Einmal Barcelona

Mitte September war die Saison war im Grunde genommen schon fast vorüber. Die Tage wurden immer kürzer und die Nächte schon recht frisch. Ich wollte den Sommer mit ei­ner kurzen Motorradreise etwas zu verlängern. Die Wahl fiel auf eine Tour in die Katalanische Hauptstadt. Pyrenäen,


Land / Region:
Deutschland, Frankreich, Andorra, Spanien, Italien, Österreich / Cevennen, Pyrenäen, Alpen

Charakter:
Straße

Länge:
4600 km

Reisezeit:
Mai - Oktober



... Cevennen und Alpen in einer Tour - das erschien vielver­sprechend. Während der zwölf Reisetage bin ich 4678 km gefahren.

Aber zuerst kam der Regen …

und der kam früher als mir lieb war. Gestartet bin ich um kurz vor fünf Uhr morgens. Zwei Stunden später war es schon Zeit die Regenkombi anzulegen. Erst nach über 400 km hörte es auf zu regnen und ganz langsam kämpfte sich die Sonne durch die Wolken.

Gegen Mittag überquerte ich die Grenze und reiste nach Frankreich ein. Eine halbe Stunde später traf ich auf die erste größere Herausforderung, einen Mautautomaten auf der Autobahn. Ich spreche kein Französisch und die Anweisungen auf dem Automaten erforderten etwas Zeit, ehe mir klar war, was zu tun war. Leicht genervt trommelte der Fahrer des Lieferwagens hinter mir auf seinem Lenkrad herum. Plötzlich fing er an zu „alé alé“ zu rufen. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass die Schranke mittlerweile schon geöffnet war, als ich noch mit dem Einwerfen von Euromünzen beschäftigt war.

Den restlichen Nachmittag bin ich dann bei schönstem Sonnenschein über Landstrassen bis nach Besançon gefahren.

Abends wurde es extrem windig und in der Nacht holte mich der Regen wieder ein. Es schüttete wie aus Eimern und hörte erst am frühen Nachmittag des folgenden Tages auf. Zu allem Überfluss war alles nass oder klamm in meinem Zelt. Ich beschloss erst am nächsten Tag weiterzufahren, so dass ich meine Sachen noch trocknen könnte. Als ich dann am nächsten Morgen fast alles eingepackt hatte, begann es wieder zu regnen.

Ich wollte keine Autobahnen fahren und so nahm ich kleine Strassen und rollte nach Avignon. Mir fiel auf, wie entspannt und vorschriftsmäßig in Frankreich gefahren wird. 50 km/h bedeuten auch 50 km/h. Warum sich alle daran hielten, konnte ich nach mei­ner Rückkehr verstehen: ich erhielt ein „Ticket“ aus Frankreich. 56km/h bei vorgeschriebenen 50km/h. Sechs Stundenkilometer drüber und 90 € Bußgeld! „Vive la France“!

Avignon hatte ich seit meiner ersten Interrailreise nicht mehr gesehen, aber die Stadt machte immer noch einen recht entspannten Eindruck. Hoch oben vor dem Papstpalast den Sonnenuntergang zu genießen und dem örtlichen Treiben zuzusehen war ein gelungener Tagesausklang.

Sonnenschein und Kurven

sollten den nächsten Tag bestimmen. Ich wollte eine ausgedehnte Tour durch die Ce­vennen machen, anstatt den kürzesten Weg in Richtung Pyrenäen zu nehmen. Der Pont du Gard,  Florac und die Autobahnbrücke von Millau lagen auf meinem Weg. Die Strassen waren gut asphaltiert und es gab nur wenig Verkehr. Das Fahren war einfach nur zu genießen.

Am Nachmittag fuhr ich bis nach Aurinac, wo ich vom extrem freundlichen Camping­platzbesitzer einen Bungalow zum gleichen Preis wie ein Zeltplatz angeboten bekam. “I like motor bikers!“, danke schön, Fabrice!

Andorra

Von Aurinac fuhr ich nicht den direkten Weg über die Pyrenäen, sondern durch den Zwergstaat Andorra. Es war Sonntag und eine lange Blechlawine bewegte sich Richtung Grenze. Wahrscheinlich ist Andorra nach Albanien das Land in Europa mit dem dichtesten Tankstellennetz. Kein Wunder bei einem Preis von 1,07 € /l Super. Neben dem wirklich dichten Verkehr ließen viele Kilometer an Längsrillen der gerade aufgefrästen Strassen die Fahrt recht anstrengend werden.

Oben auf dem „Pas del a Casa" angekommen, stoppte ich und machte eine Pause um das herrliche Panorama zu genießen. Die heimischen Kühe und Pferde ließen sich dabei von durchfahren Touristen nicht aus der Ruhe bringen und machten einfach Pause auf der Straße, so dass der Verkehr ins Stocken geriet.

Die Route nach Andorras Hauptstadt Andorra la Vela war sehr gut ausgebaut mit vielen Serpentinen. Andorra ließ bei mir Assoziationen zur Schweiz aufkommen.

La Vela liegt eingezwängt in einem Tal und auch wenn dort nur gut 23.000 Menschen leben und die Stadt überschaubar ist, hatte ich etwas Mühe die richtige Strasse zu finden, die nach Norden in die Berge führte. Den kürzesten Weg nach Spanien wollte ich nicht nehmen, sondern eine kleine Bergstrasse in Richtung des spanischen Dorfes Tor ein­schlagen. Im Internet sah die Route sehr kurvenreich aus, was sie auch war. Allerdings entpuppte sich das Teilstück nach dem Pass als unbefestigt. Als ich zwei spanische Motorradfahrer mit ihren japanischen Racern den Weg auf mich zukommen sah, war klar, dass die Strasse nicht zu anspruchsvoll sein konnte.

Es dauerte 10 km bis die Teerstrasse begann. Diese war nur einspurig und führte sehr kurvenreich durch ein Tal entlang eines kleines Flusses. Recht idyllisch, recht kurvenreich und recht schön.


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