Piedra de San Martin eröffnet herrliche Ausblicke auf das Massiv der Pyrenäen und die Region Navarra. Noch in der Grenzregion kommen wir zum 1578m hohen Portillo de Eraice. Entlang der Sierra Longa und des Arroyo de Belagua kommen wir nach den vielleicht schönsten 50 km der Pyrenäen nach Isaba. Auch hier geht der ultimative Fahrspaß weiter. Wir erreichen auf der NA140 in Nord-westlicher Richtung den Portillo de Lazar, ständig über 1000 m fahrend. Der erneute Anstieg auf 1600 m zum Port de Larrau und zum Col d‚Erroymendi sind ein Genuss. Jetzt wieder in Frankreich kommen wir auf der D26 nach Larrau.

Ab dem Hotel in Jaca gibt es bis hier hin kaum noch mehr Moped Km die solch einen Spaß machen.

In Larrau hat Dittes wieder mal Wanderwege eingebaut. Auf der D19 mit grünem Strich fahren wir durch ausgedehnte Wälder auf einem schmalen Asphaltband weiter und passieren 5-6 kleine Pässe auf 1200 bis 1400m deren Namen man kaum aussprechen kann. Zwischenzeitlich haben wir auf die D301 gewechselt. Die Landschaft ist bilderbuchhaft und nur ab und zu von kleineren Ortschaften unterbrochen. Jetzt folgt die D428 immer auf Höhe der Grenze. Der weiße Wanderweg soll hier schier nicht enden. Nach dem Col d`Elhusaro geht die lt. Google Street View asphaltierte einspurige Straße weiter nach Norden bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Hier endet mal vorerst die GS-Strecke. Jetzt heißt das nächste Ziel Atlantik. Da der Atlantik im Westen liegt nutzen wir die D15, D949 auf französischer Seite und die Na-2600 in Spanien. Wir kommen am Col d`Ispequy nochmals auf 1000 m. Nach Arizkun verlassen wir nach dem Puerto de Otxondo Spanien wieder. Bis Dancharia passieren wir erneut die Grenze nach Frankreich. Die grün geränderten Sträßchen sollen so bald noch nicht enden. Wir kommen auf der D4 zum Col de St. Ignace. Nach einer weiteren halben Stunde Fahrt erreichen wir die Küste bei St. Jean de Luz wie in 2007 auch. An der Küste des Atlantik hat man einen herrlichen Blick auf die Klippen und das Meer. Nach 15 km an der Corniche Basque (D912) –so heißt dieser Küstenabschnitt, kommen wir nach Hendaye. In der Nähe des Strandes finden wir unser Hotel, die Villa Goxoa sicher auch gleich.

Tag 4 – Durch die Pirine Occidenta auf der spanischen Seite zurück nach Jaca

Wir verlassen den Atlantik über Irun nach Oiartzun in die Guipuzoa in der Provinz Navarra. Über das schmale Band der GI-3420 u. NA-4000 kommen wir wieder direkt ins Geräusch. Nach Lesaka suchen wir die N-121a, die uns nach Santesteban bringt. Nach einem kurzen Bogen über Irurita fahren wir südlich über den Puerto de Belate bis nach Anue. Jetz beginnen wieder die grün-weiß geränderten Gassen. Westwärts ist jetzt angesagt. Vorbei am Embalse de Eugi kommen wir zum Pso de Erro. Nach dem Pto de Azurizberri folgen wir dem Rio Urrobi im Falle de Arce auf der NA 172 bis zum Embalse de Itoiz. Nach diesem Abstecher düsen wir die NA 2040 wieder nach Norden bis Aribe zur NA 140. In Escaroz wenden wir uns wieder nach Süden und biken die 178 entlang des Rio Salazar bis nach Navascues. Hier folgt ein Abstecher zur Vogelschlucht bei Biguezal. Vielleicht gelingt es uns dieses Jahr die großen Greifvögel in der Schlucht beobachten zu können, nachdem wir in 2007 daran vorbeigefahren waren. Wieder auf der NA214 geht es in westlicher Richtung unserem Etappenziel entgegen. In Pto las Coranas lohnt sich ein Zwischenstopp. In Burgi folgen wir der NA-137 entlang des Rio Esca. Bis kurz vor Roncal. Jetzt wechseln wir zur NA 176.Jetzt kommen wir in die beiden herrlichen Täler der Sierra de San Muguel, dem Valle de Anso und Valle de Hecho. 50 km vom feinsten, was Spaniens Pyrenäen zu bieten haben. Auf einsamen Wanderwegen –wie 2007- erreichen wir über Jasa auf der Hu-212 die A-136 und fahren runter ins Hotel Charle kurz vor Jaca. Heute Abend könnten wir mal die Stadt besuchen und nach Tapas Ausschau halten.

