Borken - Zytphen - Apeldoorn - Zwolle - Woudsend Von Borken/Westf. immer Richtung Norden über Landstraßen, Alleen und durch beschauliche Ortschaften nach Woudsend. 400 km Fahrtstrecke, die sich wirklich lohnen. Kurvenhexer kommen hier zwar nicht auf ihre Kosten, wer es aber beschaulich mag ist auf der Tour genau richtig.


Land / Region:
Niederlande / Friesland

Charakter:
Landstraßen

Länge:
400

Reisezeit:
Mai



Borken - Zytphen - Apeldoorn - Zwolle - Woudsend

Bei herrlichem Wetter morgens um 09:00 Uhr in Borken gings los. Entgegen meiner Erwartungen haben sich am Treffpunkt keine weiteren Biker mehr eingefunden und so fahre ich die Tour alleine.

Über den nahe gelegenen Grenzübergang zu den Niederlanden in Winterswijk fahre ich bei bestem Wetter gemütlich über Alleen und gut ausgebaute Landstraßen in Richtung Ruurlo und Groenlo.  Einziger Wermuthstropfen - überall Überholverbote und durchgezogene Linien. Mir bleibt nichts anderes übrig als mich in die Reihe der durchweg gemütlich fahrenden Hollandsjes einzureihen.

Plattes Land, Felder und Wälder - aber auch gemütlich und urig anmutende Städtchen liegen auf meiner Route, die ich vor einigen Jahren fast wöchentlich zum Ijsselmeer gefahren bin. In vielen kleinen Ortschaften gibts Wochenmärkte, an denen sich immer ein Stop lohnt. Allein schon wegen der Fischstände (wer's denn mag). Meine erste Pause lege ich einige Kilometer hinter Zytphen in einem kleinen Ort namens Brummen ein. Hier scheint die Uhr tatsächlich stehen geblieben zu sein. Eine Grundschule fällt mir hier auf, die in einer alten Scheune untergebracht ist. So sieht's zumindest aus.

Weiter geht's über Apeldoorn und von dort ca. 30 km über die Autobahn in Richtung Zwolle. Die Straßen werden hier immer weiter ausgebaut und auch die bis zum Horizont geradeaus führende Landstraße in Richtung Ijsselmeer wurde zugunsten der Touristen über weite Strecken zweispurig ausgebaut. An vielen Stellen müssen die historischen Zugbrücken allerdings den modernen Brückenbauwerken weichen. Der finanzielle Aufwand zur Unterhaltung der Brücken lohne sich nicht mehr, so ein Bauarbeiter, den ich auf dem Weg befrage. Ein wirklich idyllisches und schönes Stückchen Holland geht damit verloren.

Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass die Bauarbeiten an den oft kilometerlangen Baustellen scheinbar besser organisiert sind als in Deutschland. Hunderte von LKW und Straßenbaufahrzeugen bewegen sich auf den Baustellen. Die Arbeiten werden hier in unglaublicher Präzision und Geschwindigkeit ausgeführt.

Über die N50 fahre ich weiter in Richtung Lemmer. Auch hier nochmal ein kurzes Stück Autobahn, bevor ich über Landstraßen den traumhaft schönen Ort Woudsend erreiche. Hier ist noch eine der wenigen Zugbrücken erhalten geblieben und die Uhr scheint tatsächlich stehen geblieben zu sein.

Bis zum Ijsselmeer bin ich dann nicht mehr gefahren. Die Landschaft mit den vielen Pferdekoppeln, auf denen die "Friesen" weiden und die Ruhe am Heeger Meer mit den segelnden Skutsjes (Plattbodenschiffe) haben mich so lange verweilen lassen, dass ich nach ein paar Stunden dann die Rückreise angetreten habe.

Die Tour fand dann am frühen Abend nach ca. 400 km Fahrtstrecke ein Ende. Mag sein, dass das schöne Wetter oder die vielen Eindrücke die Tour so schön gemacht haben - Vielleicht aber auch für mich der Eindruck, dass ich ein Stück weit in meine Vergangenheit gefahren bin. Die vielen Jahre als Segler lassen mich dann doch irgendwie nicht richtig los.

Auf jeden Fall war dies eine Tour, die ich gerne nochmal wiederholen möchte - dann vielleicht mit einigen von Euch.


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