"Im Odenwald? Da gibt's doch keine Kurven!" empört sich ein Bekannter in meiner neuen Heimat, nimmt aber meinen Vorschlag durchaus ernst, dass ich ihm gerne einmal das Gegenteil beweisen will. Bis heute steht das nun immer noch aus, das Finden eines gemeinsamen Termins und das Wetter wollen einfach nicht mitspielen. Es gibt sie aber doch, die


Land / Region:
Deutschland / Odenwald

Charakter:
Straße

Länge:
ca. 270 km

Reisezeit:
März - Oktober



... Kurven im Odenwald und das nicht zu knapp und obendrein gibt es auch noch jede Menge schöner Flecken und herrlicher Panaromen als schmückendes Beiwerk dazu.

Die Route beginnt im Zentrum des westlichen Odenwaldes an der Kreidacher Höhe bei Wald-Michelbach gleich mit einem Highlight, das leider seit vielen Jahren ab Samstag 14.00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen für Motorradfahrer gesperrt ist: der sogenannten Zotzenbach-Strecke. 9 km purer Kurvenrausch auf der ehemaligen Bergrennstrecke, die derzeit aber mit Vorsicht zu genießen sind, der Asphalt ist die letzten Jahre nicht besser geworden.

Nach einer kurzen kurventechnischen Verschnaufpause durch Mörlenbach ruft schon das nächste Kurvengeschlängel: die Fahrt über die Juhöhe nach Heppenheim. Dort gönnen wir uns in der herrlichen Altstadt eine Verschnaufpause, Auswahl an Lokalitäten gibt es mehr als genug. Auf der B460 verlassen wir bald zügig die Kreisstadt an der Bergstraße und biegen schon bald links ab in ein kleines aber feines Sträßchen nach Seidenbach, das uns mit schönen Ausblicken über Erlenbach nach Fürth im Odenwald führt. Zugegeben, die Fahrt durch Fürth ist des öffteren eine Quälerei, dafür entschädigen die nächsten kurvenreichen Kilometer über das Gumpener Kreuz (B38/B47) nach Winterkasten (tolle Kurven, tolles Panaroma; Augen rechts!) und Neunkirchen (Panoramastopp mit Ausblicken in den Taunus, auf die Skyline von Frankfurt und das Schloss Lichtenberg!).

Über Billings stürzen wir uns ins Fischbachtal und weiter zum schon erwähnten Schloss Lichtenberg, bei dem ein Stop durchaus lohnt, man muss ja nicht gleich Heiraten! Eine Besichtigung oder ein Besuch des Restaurantes oder des Bollwerkes reicht ja auch schon, lecker ist das allemal und die schon oft erwähnten Ausblicke gibt es auch hier zu hauf.

Über Modau landen wir schnell in Neutsch und wer meint, er wäre hier falsch täuscht sich - wir wechseln nur über einen betonierten Feld- und Wiesenweg ins  Mühltal, um von dort die Erstürmung der Burg Falkenstein anzugehen. Doch Vorsicht! Der Abzweig nach links zur Burg Frankenstein liegt versteckt am Ende einer langgestreckten Linkskurve. Tempodrosseln ist hier angesagt, sonst rauschen Mensch und Maschine gnadenlos dran vorbei. Die Burg selbst bietet wieder tolle Ausblicke ins Rheintal, in den Taunus und nach Frankfurt, ein Restaurant mit Panoramaterrasse und an Halloween das angeblich größte Fest seiner Art in Europa (wer's mag). 

Kurvig wenden wir uns bergab zur B426, biegen nach wenigen hundert Metern aber wieder rechts ins Mühltal ein, durch das wir bis Ober-Beerbach und Schmal-Beerbach wedeln (in Steigerts Einkehrmöglichkeit in der Gaststätte Zum Talblick). Brandau und Gadernheim heißen die nächsten Stationen und wem trotz der Kurven langweilig wird - es geht jetzt auf ein kleines aber feines Sträßchen, das uns nach Seidenbuch und über Glattbach zurück auf die B47 führt. So lassen sich langweilige 500 m prima in kurzweilige 5 km verwandeln.

