Ein Tag in verwunschener Gegend mit einsamen Straßen.


Land / Region:
Österreich / Waldviertel

Charakter:
Straße

Länge:
300

Reisezeit:
Juni



Video der Tour

Hohes Verkehrsaufkommen? Fehlanzeige.

Einsame Landschaften und verschlungene Straßen? Volltreffer.

Ein Bekannter, der viele Motorradstrecken in Europa kennt, meinte einmal. "Fahrt doch mal ins Waldviertel nach Österreich. Wir fahren da jedes Jahr hin. Erwartet aber keine Extreme."

Ok, der muss es ja wissen, der hat schon weit über 100 Tkm mit seiner weiß-blauen abgespult.

Also Unterkunft gebucht, die zentral an der Donau liegt, so das auch gleich eine 4 tägige Tourwoche planbar ist. Wir wollen die Gegend um die Donau weitläufig erkunden.

Die Wetteraussichten waren gut, als wir an einem Montagmorgen im Juni, ins beworbene Waldviertel starten. 25 Grad und Sonne, im restlichen Österreich auch warm, aber hohes Schauerrisiko. Wir sollten eines Besseren belehrt werden.

Aber zunächst ist es wirklich perfekt, das Wetter, als wir entlang der Donau Richtung Melk im Osten unterwegs sind. Auch hier ist der Verkehr entlang der Donaustrasse sehr überschaubar.  Die Donau fließt träge zum Greifen nah neben uns.

In Weitenegg verabschieden wir die Donau und biegen ab Richtung Norden. Die Straße windet sich durch den Wald und man meint, die Straßenbauer konnten sich nicht für eine Richtung entscheiden.

Apropos Straßenbauer. Wir kommen an eine Baustelle. Ampel gibt es nicht. Riesige Umleitung wie in Deutschland? Gibt es nicht. Aber es gibt eine kleine Offroadeinlage für ca. 1 km und man muss lediglich aufpassen nicht mit den Radladern und Gradern zusammenzustoßen.

Die Straße führt anschließend weiter durch das Tal der Sonnenuhren. An fast jedem Haus findet sich so ein antiker Zeitanzeiger.

Der Straßenverkehr wird merklich immer weniger. Die Natur dafür um so üppiger. Und die Straßen immer einsamer.

Hinter Gföhl wird die Landschaft weiter und flacher. Man kann weit blicken und wir erkennen im Norden eine schwarze Wand am Himmel. Die scheint Ihren Ausflug genau dort hin zu planen, wie wir. Das nördlichste Ziel unserer Tour ist Hardegg an der tschechischen Grenze. Was solls, wir fahren stur weiter unserem Ziel entgegen. Mal schauen wer zeitiger da ist. Das schlechteste Wetter oder wir.

Der Himmel ist zugezogen, aber es regnet nicht, als wir uns in Tal der Thaya nach Hardegg schwingen. Hier ist Sackgasse. Man kann zu Fuß über die Thaya nach Tschechien laufen. Wir wollen uns aber erst mal im Wirtshaus stärken. Bei typischen Spezialitäten und kühlen Getränken beobachten wir den schwarz werdenden Himmel, der plötzlich al seine Schleusen öffnet. So viel zum Thema Wetterbericht. Ist vielleciht nur eine Husche, aber wir pellen uns doch lieber in die Gummianzüge.

Gestärkt sitzen wir auf und fahren mit nun doch etwas gemäßigterem Tempo Richtung Süden nach Zwettl. Dort wollen wir uns die Zisterzienser Abtei ansehen. Der Regen prasselt erbarmungslos auf uns nieder und es fängt zu allem Übel noch an zu Hageln. In der weiten Landschaft gibt es keine Unterstellmöglichkeit. Aber die Straßen hier sind in gutem Zustand und es gibt doch mehr Geraden als Kurven.  Von der Landschaft sieht man leider nicht viel. Das ist stures Motorradfahren mit Blick auf die Straße.

Wir erreichen Zwettl und wie geplant, hört es auf zu regnen. Wir können uns also trockenen Stiefel die sehr schöne Anlage ansehen.

Nach dem "Wellenritt" haben wir uns ein Eis verdient. Wir beschließen im Land des Mohnanbau in Zwettl ein Café zu suchen.

Wir werden schnell fündig und es gibt sogar Mohneisbecher, bei strahlendem Sonnenschein auf dem Marktplatz von Zwettl.

Hier könnte man ewig sitzen und in dem wunderschönen kleinen Örtchen dem geschäftigen Treiben zu zu schauen.

Aber es ist mittlerweile Nachmittag und wir wollen noch ein paar Kilometer abspulen. Eine freundliche Politesse weißt uns darauf hin, das es verboten ist die Motorräder in der Fußgängerzone zu parken. Es bleibt bei einem Hinweis. Vielen Dank. Nette Gegend mit netten Menschen. Völlig unverkrampft. Das kenn ich aus anders.

Von Zwettl aus ist es nicht mehr weit bis zu unserer Unterkunft. Aber die Straßen und die Landschaft geben nochmal alles. Man könnte fast meinen, das ist eine Entschuldigung für das schlechte Wetter, welches nun vorbei ist. Wir nehmen diese Entschuldigung gern an und fliegen über die Straßen wie in Trance entlang Richtung Süden. Die gesichteten Fahrzeuge auf dieser Strecke lassen sich an einer Hand abzählen. Wir sind im Motorradfahrerparadies. Kurios ist nur wir haben auf der gesamten Tour auch nicht einen Motorradkollegen gesehen.

In der Unterkunft werden wir schon von der Wirtin erwartet um uns mit einen kühlen vom Fass auch Innen zu wässern.

Diese Gegend scheint wirklich ein Geheimtipp zu sein. Man braucht zum Motorradfahren wirklich keine Extreme mit steilen Pässen.

Und....  Vielleicht kenne die Meteorologen diese Gegend auch nicht.......

Video der Tour


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