Eine an sich schöne Motorradtour, die durch widrige Umstände zu einer Tortour wurde...........


Land / Region:
Haubtsächslich Rumänien / Osteuropa

Charakter:
Straßen häufig in einem schlechten ZUstand

Länge:
um die 5.000 Km

Reisezeit:
September Oktober



Vorabinformation

Steffen, Dirk und ich kennen uns von zwei anderen geführten Touren. Bei der letzten gemeinsamen Tour hat Steffen uns erzählt, dass er mit ein paar Bekannten eine Motorradtour entlang der Donau von Regensburg bis ans Schwarze Meer plant.Dirk und ich schließen uns der Gruppe an. Zu Steffens Gruppe gehören Norbert (Nobbi), Jens und Carsten; Dirk bringt noch Jürgen in die Tourengemeinschaft ein.

Steffen ist der Organisator und über nimmt die Planung der Routen und die Buchung der Unterkünfte und ist somit der „Tourleiter“. Ich für meine Person, setzte die Tagesrouten für unsere Zumos 550 um.

Warum die Tour zur „Tortour“ wurde lag meines Erachtens an den nachstehenden Punkten:

            Teilweise waren die geplanten Tagestouren einfach zu lang, da die sehr  schlechten Straßen und die Baustellen ein zügiges Fahren nicht zuließen.

             Nach dem Ausfall von Steffen hielten sich zwei Gruppenmitglieder nicht mehr an die üblichen Regeln einer Gruppenfahrt und machten im Großen und Ganzen Ihr eigenes Ding.

             Aber letztendlich waren es der Temperatursturz und das schlechte Wetter, das einige Aktivitäten aushebelte.

 

Zur Einstimmung eine kleine Video Impression..........

 

 

Trotz dieser Begleitumstände ist die Streckenführung klasse und lohnt sich zu fahren………..

 

Pleiten, Pech und Pannen oder eine Motorrad(tor)tour

 

1.     Tag

Start unserer Reise ist Samstag, der 13.09.2008. Wir hatten ausgemacht, uns in der Raststätte Hasselberg gegen 12.30 Uhr zu treffen. Als erster trifft Jürgen ein und dann Steffen mit seiner Crew. Nun ist die Gruppe fast vollzählig und wir machen uns mit 6 Maschinen und 6 Leuten auf den Weg nach Bad Abbach. Die Reise verläuft absolut unspektakulär und gegen 18.00 Uhr erreichen wir unser Ziel, wo auch schon Dirk auf uns wartet, der bereits am Freitag gefahren war.

 2.     Tag

Nach dem Frühstück starten wir um 9.00 Uhr zunächst in Richtung Passau. Es verläuft alles planmäßig, und wir machen in Passau eine kurze Pause, bevor wir unsere Fahrt nach Pressbaum, unserem heutigen Übernachtungsziel, fortsetzen.

Dirk schlägt vor, auf Nebenstrecken weiterzufahren, um mehr von der Gegend zu sehen. Wir willigen ein, wissen aber da noch nicht, dass sich das als großer Fehler herausstellen sollte. Unter Dirks „Führung“ geht die Reise durch Maisfelder, Maisfelder und nochmals Maisfelder. Wir sehen weder Melk noch Krems, weil die Zeit hierfür nicht mehr reicht. Gegen Mittag setzt auch noch kräftiger Regen ein, der zwei Stunden dauert, so dass die „Kollegen von der Lederfraktion“ sich ihre Gummianzüge anziehen müssen. Unser Ziel erreichen wir so erst gegen 18.15 Uhr. Steffen ist „not amused“!.

3.     Tag

Heute wollen wir auf dem Weg nach Budapest in Bratislava die Burg Hrad besichtigen. Leider ist uns der Wettergott auch heute nicht hold. Es regnet so stark, dass ich mich nicht einmal traue, den Fotoapparat herauszunehmen. Dieses Wetter ist uns auch weiterhin treu, allerdings ist der Regen etwas wärmer geworden, nämlich ganze 12°C.  Ca. 150 km vor Budapest verabschiedet sich Steffens BMW. Während wir nach Budapest weiterfahren, bleibt er auf einer Tankstelle in Komarno  und wird schließlich vom ADAC (wohl dem, der eine Mitgliedschaft hat) nach Budapest gebracht, wo er um 23.30 Uhr ziemlich KO eintrifft. Morgen werden wir sehen, ob wir seine Maschine wieder flott  kriegen!

