Aug 052016
 

352 Kilometer durch die Alpen. Durch Österreich, die Schweiz und Italien. Durch Tirol, Graubünden und die Lombardei. Mit von der Partie sind der Flüelapass, der Splügenpass, der Malojapass, der Ofenpass und der Reschenpass. Asphaltbänder vom Feinsten – für jeden Geschmack ist etwas dabei.


Land / Region:
Schweiz / Graubünden

Charakter:
Straße

Länge:
352 km

Reisezeit:
Mai - September



352 Kilometer durch die Alpen. Durch Österreich, die Schweiz und Italien. Durch Tirol, Graubünden und die Lombardei. Mit von der Partie sind der Flüelapass, der Splügenpass, der Malojapass, der Ofenpass und der Reschenpass. Asphaltbänder vom Feinsten – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Unser Routenplaner prognostiziert für die Tagestour einen zeitlichen Rahmen von sechs bis sieben Stunden. Unabhängig davon weiß jeder Tourenfahrer, dass diese Prognosen in der Regel fernab der Realität liegen. Tankstopps, Pausen, Baustellen und nicht vorhersehbare Unwägbarkeiten drücken die Durchschnittsgeschwindigkeit in den gemäßigten Bereich und spätestens bei der Mittagspause schaut jeder mit kritischem Blick auf die Uhr. Also sagen wir es doch gleich: 9 bis 10 Stunden entsprechen einer realistischen Planung. Ein Heizer wer es leugnet.

Wir starten im Dreiländereck, lassen uns durch das Inntal vorbei am Wahrzeichen des Unterengadins - Schloss Tarasp - in Richtung Südwesten treiben. Mitte September, der Touristenstrom ist nahezu abgeflossen und die Straße gehört uns allein. Nach dem Abspulen der ersten 50 Kilometer erreichen wir das Dorf Susch und verlassen das Inntal. Das erste Pausenziel vor Augen fordern wir die Maschine bergauf über die Ostrampe des Flüela zur Passhöhe. Eingerahmt von zwei kleinen Seen präsentiert sich das Flüela-Hospiz auf 2.383 m ü. NN als idealer Punkt für eine Zwischenstopp. Ein Sitzplatz auf der nach Süden ausgerichteten Terrasse des Lokals beschert uns nach 30 Minuten einen Sonnenbrand auf der Nase. Der frische Wind und die angenehme Temperatur lassen vergessen, dass in dieser Höhe die Sonneneinstrahlung erheblich intensiver ist als im Flachland.

So „gebrandmarkt“ setzen wir unsere Fahrt über die Nordwestrampe talwärts fort, erreichen den bekannten Kurort Davos im Landwassertal und nehmen Kurs auf Thusis. In Thusis angekommen bieten sich zwei Möglichkeiten den Splügenpass anzusteuern. Die eine Möglichkeit führt entlang des Hinterrheins über die Autobahn (23 km) und die andere über die Landstraße (27 km) parallel zur Autobahn. Wer die Autobahn wählt verpasst eine touristische Attraktion – die Via Mala Schlucht zwischen Thusis und Zillis-Reischen. Also, wer gut in der Zeit liegt sollte die Landstraße wählen.

Der Splügenpass (Passo dello Spluga, 2.115 m ü. NN) von Splügen in der Schweiz nach Chiavenna in Italien bietet auf einer Länge von 39 Kilometern viel Abwechslung. Speziell die Südrampe hinab nach Chiavenna ist einfach genial, erfordert aber Alpenerfahrung und ist nichts für Sonntagsfahrer und Anfänger. Ab Chiavenna folgen wir dem Flüsschen Mera in nordöstlicher Richtung. Dann geht’s über den Malojapass. Der Malojapass hat eigentlich nur eine Rampe, die Südwestrampe, aber die ist fantastisch. Allerfeinster Asphalt, 10 Spitzkehren, und wenn kein Dieselfahrzeug als Hindernis vorausfährt, würde ich den Titel „Stairway to Heaven“ vergeben.

Der nächste Streckenabschnitt von Maloja bis St. Moritz verwöhnt das Auge mit schneebedeckten Gipfeln und viel, sehr viel Wasser. Silsersee, Silvaplanersee, Champfèrersee und der St. Moritzersee, allesamt optische Leckerbissen. Die gut ausgebaute Straße verläuft in sanften Kurven entlang der Seen und zahlreiche Parkplätze laden zu einer Pause ein. Wer sich stattdessen lieber unter die High Society mischen will und prominenten Persönlichkeiten begegnen möchte, dem sei ein Stadtbummel durch St. Moritz empfohlen.

Durch das Inntal lassen wir uns nach Nordosten treiben, eingerahmt von 3000ern durchqueren wir kleine malerische Orte und rollen in Zernez ein. Hier endet die Fahrt durch das Inntal. Wir biegen rechts ab und folgen der landschaftlich sehr ansprechenden Straße durch den Parc Naziunal Svizzer (Schweizerischer Nationalpark) mit dem Ziel Pass dal Fuorn (Ofenpass). Pause auf 2.149 m ü. NN und die Aussicht genießen. Das Val Müstair liegt uns zu Füßen und im Südosten können wir die schneebedeckte Spitze des knapp 4000 m hohen Ortlers in Italien erkennen.

Weiter geht’s bergab über die Südostrampe des Ofenpasses, durch Santa Maria im Val Müstair mit dem Zwischenziel Malles Venosta im Vinschgau. Wir liegen gut in der Zeit und deshalb ist ein Stopp am Reschensee obligatorisch. Der versunkene Kirchturm von Altgraun ragt mit seiner Spitze über die Wasseroberfläche hinaus – die Touristenattraktion am See. Auf den letzten Kilometern unserer Tagestour führt die Straße nochmals über einen Pass, der als solcher aber kaum wahrnehmbar ist. Der Reschenpass, 1.507 m ü. NN. Dann haben wir den Ausgangspunkt wieder erreicht.

Wer eine bikerfreundliche Unterkunft im Dreiländereck sucht, der googelt sich einfach mal durch die Orte Pfunds, Nauders und Reschen. In diesen Orten gibt es jede Menge Hotels und Pensionen, die sich auf motorradfahrende Gäste spezialisiert haben.


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