Tag 5 – Der Tourmalet und seine Begleiter auf über 2000m im franz. Teil des Gebirges

Die heutige Etappe bringt uns mal wieder nach Frankreich zur alpinen Seite des Pyrenäen-Hauptkammes. Wir starten zunächst in westlicher Richtung bis Sabinanigo, um dann auf Nordkurs zu gehen. Am Col de Pourtalet finden wir den Übergang nach Frankreich. Wir fahren vorbai am Lac de Fabreges und zweigen dann zu einem Abstecher in die Gebirgsregion des Pic du Midi d`Ossau ab und kommen hoffentlich bis zum Lac de Bious-Artigues. Jedenfalls ist die Strecke - mit einem Blick in die Google Welt - möglich. Wieder zurück auf der D934 fahren wir im Valle d`Ossau weiter und erreichen Laruns. Jetzt beginnt das Pässe-Karussell entlang der D918 (Route de Pyrenees). Den Einstand macht der Col d`Aubisque gefolgt vom Col du Soulor beide 1700 bzw. 1400m hoch. Nach Argeles Gazost fahren wir den Gorges de Luz auf der 921 südwärts. Jetzt ist die 918 wieder da und der Tourmalet steht auf dem Programm. Stolze 22115m bringt er in die Liste der höchsten mit PKW befahrbaren Pässe der Pyrenäen ein. Die Radler der Tour de France kennen ihren Meister genau. Mit dem Moped ist die Sache wesentlich leichter. Bis zum Col d`Aspin rollen die Bikes runter auf 1500m. 20km später kommt der Col de Peyresourde mit 1569m in Sicht. Wir sind immer noch auf der D618. Nach Bagneres de Luchon folgt am Col du Portillon der Grenzübertritt nach Spanien. In Vielha, im Val d`Aran haben wir unser Etappenhotel vorgebucht. Mal wieder ein hochalpiner 300er Tag.

Tag 6 – Der Port de la Bonaigua (2072) mit den Wildpferden u. nochmal in den südlichen Teil

Die ursprüngliche Planung sah vor, via div. kleiner Nebentäler bis ins Quartier am Südeingang Andorras zu fahren. Zwar lockt auch das Val de Boi mit seiner Sackgasse hoch bis zum Stausse (wie in 2007). Allerdings habe ich mich für den flüssigeren Teil  durch die Sierra de Boumort und Sierra de Cadi entschieden. So kommen wir nochmal vor Andorra runter auf die Höhe von Berga/Girona. Den Col de Bonaigua haben Jörg u. Volker sicher aus 2007 noch in bester Erinnerung. Die C28 u. 13 hat auch nach dem Bonaigua im Vall d`Aneu herrliche Ausblicke parat. Am Panta de la Torassa versuchen wir den Abstecher zum Rundkurs nach Espot über die LV-5004 bevor wir in LLavorsi ankommen. Wir sind jetzt in der Provinz Lleida. In südlicher Richtung auf der C13 passieren wir Sort. Wehmütig geht der Blick nach links. Man kann den Col de Canto direkt riechen. Wer heute mal eine kleinere Etappe fahren will, erreicht von hier aus nach ca. 70 km das Hotel Alto Segre vor Andorra. Die Truppe rauscht im Vall de la Noguera an Sort vorbei nach Süden. Auf der N260 in Höhe von Tremp, kurz nach dem Panta de Sant Antoni geht es zur C1412 gen Westen die kurz drauf in die 511 mündet. Die landschaftliche ausgezeichnete Strecke bietet uns jetzt noch den Coll de Faidella und Boixols bevor wir den Coll de Nargo erreichen. Die Kurven sind noch aus 2007 in guter Erinnerung. Vorbei am El Segre wagen wir uns wieder auf schmalere Pfade. Die L-401 spart nicht mit Kurven und landschaftlichen Höhepunkten. Am Col de Jou müssen wir den Kompass wieder norden. Die Straße verschmälert sich erneut. Auf der Karte ist diese nur noch als weißer Strich  zu erkennen. Als C-462 windet sie sich bis nach Tuixent hinauf. Nach ca. 25 km errreichen wir La Su d`Urgel. Das Hotel Alto Segre liegt 4 km im Süden der Stadt.