 4.     Tag

Wir sind auf dem Weg nach Bazias. Wir starten bei trockenem Wetter, aber das soll nicht lange anhalten Unterwegs wieder Regen, Regen, Regen! Es ist wärmer geworden. Wir haben jetzt zwischen 12 und 14°C. Gegen 18.30 Uhr erreichen wir unser Ziel. Steffen hat uns eine SMS geschickt. Die Maschine wurde repariert, er ist kurz gefahren…. und puff!! – das gleiche Problem wie vorher. Wir wissen noch nicht, wann er nachkommt. Später erhalten wir eine weitere Nachricht von ihm. Er bricht die Tour ab, da er auf eine Zündspule warten muss und fährt dann zurück nach Stuttgart.

Jetzt sind wir „führerlos“ und müssen die Reise allein fortsetzen.

 5.     Tag

Dieser Tag sollte  keine Motorradtour werden, sondern eine „Tortur“. Gleich zu Beginn  müssen wir eine 40-50 km lange Baustelle durchfahren. Für 100 km benötigen wir mehr als drei Stunden. Gottseidank scheint zunächst die Sonne. Bei der ersten Pause müssen wir feststellen, dass Carsten sämtliche Buchungsunter-lagen für die Hotels, die er von Steffen bekommen hatte, in Bazias vergessen hat. Dann fängt es auch noch wieder an zu regnen. Es schüttet wie aus Kübeln. Wir verfahren uns in Craiova und verpassen eine Abfahrt. Es wird schon dunkel. Zu allem Unglück geht auch noch Carstens Weitsichtbrille kaputt, so dass er mit Sonnenbrille fahren muss, um überhaupt etwas zu sehen. Es liegen noch 80-90 km vor uns. Schneller als 50 km/h können wir nicht fahren, da Carsten in der Dunkelheit sonst nicht mitkommt. Er reiht sich hinter mir ein und orientiert sich an meinem Rücklicht. Jens fährt voraus und Nobbi bildet die Nachhut. Bis 19.00 Uhr schaffen wir es auf keinen Fall bis zum Hotel. Bereits vor 2 ½ Stunden haben sich Dirk und Jürgen von uns getrennt und sind auf eigene Faust losgefahren, damit unsere Reservierung im Hotel nicht verfällt. Wie Dirk uns später erzählt, ist das Hotel Vlaska bei der Polizei bekannt. Man hat hier häufig zu tun. An Dirks Zimmertür sind die Spuren eines „Aufbruchs“ noch gut zu erkennen. Ein beruhigendes Gefühl!!

Das Abendessen ist in Ordnung, das Frühstück am nächsten Morgen hingegen „unter aller Kanone“. Beim Rausschieben der Maschinen aus dem Unterstand übersieht Jens einen Pfahl und schon war der linke Spiegel futsch.......

 6.     Tag

Endlich einmal ein Tag ohne Probleme. Wir fahren von Giurgiu über Russe in Bulgarien und in Selistra wieder über die Grenze, dann weiter nach Constanta. Es ist der erste Tag, an dem es einmal nicht regnet und wir kommen ganz entspannt in unserem Hotel Splendid in Mamaia Sat an.

 Wir bleiben zwei Tage in Constanta.

 8. Tag

Unser heutiges Tagesziel heißt Tecuci. Unterwegs schauen wir uns das Donaudelta an, soweit dieses mit dem Motorrad möglich ist. Eigentlich hatten wir eine Schiffsfahrt geplant, aber leider legen die Boote zu spät ab. So muss diese aus Zeitgründen leider ausfallen, da wir ansonsten unser Ziel Tecuci nicht mehr rechtzeitig erreichen würden. Wirklich schade…..!

 9. Tag

Heute fahren Dirk und Jürgen eine andere Strecke nach Viseu de Sus als wir. Die Passstraße nach Viseu de Sus ist katastrophal. Ausgefräste Teerdecken, die einen Absatz von 5 bis 10 cm haben, Schlaglöcher ohne Ende und natürlich wieder…..Regen, der plötzlich einsetzt und ab 600 ü NN in Schneeregen übergeht. Auf dem Pass in 1415 m Höhe liegt Schnee. Die Temperatur ist auf 2°C gefallen. Es ist eine einzige Tortur. Endlich erreichen wir mit Hilfe der Polizei unser Hotel.

