Wir beginnen den Tag gemütlich, lassen uns Zeit für das Städtchen und einige schaffen es sogar zu einer Besichtigung der

Burg Loket

Auf einem Granithügel innerhalb einer fast kreisrundem Flussschlinge der Eger liegen das Städtchen Loket und die gleichnamige Burg beherrschend über der Landschaft. Die erste Erwähnung


Land / Region:
Tschechien / Böhmen

Charakter:
Tolle Landschaft, tolle Kurven und zwei Klosteranlagen sowie ein Märchenschloss bilden den Abschluss unserer Reise

Länge:
250 km

Reisezeit:
April - Oktober



... der Burg Elbogen in einer Urkunde stammt aus dem Jahre 1234 als Sitz einer Burghauptmannschaft im südlichen Trakt.

Zunächst fahren wir uns an der Eger entlang in südöstlicher, später südwestlicher Richtung, ein wenig ein, stetig steigt die Straße langsam an, gemütliches „Let it swing“ ist angesagt. Ab Krasno ist jedoch Schluss mit lustig - nach der Fahrt über eine Kuppe geht es steil hinunter in das Tal der Tepla, die nach Karlsbad fließt, und wir genießen die ersten „richtigen“ Kurven und Serpentinen des Tages. Nur kurz folgen wir der „20“ nach Süden, biegen am Ortseingang von Becov rechts ab und folgen nun die nächsten Kilometer dem Fluss Tepla.

Zunächst lohnt aber ein Rückblick in den Spiegel auf das Schloss Becov, das wunderschön auf einem steil aufragenden Felsen liegt und eigentlich auch eine Besichtigung wert ist. Bevor irgendjemand genau darüber nachdenken kann, beginnt nun ein Spaß der besonderen Art: mal rechts, mal links vom Fluss schlängelt sich die Straße atemberaubend durch das Tal und bietet neben landschaftlichem Vollgenuss einen mindestens gleichen Level in punkto Kurvenspaß. Definitiv meine bisherige Lieblingsstrecke in Tschechien, die man liebend gerne noch ein zweites und drittes Mal fahren möchte! Biken at it’s best!

In Mnichov ist der Spaß scheinbar vorbei, wir folgen aber weiterhin dem Flüsschen in Richtung Südosten, allerdings nicht mehr direkt an den Ufern entlang, dafür nun mit sanfteren Kurven und tollen Ausblicken garniert auf kleinster Straße. Wir erreichen schließlich nach ca. 40 km den Ort Tepla und dahinter das gleichnamige Kloster, für das sich Zeit nehmen in jedem Falle lohnt. Ein Kaffeepäuschen gibt es inclusive.

Kloster Tepla (45 km)

Stift Tepl (tschechisch Premonstrátský Klášter Teplá) ist ein Kloster des Ordens der Prämonstratenser in Tschechien, wurde im 13. Jahrhundert von dem Gaugrafen Hroznata von Ovenec nach einem Gelübde als Ersatz für die Teilnahme an einem Kreuzzug nach Jerusalem gestiftet und befindet sich in einem Ortsteil der Stadt Teplá (Tepl) in Westböhmen. Seit dem 1. Juli 2008 ist Stift Tepl ein Nationales Kulturdenkmal Tschechiens. Die umfangreiche Anlage des Stiftes besitzt sehenswerte Gebäude. Herauszuheben sind die Klosterkirche, die Bibliothek und die 1993 eingeweihte Klosterherberge. Ein Bummel durch die beeindruckend große Anlage, äußerlich im nicht eben besten Zustand, lohnt allemal, eine Besichtigung einiger Räume ist zu empfehlen (ca. 45 Min).

Auf dem Gelände direkt am Parkplatz befindet sich übrigens auch ein Hotel und ein Restaurant.

Wir fahren nun schnurgeradeaus in genau südlicher Richtung auf einem kleinen Sträßchen weiter, die Qualität des Asphalts lässt einiges an Wünschen offen. Erst hinter Kreptovice lassen sich wieder einige Kurven genießen, doch bevor das anfängt ein wenig Spaß zu machen, erreichen wir Lestkov, wo wir der „201“ nach Osten bis Konstantinovy Lazne folgen, um uns ab da wieder ins Kurvengetümmel zu stürzen. Definitiv ein Umweg nach Stribro, der sich lohnt. In Stribno folgen wir der „193“ und erreichen nach kurzer Zeit das imposante Kloster Klatruby, bei dem wir uns wieder eine Pause und ein wenig Kultur gönnen.

Kloster Klatruby (85 km)

Das Kloster Kladruby (deutsch Kloster Kladrau) ist ein ehemaliges Benediktinerkloster und liegt in der Stadt Kladruby im Okres Tachov im Westen Tschechiens. Es wurde im Jahr 1785 im Zuge der Josephinischen Reformen aufgelöst. Die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt im Stile der Barockgotik ist eines der größten Kirchengebäude in Böhmen und heute ein nationales Kulturdenkmal in Tschechien.