Tag 7 – Die Andorra Durchquerung und das erste Autbahn Teilstück in die Cevennen

So, heute heißt es Abschied nehmen von den Pyrenäen. Aber zunächst fahren wir nach Andorra de Vella hinein. Ein wohl ehemals hübsches Hochtal, umringt von fast 3000 Meter hohen Bergen, inzwischen vollgestopft mit Gewerbebetrieben und tennisplatzgroßen Reklametafeln für Unterhaltungselektronik. Dazwischen eine endlose Autokarawane, die sich durch das Tal schiebt. Wir verlassen das“ Shopping Center“ jedoch ganz schnell wieder, indem wir nach links auf die Gebirgsstrecke der CS 310, 340 und 240 über la Massana und Ordino ausweichen. Erst in Canillo kommen wir wieder auf die Hauptstraße CG2 zurück. Schon bald ist der Port d`Envalira mit seinen stolzen 2408 m der höchste Pass unserer diesjährigen Tour in Sicht. Die herrlich ausgebaute Strecke bringt uns zur N260. Rechts befindet sich nach ca. 2km der Col de Puymorens. Denke die 5 km zusätzlich machen den Bock nicht fett. Also los! Die Schleife ist gleich gefahren. Imposante Gipfel bis knapp an die 3000 Meter ragen hier aus dem Gebirgszug hervor und sind zum Greifen nah. Leider gänzlich ungeeignet für Mopeds. Also machen wir uns wieder an den Abstieg am ersten Tag unserer 4-teiligen Heimreise. Ax-les Thermes lädt zur Pause ein (Dittes 2010). Vielleicht finde ich ja das gleiche Kaffee wie 2010 auf meinem Weg nach Malle. Wir fahren nach Norden durch die Region Aude auf Carcassonne zu. Nach 7 Minipässen erreichen wir die A81. Ticket ziehen und Vollgas bis Nabonne. Jetzt wechseln wir auf die A9 nach Beziers und von dort zur A75 bis zur Abfahrt nach Milhau, dem Einstieg in das Zentralmassiv Cevennen. 200 langweilige Autobahn-Kilometer liegen hinter uns. Hier fließt der Dourbie in den Tarn, dem wir ab sofort bedingungslos folgen wollen. Zunächst fahren wir linksseitig auf der D907 entlang der nicht enden wollenden Schlucht es Tarn (Gorges du Tarn), wechseln dann zur D187 auf die andere Seite bevor den Tarn dann erneut überqueren, um uns der D907a in den eigentlichen Gorges du Tarn hinzugeben. Herrliche Ausblicke belohnen uns für diese Umwege nach Hause. Die Einschnitte des Tarn werden imposanter und schon bald sehen wir unser Tagesquartier in einer Flussbiegung. Wir sind in Chely uns fahren zur Auberge de Cascades. Dank vorgebuchter HP bleibt die Rechnung bezahlbar.

