Zuerst möchte ich meinen Dank richten an Ulf Böhringer, der mit seinem Bericht „von Südspanien nach Niederbayern“ für Inspirationen gesorgt hat, aus der eine wunderschöne Rundreise in den Süden Spaniens entstanden ist. Eine Motorradtour, die mit der Anreise nach Genua beginnt, uns mit der Fähre nach Barcelona befördert, über


Land / Region:
Spanien / La Mancha

Charakter:
Straße

Länge:
2x400

Reisezeit:
Mai



... mehrere Etappen bis Almeria und über Frankreich wieder nach Hause führt.

Tag 1   

Da wir nicht gerne stupide Autobahn fahren, liegt unser erstes Ziel oberhalb dem Comer See. So beginnt die Reise entspannt gegen 9 Uhr auf der A7 Richtung Alpen. Kurz hinter Landeck machen wir an einem Supermarkt Rast, sorgen für weiteren Proviant und nehmen Leberkäswecken als Mittagessen zu uns. Die Streckenführung durch die Schweiz entlang des Inn ist eigentlich sehr schön, nur fällt es enorm schwer, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 80km/h zu halten. Für Abwechslung sorgt ein schweizer Maserati, der uns für eine Weile in seinem Sog nimmt. Nach Erreichen der italienischen Grenze geht es auf dem Maloya-Pass in diesen Belangen etwas entspannter zu. Richtung Chiavenna üben wir schon mal das Fahren auf den Flanken unserer Bereifung. Der Verkehr wird etwas dichter, so erreichen wir den Comer See gegen 17:30. Nach einem Kaffee am Seeufer steigen wir nochmal auf und fahren die letzten 8 km bergauf zum Hotel Tamola. Die Straße wird am Ende sehr schmal und hat enge Kehren. Ein Auto und ein Motorrad passen hier nicht mehr aneinander vorbei. Dafür ist das Panorama mit Blick auf den See imposant. Wir werden sehr freundlich aufgenommen, Bier und Snacks werden schon gereicht, bevor wir die Zimmer beziehen. Die Gemäuer aus großen, grauen Steinen verleihen dem Gebäude einen uralten, aber schönen Flair. Alles macht einen sauberen Eindruck. Die Wahl für dieses Hotel haben wir wegen der guten Bewertung des Essens und des Preises von 39€/Person getroffen. Beim Abendessen werden wir nicht enttäuscht. Die Küche wartet mit einigen kulinarischen Spezialitäten der einheimischen Küche auf, die Vorspeisen sind reichhaltig und der Preis schont unser Portemonnaie. Einzig die Doppelbetten sind zu bemängeln. Wenn sich der Nachbar im Bett dreht federt man mit, dass man dabei Seekrank werden könnte. In weiblicher Gesellschaft ist das vielleicht ja ganz nett.

Tag 2

 Nach reichhaltigem Frühstück fahren wir gegen 9 Uhr wieder die enge Straße hinunter zum See. Wir wählen das Tunnelwerk an der Ostküste und kommen so schnell voran vorbei an Mailand Richtung Piacenza. Ein kleiner Umweg führt uns in das im Apenningebirge liegende Val Trebbia. Zunächst ist am Stadtrand noch stop and go angesagt, aber dann entpuppt sich die Straße als absolut tauglich. Etliche einheimische Motorräder heizen mit uns durch dieses schöne Tal. Eine geniale Alternative zur Autobahn! Wir gewinnen auf kurvenreichem Verlauf an Höhe und können tief nach unten auf den Fluss Trebbia schauen. An einigen gut zugänglichen Stellen des Ufers aalen sich leicht bekleidete Gäste in der Sonne und nehmen ein kühles Bad. Wegen des warmen Wetters würde ich es ihnen gerne gleich tun, aber die Zeit drängt und so gibt es nur eine innere Erfrischung in Form von Wasser und Cappuccino an einer Bar. Wir sollten gegen 16 Uhr in Genua aufschlagen und der Weg ist noch weit. Da keine nennenswerten Hindernisse auftreten fahren wir nahezu punktgenau im Hafen ein und stehen erst mal in einer Schlange zur Passkontrolle. Ach ja, die Fähre geht weiter nach Tanger Med, Marokko. Nach einigem stop and go erhalten wir unsere Tickets und reihen uns ein in die nächste Schlange. Es warten viele Autos mit unglaublichen Dachaufbauten auf die Verladung. Auch die Innenräume sind befüllt, dass kaum mehr Platz ist für die Insassen. Aufgrund der Hitze beginnen wir in unserer Kluft im eigenen Saft zu garen. Ich beobachte ein paar Biker, die versuchen ein Motorrad anzuschieben und denke gerade, das würde mir jetzt den Rest geben, als Klaus schimpft: „die scheiß Kistn springt ned a“. Häufige Starts mit Licht und laufendem Kühler waren zu viel für die Batterie. Es benötigt einige Spurts um die Yamaha wieder ins Leben zu erwecken. Manne hat wohl an alles gedacht. Mithilfe von Traubenzucker haucht er wieder etwas Leben in uns ein. Danach geht es zügig. Nach einer Dusche in den Kabinen begeben wir uns auf Deck und beobachten das weitere Beladen des Schiffes. Die Excelsior der GNV hat eine Länge von 202m, kann 760 Fahrzeuge und 2230 Personen aufnehmen. Die Fähre ist wohl proppevoll und legt um 19 Uhr mit 1 Stunde Verspätung ab. Nebenbei haben wir einen Tisch beschlagnahmt, auf dem Dosenwurst und Brötchen zum Vesper ausgebreitet werden. Dazu werden einige Flaschen Merlot gereicht, den wir im Supermarkt im Hafen noch schnell organisiert haben.

PS: Die Beschreibung dieses Berichts habe ich auf 5 Teile a 2 Tage aufgeteilt, um so ein paar Bilder mehr einstellen zu können und vernünftige gpx Dateien bereitstellen zu können. 10 Tage hört sich nach einer langen Reise an. Da wir Freitag starten und Sonntag wieder zurückkommen fühlt sich das eher wie eine starke Woche an. Die Beschreibung der Tag 3 bis 10 werden interessanter und spannen. Es lohnt sich weiterzulesen!


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