Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. (Frei nach Johann Wolfgang von Goethe). Der Mann hat ja sowas von recht, auch wenn er schon nahezu 200 Jahre nicht mehr unter den Lebenden weilt. Also geht’s auf Tour ins Sauerland mit dem Ziel „Einbergsee“ im Naturpark Rothaargebirge.


Land / Region:
Deutschland / Sauerland

Charakter:
Straße

Länge:
179 km

Reisezeit:
März - Oktober



Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. (Frei nach Johann Wolfgang von Goethe). Der Mann hat ja sowas von recht, auch wenn er schon nahezu 200 Jahre nicht mehr unter den Lebenden weilt. Also geht’s auf Tour ins Sauerland mit dem Ziel „Einbergsee“ im Naturpark Rothaargebirge.

Sieben Männer und sieben Maschinen starten bei Kaiserwetter in östlicher Richtung an der K3 in Hohenplanken bei Halver. Vorbei an der Kerspetalsperre und durch das untere Kerspetal lassen wir uns abseits der Zivilisation über einspurige Asphaltbänder treiben und erreichen planmäßig nach 38 Kilometern den ersten Pausenpunkt an der Staumauer der Oestertalsperre. Okay, 38 Kilometer sind keine Marathon-Disziplin, aber wir sind allesamt Ruheständler jenseits der 65 und da sind per Gesetz Pausen nach fest definierten Strecken nun mal vorgeschrieben.

Nach gefühlten 20 Minuten oder zwei Zigarettenlängen (Maßstab für diejenigen, die es nicht lassen können) setzt sich der Tross wieder in Bewegung um die restlichen 50 Kilometer bis zum Tourenziel unter die Räder zu nehmen. Nach dem Durchqueren der Kleinstadt Finnentrop, den Gourmets unter uns durch edelste Wurstwaren und andere Leckereien der Firma Metten bekannt, bewegen wir unsere Fuhrwerke (fünf BMW, eine Honda geduldet und eine Suzuki ebenfalls geduldet) erneut durch Landstriche mit einer Bevölkerungsdichte von weniger als 100 Einwohnern pro Quadratkilometer. Mit anderen Worten - Natur, Feld, Wald und Wiese pur.

Dann haben wir das Tourenziel erreicht, den idyllisch gelegenen Einbergsee (Esmeckesee) bei Wenholthausen (Bild 4). Perfekt auf Biker eingestellt - so die einhellige Meinung meiner Mitstreiter. Parkplätze in prädestinierter Lage mit weißen Markierungen auf dem Asphalt im Schrägformat, Größe 1,50 m x 2,50 m. Akurat parken wir unsere Zweiräder auf den markierten Flächen. Ohne Vorwarnung erscheint urplötzlich aus dem Nichts ein Vertreter des örtlichen Trachtenvereins (Staatsgewalt in Uniform) und erklärt uns in akzentfreiem sauerländischem Hochdeutsch, dass das Parken an dieser Stelle verboten sei. Irritiert schauen wir den Uniformierten an und nehmen seine Belehrung entgegen: Diese Markierungen bedeuten nach sauerländischer Gesetzgebung „Fläche freihalten“. Oh Mann, wer soll das wissen! Aber da heute ein so schöner Tag ist und wir die Belehrung mit unterwürfigem Gesichtsausdruck quittieren, dürfen wir ausnahmsweise stehen bleiben.

Gleich gegenüber lockt Armins Blockhütte mit dem Duft frisch gegrillter Finnentroper Bratwurst (Bild 5). Es herrscht Hochbetrieb, obwohl der Einbergsee und die Blockhütte unter Insidern immer noch als Geheimtipp gehandelt werden. Mit etwas Verhandlungsgeschick können wir sieben Stühle und einen Rundtisch in Beschlag nehmen und dann steigern wir den Umsatz des rustikalen gastronomischen Betriebes.

Weiter führt die Tour über Grevenstein, vorbei an einer Institution die hervorragenden Hopfenblütentee produziert (Veltins Pils), in Richtung Neuenrade. Die Straße und die Streckenführung sind in jeder Hinsicht ein Gedicht und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die Kollegen mit den gelben Kennzeichen in hellen Scharen den Asphalt strapazieren. Die demographische Entwicklung des Sauerlandes dürfte in absehbarer Zeit ohnehin dazu führen, dass Holländisch als Amtssprache eingeführt wird.

Über Altena, Rummenohl und Breckerfeld erreichen wir den Ausgangspunkt unserer Rundtour. 179 Kilometer die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.


Trackviewer und Höhendiagramm werden Ihnen präsentiert von www.GpsWandern.de.

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