Tag 8 – Heute ohne Autobahn durch die Corniche des Cevennes zur Ardeche 

Wir verlassen den Tarn in Florac. Nach ca. 5 km biegt in la Mezel unscheinbar die D983 ab. Einen Hinweis zur Corniche sucht man hier vergebens. Erst nach Nozieres kommt der Abzweig zur D9. Mit le Pompidou ist jetzt die Ausschilderung korrekt. 41 km werden bis St. Jean du Gard angezeigt. Es sollen 50 vom feinsten werden. Am Col de Faisses sind wir schon wieder auf 1000m Höhe, sofort gefolgt vom Col de Soperiere. Kurz vor St. Jean nennt sich das Sträßchen jetzt D260. Der Col de Pierre hat immerhin noch 600m, bevor das Gelände ausläuft. In St. Jean du Gard biegen wir auf die D50/D160 nach Ales ab. Diese Gasse wird ihrer weißen Farbe gerecht. Wo ist nur der Mittelstreifen. Bei entgegenkommendem Mopedverkehr würde die Kennzeichnung gerade so ausreichen. Wir passieren den Col de Uglas. Von hier sind es noch 6 km bis zur größeren Stadt Ales. Ca. 20 km Luftlinie trennen uns jetzt noch von der Ardeche. Nachdem Ales einigermaßen umschifft ist, nutzen wir die D6 um schnellstmöglich zu den Cascade vdu Sautadet zu gelangen. Via D6 kommen wir nach La Roque sur Ceze. Hier bringe ich die Meute sicher zu den Geländestufen, wo des Ceze über Klippen an Höhe verliert. Ich war ja schon in 2010 bei strömendem Regen hier. Auf der Weiterfahrt überqueren wir die D980 und fahren auf der D23 durch bewaldete Stücke bis Saint Paulet de Caisson. Die 343 zweigt hier nach St. Martin d`Arceche ab. Hier ist auch schon der Einstieg zum Gorges de L´Ardeche, wie die Schlucht genau heißt. Die D290 folgt dem Flusslauf exakt. So kann man die Kurven und Aussichten dieser einmaligen Schlucht genießen. Ein Muss ist der Halt mit Blick auf die Pont d`Ardeche. Diese natürliche Brücke aus Felsgestein ist schon einen Hingucker und ein Foto wert. Bis nach Aubenas nutzen wir wieder einmal eine kleine Nebenstraße, um abseits vom Hauptverkehr „ungesehen“ voranzukommen. Die weiße D1 ist aber schon groß und hat einen schmalen Mittelstreifen. In Aubenas suchen wir den nächsten Feldweg. Es bietet sich die D256 an. Ein schmaler, jedoch schon mit Teer versehener Kuhtriebweg mitten durch den Wald. Die Google Bilder sind erschreckend. Aber was kann uns noch aufhalten nach gut 2500 km? Auf jeden Fall endet die Gasse auch dann irgendwann. Auf der D122 geht es dann wieder etwas bequemer voran. Über den Col de 4 Vios kommen wir zum Col de Mezilhac und sehen auch schon das Hotel des Cevennes, wo wir heute Nacht (vorletzte) schlafen werden.

Tag 9 – mit einer langen Autobahnetappe in die Vogesen zum Col de Bussang

Das erste morgendliche Ziel heißt le Cheylard an der Eyrieu. Weiter auf der D578 erreichen wir Lamstre. Wir wechseln hier zur D236 und kommen so über den Col du Buisson auf immerhin noch 920m nach Lalouvesc. Die D578a bringt uns schon in die Nähe der Autobahn nach Annonay. Die Auffahrt Nr. 12 bei Serrieres ist gebucht. Jetzt folgen langweilige 350 km auf der A6/36bis zur Abfahrt in Belfort. Jetzt gibt es nur ein Ziel noch die letzten Kurven mitzunehmen. Wir müssen schleunigst in die Vogesen. Der Ballon d`Alsace wartet schon. Das Moto Hotel Col de Bussang ist jetzt nicht mehr weit. Man kann die Heimatluft jetzt schon riechen - -- - aber gemach. Es steht noch ein schöner Tagesableger bei Mark de Vries an, bevor wir in die Kojen kriechen, um morgen wieder bei unseren Liebsten zu sein. Henkersmahlzeit könnte man mopedtechnisch auch dazu sagen.

 

Tag 10 – noch einmal Col de la Schlucht und die Autobahn nach Hause

Was soll man jetzt noch sagen. Irgendwann ist alles nur noch schöne Erinnerung. Das ist auch gut so. Würde man das ewig so machen, wäre das sicher nicht zum Aushalten. Wir rödeln zum letzten mal auf und machen uns auf die Socken. Karte oder Navi sind jetzt nicht mehr nötig. Man kennt sich  ja aus hier. Col de la Schlucht ist nach dem Lac de Kruth-Wildenstein schnell passiert. Abwärts geht es jetzt bis zum Col de Wettstein. Jetzt ist Colmar schon in Sichtweite und damit die gehasste Autobahhn. Aber so ist es nun mal – ohne die Schnellstraßen geht nicht. Wir sind rechtzeitig zu Hause, denn alle wollen zu Volker und zum endgültigen Ableger.

FAZIT:

 

Dittes


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