Eine Tour durch den Vogelsberg, im Volksmund auch Hessisch Sibirien genannt, und über/um den größten erloschenen Vulkan Deutschlands. Ein Landkreis, der mit einer Bevölkerungsdichte von nur 72 Einwohnern pro Quadratkilometer am Ende der bundesdeutschen Statistik rangiert. Ergo ist das Verkehrsaufkommen durchaus konkurrenzfähig mit Sibirien und dem nordasiatischen Teil der Russischen Föderation.


Land / Region:
Deutschland / Hessen, Vogelsberg

Charakter:
Straße

Länge:
221 km

Reisezeit:
Mai - Oktober



Eine Tour durch den Vogelsberg, im Volksmund auch Hessisch Sibirien genannt, und über/um den größten erloschenen Vulkan Deutschlands. Ein Landkreis, der mit einer Bevölkerungsdichte von nur 72 Einwohnern pro Quadratkilometer am Ende der bundesdeutschen Statistik rangiert. Ergo ist das Verkehrsaufkommen durchaus konkurrenzfähig mit Sibirien und dem nordasiatischen Teil der Russischen Föderation.

Diese Tatsache kann uns nur entgegen kommen. Äußerst geringe Verkehrsdichte, keine LKW, wenige Ampeln, nur hin und wieder ein landwirtschaftliches Fuhrwerk. Mit anderen Worten: Ein Motorradparadies wie aus dem Bilderbuch.

Ausgangs- und Endpunkt der Tour ist die Kleinstadt Laubach, dort wo einst der geniale Motorradkonstrukteur Friedel Münch (Big Bike Münch Mammut) ein Motoren- und Motorradmuseum einrichtete und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte. Leider gibt es das Museum in Laubach heute nicht mehr. Bereits nach 13 Kilometern geht es dann richtig zur Sache: Acht Männer und acht Maschinen schwenken auf die Nordost-Schleife der legendären Bergrennstrecke Schottenring ein. Auf den sieben Kilometern bis zur Abzweigung auf die Landstraße in Richtung Feldkrücken kommt echtes Rennfeeling auf. Der 16 Kilometer lange Rundkurs ist unzertrennlich verbunden mit großen Namen wie Carl Schott (DKW), Ludwig Krämer (Horex), Eduard Kratz (BMW) oder Paul Rüttchen (NSU), um nur einige zu nennen. Diese Motorradfahrer schrieben ab 1925 Geschichte auf dem Schottenring.

Wir folgen der L3325 bis Mücke und Nieder-Ohmen, drehen dann nach Osten ab und lassen uns über den Nordhang des Vogelsbergs treiben. Das Asphaltband gibt keinerlei Anlass zur Kritik, Winterschäden sind nicht erkennbar, sauber gezogene Kurven und eine Verkehrsfrequenz die gegen Null tendiert – perfekt. Die Kreisstadt Lauterbach wird weitläufig umfahren und dann nehmen wir Kurs auf die „Romantische Burgenstadt“ Schlitz. Pause! Sehenswert sind der Burgenring und die vielen alten Fachwerkhäuser rund um den Marktplatz, mittelalterliche Baukunst vom Feinsten.

Auf halber Strecke (bei Kilometer 112) ist Lunch-Time angesagt. In dem 375-Seelen-Dorf Pfordt finden wir eine einladende Lokalität und frönen im Biergarten der „Hessischen Küche“ (Landgasthof Porta).

Es bietet sich nun ein Besuch der großen Kreisstadt Fulda an. Da unser zeitlicher Rahmen aber bereits arg gebeutelt wurde und eine weitere längere Pause am Nachmittag eingeplant ist, lassen wir diesen Gedanken fallen. Bei allerfeinstem Motorradwetter, vorbei an blühenden Rapsfeldern, über gepflegte Land- und Kreisstraßen und durch unzählige winzige Dörfer, deren Namen uns genauso wenig bekannt sind wie die der berühmt-berüchtigten „Böhmischen Dörfer“, rollen wir der tiefstehenden Sonne entgegen und erreichen am späten Nachmittag den höchsten Punkt unserer Tour. 764 m ü. NN, Sackgasse, Tourismus pur – der Hoherodskopf.

Fantastische Fernsicht, ein gepflegtes Weizenbier (natürlich alkoholfrei) und ein bequemer Sessel im Biergarten – hier könnte man es ohne Probleme noch länger aushalten. Kehrtwende! Wir verlassen nur ungern den gastlichen Ort, fahren die kurze Sackgasse zurück und nehmen die letzten 38 Kilometer bis zu unserem Ausgangspunkt unter die Räder. Schön war es, 221 Kilometer und 9 Stunden dem Alltag entflohen.


Trackviewer und Höhendiagramm werden Ihnen präsentiert von www.GpsWandern.de.

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