Einmal rund um die Ostsee; 6.200 km gegen den Uhrzeigersinn.


Land / Region:
Deutschland, Dänemark, Schweden, Finland, Rußland, Estland, Lettland, Litauen, Polen / Ostsee

Charakter:
Straße

Länge:
6.200 km

Reisezeit:
Juni - September



Am Sonntag erreichte ich gegen 09.00 Uhr die Grenze. Es war wenig Verkehr und ich musste nicht lange Schlage stehen, bis ich an der Reihe war. Der freundliche Finne vor mir in der Schlange wies mich noch daraufhin, die Zollerklärung in zweifacher Ausfertigung auszufüllen. Er half mir dann auch dabei das nur in russischer Sprache vorhandene Papier auszufüllen. Er fuhr regelmäßig über die Grenze, um in Russland zu tanken. Nach einer halben Stunde war es geschafft. Ich hatte alle Formalitäten erledigt und konnte weiterfahren. Die Strassen waren leer und mein Navi teilte mir mit, dass es die Openstreetmap-Karten nicht mochte und ich so auf die Orientierung „analogen“ Kartenmaterials angewiesen war. 

In Vyborg wagte ich mich in die Stadt, um einen ATM zu finden und russische Rubel zu ziehen. Erstaunlicherweise funktionierte dies auch problemlos. 

Gegen Mittag rollte ich auf das Zentrum von St. Petersburg zu. Der Verkehr war immer noch recht gering und ich war nicht zu gestresst, Karte zu lesen, mich zu orientieren und nach einem Campingplatz Ausschau zu halten. Am stressigsten war die große Hitze. 

Im Internet hatte ich zwei Campingplätze im Stadtgebiet gefunden. Vor Ort konnte ich nur einen entdecken und der gehörte zu einem Hotel. Er hatte zwar einen sauberen Sanitärcontainer, aber keinen Schatten und war im Grunde genommen für Wohnmobile gedacht. 

St. Petersburg ist eine atemberaubende Stadt. Die Innenstadt ist prunkvoll und platzt fast vor Geschäftigkeit. Es war Sommeranfang und somit die Zeit der sogenannten “White Nights“. Die Nächte sind so kurz, dass sie schon seltsame Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben können. Es ist die Zeit des Feierns und wie das vonstatten geht ist bekannt. “Asphaltkrankheit“ nennen die Eingeborenen die Schürfwunden, die auf Grund von Alkoholkonsum entstehen können.

An den folgenden Tage wanderte ich unzählige Kilometer durch die Stadt und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es gab so viel zu entdecken! Ein absolutes Muss war für mich der Besuch der Peter & Pauls Festung und ein Besuch von Peterhof, mit seinen vielen Wasserspielen und goldenen Statuen.

Es waren wieder über 30°C, als ich vor dem Abfertigungsgebäude an der Grenze zu Estland zum dritten Mal meine Zollerklärung ausfüllen durfte. Die uniformierte Dame mochte mich anscheinend nicht sonderlich. Nach einer gefühlten Ewigkeit durfte ich dann endlich passieren und rollte nach Tallinn.

Tallinn ist sehr schnell von Finland aus mit einer Fähre zu erreichen. An den Wochenenden kann die Stadt schon mal recht voll mit trinkfesten Finnen sein. Es war aber kein Wochenende und ich stand auf dem Turm der Olaikirche und genoss den Ausblick auf die Altstadt. Dann bemerkte ich wie die Massen der Touristen dreier Kreuzfahrtschiffe in die Altstadt fluteten.

Tallinns Altstadt ist sehr gut erhalten wunderschön zu erkunden, so lange man nicht im Strom der unzähligen Touristen durch die Gassen gespült wird. 

Ich machte mich nach zwei Tage weiter auf den Weg nach Riga, deren Altstadt ähnlich schön ist, aber bei weitem nicht so überlaufen.

Ich empfand Rigas als etwas relaxtet im Gegensatz zu Tallinn. Die Altstadt und der Markt in den alten Flugzeughangarn sind sehr schön zu besuchen.

Weiter ging die Tour Richtung Litauen. Einzigartig ist der “Berg der Kreuze“. Es ist natürlich kein richtiger Berg, sondern nur ein Hügel, auf dem Millionen von Kreuzen aufgestellt oder abgelegt worden sind. Es ist ein Pilgerort, der schon viele Gläubige anzieht.

In Polen besucht ich Nikolausen, im Herzen der Maurischen Seenplatte, die alte Hansestadt Danzig und Misdroy mit seinem Mikroklima. 

Infos

Visa: Für die Einreise nach Russland benötigt man ein Visum. Dies zu beantragen ist recht nervig. Ich würde empfehlen einen Visadienst bemühen. Das verdoppelt zwar die Kosten, aber ist davon ab stressfrei. (z.B.www.rußland-visum.de)

Campingplätze gibt es reichlich, außer in Russland. Ein Holländer, der unter dem Pseudonym “Archie“ Campingplätze in Europa auflistet und zum Download bereitstellt, ist eine gute Informationsquelle. (http://www.archiescampings.eu/)

Navis lassen sich mit Karten von der Openstreetmap Plattform füttern. 

Mehr Fotos gibt es hier: http://frockland.jimdo.com/motorrad/baltic-tour-2010/


Trackviewer und Höhendiagramm werden Ihnen präsentiert von www.GpsWandern.de.

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