Über die B47 treffen wir wieder auf das schon erwähnte Gumpener Kreuz, vorher warten aber noch phänomenale Ausblicke ins Weschnitztal und Kurven zum Zungeschnalzen auf uns. So nebenbei - oder auch nicht - passieren wir Lindenfels mit seiner Burgruine, von der die Ausblicke noch einmal getoppt werden.

Über Weschnitz führt die Route zur Tromm (Lokal zur schönen Aussicht mit Biergarten, ggf. Wanderung zum Aussichtsturm möglich) und von dort mal wieder über einen saphaltierten Feldweg - für kleine Straßen hab ich was übrig - nach Kocherbach und Wald-Michelbach. Wir sind aber noch lange nicht fertig mit unserer Rundfahrt. Der Kurvenrausch geht weiter über eine kleine aber feine Straße nach Finkenbach, schraubt sich in Richtung Beerfelden in die Höhe und zieht sich, nachdem wir rechts Richtung Rothenburg/Hirschhorn abgebogen sind, nun als Höhenstraße mit flott und zügig zu fahrenden Kurven panaromareich über Rothenburg nach Hirschhorn (Einkehrmöglichkeit im Schloss Hirschhorn mit Terrasse und tollen Ausblicken auf den Neckar!).

Weiter geht es über eine erneut kleine Straße nach Brombach, dort schraubt sich das Sträßchen spannend auf den Hügelrücken - und vor der nun folgenden Abfahrt sei gewarnt: hopriger und schlechter geht es im Odenwald nirgends! Wohl dem, der über die Luxus-Einstellung "Comfort" an seinem Moped verfügt. Wir landen durchgeschüttelt, nicht gerührt, im Lachsbachtal, kurz vor Heddesbach, biegen aber schon nach wenigen Metern rechts ab in Richtung Heiligkreuzsteinach. Einspurig und kurvenreich geht es durch den Wald - Spaß pur, aber Vorsicht, das Sträßchen ist nicht frei von Gegenverkehr und so mancher hat da schon einen Flug in den Wald hingelegt. Von Heilgkreuzsteinach aus steuern wir, wie könnte es anders sein, kurvenreich Wilhelmsfeld an, wo sich nunmehr die Gaststätte Talblick als Stopp anbietet. Das Panaroma gibt es gratis dazu.

Frisch gestärkt geht es nach Schönau, dort erneut auf eine sehr schmale Straße nach Darsberg mit Ausblicken bis ins Heilbronner Land. Zügig geht es hinab ins Neckartal nach Neckarsteinach (Altstadt, Biergarten am Neckar, Vierburgenstadt), weiter entspannt entlang des Neckars nach Ziegelhausen und zurück über Peterstal nach Wilhelmsfeld. Wir stürzen uns zügig hinab ins Katzental (Richtung Schriesheim) und setzen die kurvenreiche Fahrt (Vorsicht am Abzweig in Richtung Altenbach! Sehr spitzer Winkel!) über Ursenbach, Ober- und Unter-Flockenbach fort, wo wir im Gorxheimer Tal ankommen. Auch wenn das mehr als verlockend wäre: wir biegen nun nicht rechts ab, um über Trösel nach Abtsteinach zu fahren (ok - wer's nicht lassen kann ... aber wieder zurückkommen, gelle! Macht ja auch Höllenspaß, das Ende des Gorxheimer Tales), sondern halten uns links in Richtung Weinheim, denn es wartet ein richtiges Schmankerl auf uns: die fantastische Auffahrt von Gorxheim nach Buchklingen.

Letzlich landen wir im weiteren Verlauf dann doch in Absteinach, wo abermals ein kleines, wenig mehr als einspuriges, aber superfeines Sträßchen wartet, das uns in schier endlosen Kurven über Mackenheim ins Tal und dort wieder breiter über Kreidach zu unserem Ausgangspunkt Kreidacher Höhe zurückführt.


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