 10. Tag

Für heute hatten wir eine Fahrt mit der Waldkarpatenbahn geplant. Leider muss auch diese wieder ausfallen, denn ein schweres Unwetter hat die Brücken weggerissen. Wir beschließen, schon heute weiterzufahren und als außerplanmäßiges Zwischenziel Tokaj anzufahren, damit wir nicht morgen die gesamte Strecke bis nach Nova Lesna durchfahren müssen. Wir starten um 9.30 Uhr bei einer Temperatur von 7°C. Wieder müssen wir über eine Passstraße, die allerdings nicht ganz so hoch ist. An die vielen toten Hunde in allen Verwesungszuständen, die immer wieder am Straßenrand liegen, haben wir uns ja schon gewöhnt, aber auf der Passstraße liegt ein totes Pferd. Es sieht so aus, als sei es noch nicht so lange tot, aber die wilden Hunde tun sich gütlich daran.

Ansonsten gibt es heute keine nennenswerten Zwischenfälle, bis auf die Tatsache, dass es am Ende des Tages wieder einmal anfängt zu regnen. Im Hotel Millennium in Tokaj finden wir Unterschlupf. Dirk und Jürgen haben die Gruppe verlassen und machen von nun an ihr eigenes Ding! Sie wollen in die ehemalige Tschechoslowakei.

Richtig vermisst, werden sie von den anderen nicht! Sie haben sich nie richtig in die Gruppe eingefügt und wollten immer nur auf Kosten der Gemeinschaft ihr eigenes Ding durchziehen.

 11. Tag

Wir müssen feststellen, dass sich Jens einen Nagel in seinen Reifen eingefahren hat, der daran schuld ist, dass sein Hinterreifen laufend Druck verliert. In Rumänien und auch in Ungarn findet man leider selten eine Tankstelle – vielleicht zwei von hundert - , die einen Kompressor hat, um Luft aufzupumpen. Wir wollen trotzdem versuchen, weiter nach Deutschland durchzukommen, um dann den Reifen reparieren zu lassen. Wir finden keine Möglichkeit, den Reifen aufzupumpen, ansonsten verläuft die Fahrt nach Nova Lesna ohne besondere Vorkommnisse.

Der Wettergott ist uns heute wohl gesonnen. Wir können zum ersten Mal das Futter aus den Kombis nehmen. Es wird wärmer!!! Aber dann erreichen wir Nova Lesna und es ist wieder kalt und regnerisch. Morgen wollen wir eine Wildwasserfahrt, als Rafting, machen. Bin gespannt, ob die stattfinden kann. Es sieht mal wieder nach Regen aus bzw. habe ich zu Jens gesagt: „das riecht nach Schnee“.

 12. Tag

Eigentlich hatten wir vor, den heutigen Tag noch in Nova Lesna zu verbringen, um das Rafting in Angriff zu nehmen, aber wie so oft auf unserer „Tortour“ regnet es wieder einmal. Es ist außerdem 5-6°C kalt und auf den Gipfeln der Berge sieht man Schnee. Die Schneegrenze ist auf 1200 m gefallen. So entschließen wir uns, den freien Tag in Nova Lesna zu streichen und direkt nach Cottbus weiterzufahren. Während der Fahrt ist es kalt und es regnet. Gegen 17.15 Uhr, ca. 93 km vor Cottbus, müssen wir anhalten, da der Hinterreifen von Jens‘ Maschine so platt ist, dass er nicht mehr weiterfahren kann. Wir verbrauchen drei Dosen Reifenpilot, aber es nützt nichts. Da der Reifen so platt ist, ist er durch das Walken so zerstört worden, dass alles, was wir rein spritzen, gleich links und rechts wieder aus dem Reifen austritt. Gottseidank ist der Motelbesitzer in Cottbus auch gleichzeitig Motorradhändler. Wir rufen ihn an, und er schickt uns einen Pickup, damit das Motorrad von Jens verladen werden kann. Gute zwei Stunden warten wir im Regen. Es wird nicht nur dunkel, sondern richtig finster. Um 21.00 Uhr sind wir endlich im Motel angekommen. Der Besitzer hat auch eine Kneipe. Er macht uns etwas zu essen, so dass wir dann um 21.30 Uhr auch endlich etwas in den Magen bekommen.

Auch dieser Tag war wieder eine kleine Katastrophe.

 13. Tag – letzter Tag!!

Alle fahren nach Hause!! Alle?? Nein, Jens darf noch einen Tag bleiben, da er auf seinen Hinterreifen warten muss.

Trotz aller Vorkommnisse haben wir doch noch Glück im Unglück gehabt. Alle sind heil und gesund zurückgekehrt.

Trotz aller Hindernisse werde ich wohl diese Fahrt nie vergessen, denn die „letzten 4“ haben immer zusammen gehalten und alle auftretenden Probleme gelöst.

Wir waren ein Team!

 

Fazit dieser Tour: Pleiten, Pech und Pannen! Und trotzdem schön……………….


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