Heute wird es spannend: ganz großes Kino ist angesagt. Aber: für nicht schwindelfreie ist die Route nur bedingt geeignet. Dazwischen ruft das Valle du Veneon, das mitten hineinführt ins Zentrum des Massiv des Encrins.

Wir starten wieder in Les Bessay und schrauben uns über die Serpentinen der D44B nach Villard-Reculas wo wir auf


Land / Region:
Frankreich / Isere - Savoien

Charakter:
Passtraßen

Länge:
ca. 170 km

Reisezeit:
Mai - September



... einem Parkplatz am frühen Morgen in luftiger Höhe die ersten atemberaubenden Ausblicke des Tages genießen können, wohl ahnend, dass deren viele noch folgen werden. Weiter geht es über die D211B, die in Huez auf den berühmten Anstieg nach Alpe d'Huez trifft. Wir stürzen uns in die Serpentinen abwärts, um über die D1091 ins Valle Vénéon zu gelangen, und damit vom beigefügten und ursprünglich geplanten Routenverlauf abzuweichen, was sich bald als Glücksfall herausstellen sollte.

In seiner Kernzone mit einer Fläche von fast 92 Tausend Hektar deckt der Nationalpark Écrins eine Gebirgsfläche ab, die von 800 bis 4.102 m Höhe reicht. Gebirgssportler betrachten dieses Gebiet als die zweitwichtigste Alpinismusstätte in Frankreich, wobei wir natürlich nicht zu Fuß unterwegs sind, sondern mit dem Motorrad. Es gibt rund um den Nationalpark Écrins sieben sehr unterschiedliche Täler, von denen jedes seinen eigenen, unverwechselbaren Charakter besitzt. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe an Tälern, die mitten ins Massiv auf Höhen von mehr als 1700 m hineinführen, fantastische Ausblicke eröffnen und teilweise spektakuläre Straßenführungen garantieren. Gletscher, Wasserfälle, Seen und Almen prägen die atemberaubende Natur im Nationalpark Écrins. Dazu natürlich die Berge, von denen über 150 höher als 3000 Meter sind. Allen voran die Barre des Écrins, mit 4102 Metern der höchste Gipfel des Massivs.

Wir begeben uns nun auf eine spannende Reise ins Valle Vénéon, das zunächst als Trogtal beginnt, dessen Weite mit der Enge der Gorges de L’Infernet (das liegt an der Route hoch zum Col du Lautaret) kontrastiert, in der die Romanche fließt. Der Eisstrom, der das heutige Vénéon-Tal grub, war weitaus mächtiger als der des Romanche-Tales. Das Klima ist rau und das Tal nur sehr dünn besiedelt. Der obere Talbereich bietet tolle Ausblicke auf die höchsten Gipfel des Écrins:

Zwei 4000er als Zwillingsgipfel - der Snow Dome Écrins (4015 m) und der Pic Lory (4088 m), die sekundäre Spitzen des Barre des Écrins darstellen. Die „Königin“ Meije (3982 m), schließt mit ihrer berühmten südlichen Felswand und ihrem Nachbarn Rateau (3809 m) das Vallon des Étançons ab. Zusammen bieten diese mit dem Pavé (3823 m) einen schönen schneebedeckten Grat. Das Massiv des L‘Ailefroide (3954 m) ist von Bérarde, dem Ort am Ende der Straße, aus deutlich sichtbar, sowie eine große Anzahl an Gipfeln mit Höhen über 3500 m.
 
Eine faszinierende Welt, für die wir leider viel zu wenig Zeit haben, denn kurz vor dem Serpentinen-Anstieg in der Mitte des Tales bei der Combe Noire ist erst einmal Schluss mit Aufblicken und Kurvenräuberei: wegen Bauarbeiten ist die Straße gesperrt und nur von 12.30 bis 13.30 Uhr, also in der Mittagspause für den Verkehr freigegeben.Hätten wir den ursprünglichen Routenverlauf gewählt, wäre uns dieses Highlight versagt geblieben.
 
Dabei ist die durch das Tal führende D530 (27,5 km) definitiv eine Reise wert! Die Felswände des tief eingeschnittenen Tales ragen derart hoch auf - im allgemeinen mindestens 1500 m - dass bei der Fahrt auf der Route die eigentlichen Gipfel leider nur selten, aber dann um so schöner, zu sehen sind. Die Straße beinhaltet einige steile Abschnitte, z.B. über das Felsenmeer des Clapier de St. Christophe, ist sehr schmal, oftmals kaum breit genug für zwei Autos, jedoch problemlos befahrbar. An einigen Stellen ist sie beeindruckend eng und kurvenreich.
 
Nach einer Zwangspause bis zur Öffnung der Straße, die wir mit Kaffee und Imbiss sowie einigen Fotoshootings überbrücken, heißt es also sputen und rechtzeitig wieder raus kommen, denn erst nach Feierabend um 17.00 wird die Passage, die durch einen Erdrutsch versperrt war, für uns wieder passierbar, sollten wir die letzte Ausfahrt um 13.30 verpassen. Auf die Minute pünktlich durchfahren wir auf dem Rückweg die Sperre und setzen unsere Tour über die D220, welche spannende Ausblicke in das Tal der Romanche bietet, nach Les Deux Alpes fort.
 
Der nächste Adrenalinkick ruft schon bald nach der Abfahrt aus dem Skifahrer- und neuerdings Mountainbike-Domiziel: die D211A, eine ca. 16 km lange Straße durch die Combe de la Fayolle zwischen Alpe d’Huez und Le Village, die mit fantastischen Ausblicken in das weite Tal der Romanche rund um Oisan zu glänzen weiß.
 
Den Abschluss des Tages bildet der Col du Solude. Dieser liegt östlich oberhalb des Ortes Villard Reymond. Die NW-Rampe führt von La Pallud über die D210 nach Villard Reymond, auf der anderen Seite führt ein unbefestigter ca. 2,8 km langer Weg, der jedoch gut zu fahren ist, zunächst Richtung SO nach Villard-Notre-Dame und dann ab dort wieder asphaltiert weiter in nordöstlicher Richtung wieder hinab nach Le-Bourg-d’Oisans. Vor allem dieser letzte Teil der Strecke ist, was Trassierung und Aussicht betrifft, wieder jede Menge Adrenalin-Garantie in Reinform, wobei wir diesen Teil in umgekehrter Richtung befahren.


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