Auch hier ist die Renovierungsbedürftigkeit nicht zu übersehen, es wurde jedoch schon vieles in seiner ursprünglichen Pracht wieder hergestellt. Eine Besichtigung v.a. der Klosterkirche der Himmelfahrt Mariä ist zu empfehlen (ca. 1 h). Ein einfaches Restaurant bietet Gelegenheit für eine Pause incl. Imbiss und diverser Getränke, das verkürzt die Wartezeit auf die Besichtigungstour.

Nach so viel Kultur ist dringend kurviges Geläuf gefragt. Weiter geht es nach Stod, wo wir mal wieder auf ein kleines, aber sehr feines Sträßchen wechseln. Ab hier wird die Landschaft abwechslungsreicher, wir fahren durch kleine Täler, an Bächen entlang, über Hügel und rechts und links gibt es viel zu sehen. Der Spaß an Kurven bekommt richtig Futter und hinter Roupov, als wir das kleine Wäldchen wieder verlassen, drossle ich das Tempo und lege einen Fotostopp ein: ein herrliches Panorama tut sich auf, viel zu schade um einfach durchzurauschen, zudem bietet sich mit dem bewölkten Himmel ein ganz besonderes Licht.

Wir queren die Hauptroute von Plzen nach Klatovy, bleiben auf der kleinen Straße, die doch viel mehr Spaß macht, als eine gut ausgebaute „Rennbahn“. Bald schon erreichen wir unser nächstes Ziel: Zamek Zinkovy. Dort können wir bei gutem Wetter im Biergarten den Blick auf das außergewöhnliche Märchenschloss genießen.

Žinkovy (145 km)

Die Geschichte des von einem Schloss dominierten Dorfes Žinkovy reicht in das 12. Jh. zurück, damals gehörte die Gemeinde den Herren von Žinkovy. Die Geschichte des Barockschlosses Žinkovy geht zurück auf das Jahr 1559, als Šebastián von Klenová eine Festung am Teich „Labut“ (deutsch Schwan) erbauen ließ. Das Gebäude war mit einem Wassergraben umgeben, der aus eben diesem Teich mit Wasser versorgt wurde. Die Festung war durch eine Zugbrücke mit der Vorburg verbunden. 1624 bis 1642 wurde an Stelle der Festung ein neues Schloss gebaut, das fortschreitend zu einem dreiflügeligen Barockgebäude im Stil des Klassizismus ausgebaut wurde.

Die aus heutiger Sicht größten Änderungen wurden nach 1897 durchgeführt, als Ritter Karel von Wesselý das Schloss erwarb und es nach den Plänen der Architekten Fellner & Helmer mit Anleihen der Romantik umbauen ließ. Der alte Graben wurde zugeschüttet und hinter dem Anwesen entstand eine große Parkanlage.

Zu den letzten Inhabern des Großgrundbesitzes gehörten Hieronymus Graf Colloredo-Mansfeld sowie der Großindustrielle Karel von Škoda, der das Schloss 1916 erwarb. Danach ging es in die Hände der damaligen ROH (Staatliche Arbeitergewerkschaft) über und wurde fortan zur Erholung für Arbeiter genutzt. Diese Zeit, in der Žinkovy in der ganzen ČSSR bekannt war, hat allerdings an der Inneneinrichtung ihre Spuren hinterlassen.

Seit 1999 ist das Schloss wieder in Privatbesitz eines ausländischen Investors. Es gibt dort ein Restaurant mit Biergarten, das Gelände und v.a. das Schloss laden zum Verweilen ein. Eine Besichtigung ist leider nicht möglich.

Nach kurzer Rücksprache mit allen Mitfahrern wird deutlich: die Speicher sind voll. Tolle Straßen, viel Kultur haben wir heute gesehen und so führe ich uns direkt über Klatovy auf die nach Deutschland führende Hauptroute. Breit und gut ausgebaut, schlängelt sie sich Richtung Zelezna Ruda und Bayerisch Eisenstein, wo unser letztes Quartier wartet.

Auch hier gibt es wieder eine Überraschung, einen vorbestellten Spanferkelabend, der ein würdiger Abschluss einer tollen Reise wird.

Ergänzender Hinweis zum Schloss Žinkovy, den ich von "wandervogel" bekommen habe:

Das Schloß und der ganze Grund herum ist inzwischen PRIVATBESITZ und wenn man zu dem noch erkenntlichen Cafegebäude geht, dann muß man schon ein Kette übersteigen(neben der eigentlich schon steht, dass man Privatbesitz betritt) und an dem Cafe steht ein großes Schild, dass man das Gelände bitte verlassen soll, wenn man keine Einladung hat, da man sich auf Privatgrund befindet….Schade, so ist das eben.

Vielleicht ändert sich das ja wieder ... für neuere Hinweise wäre ich hier sehr dankbar.


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