Tag 13 - vom slowakischen Paradies nach Zvolen (270 km)

Letzter Versuch! Bisher hatten wir mit der hohen Tatra kein Glück. Nebel und Wolken versperrten immer wieder den Blick auf die Berge und Gipfel, nur ein einziges Mal tat sich eine kleine Lücke auf. Die Aussichten sind perfekt, der Himmel strahlt von seiner blauesten Seite, die


Land / Region:
Slowakei / mittlere Slowakei

Charakter:
Asphaltstraßen

Länge:
570

Reisezeit:
Mai - September



... Luft ist klar und die ist Sicht perfekt rund um unser Hotel Biela Dama. Packen ist inzwischen Routine, schnell kann es losgehen, zunächst nach Spisske Podhradie wo wir einen letzten Blick auf die Zipser Burg werfen und dann auf die "19" nach Poprad einschwenken. Direkt vor uns: die Hohe Tatra - in Wolken. Keine Berge, keine Gipfel, keine Lücke im dichten Vorhang und das bleibt so bis Poprad, wo wir in südliche Richtung weiter fahren, um wieder ins slowakische Paradies zu gelangen und über den Pass Vernár (1053 m) in den Süden wollen. Die spannende Straße führt kurvenreich, fast hochalpin durch ein Tal zwischen Niederer Tatra und slowakischen Paradies in südliche Richtung, senkt sich nach der Passhöhe sanft aber weiterhin kurvig ab und führt durch die wunderschöne abgeschiedene Landschaft des nördlichen slowakischen Karstes, der das größte Karstgebiet Mitteleuropas darstellt und neben schönen Tälern und Hochebenen v.a. einige sehenswerte Höhlen zu bieten hat.

Eine davon ist unser Ziel: die Achtener Aragonithöhle in der Nähe des Dorfes Ochtina. Den Innenraum der Höhle bildet das Mineral Aragonit, das hier aber keine gewöhnlichen Stalagmite und Stalagtite bildet, sondern eine Art von milchweißen Büscheln, Ästchen und Sträuchlein. Ein in seiner Art weltweit einmaliges Naturphänomen; ähnliche Aragonithöhlen gibt es weltweit nur noch an drei weiteren Orten in Tschechien, Mexiko und Argentinien zu bewundern. Ein faszinierendes Erlebnis, das mensch sich nicht entgehen lassen sollte. Der Weg dorthin ist gut beschildert, die Höhle nicht zu verfehlen, auch wenn sie "am Ende der Welt" zu liegen scheint.

Nach der Besichtigung steigen wir fasziniert wieder auf die Bikes und lassen uns nun, ohne es vorher zu ahnen, ein faszinierendes Straßen- und Landschaftsgemälde schmecken. Immer auf der "526" bleibend, winden wir uns auf diesem Sträßchen stetig gen Westen und können es manchmal gar nicht glauben, wie schön und faszinierend dieser einsame Weg durch eine abgeschiedene Landschaft zu führen vermag. Vor allem der erste Teil von Jelsava bis Hnusta ist ein einziges nicht enden wollendes Geschlängel, vorbei an Gehöften und kleinsten Dörfern im stetigen Auf und Ab nahezu perfekt an das Gelände angepasst.

In der Nähe von Zvolen beziehen wir unser einsames im Wald gelegenes Quartier, das wir ohne die perfekte Beschilderung niemals gefunden hätten. Auf der riesigen Terrasse vor dem Haus, genießen wir am Abend bei Kerzenschein und Gruselgeschichten über herumstreunende Bären und Füchse unser Abendessen.

Tag 14 - Schloss Bojnice und eine erneute Kurvenhatz (160 km)

Das wohl schönste und meist besuchte Schloss der Slowakei - ach was, Mitteleuropas! - befindet sich im Kurort Bojnice. Heute hat das Schloss, das sich auf einem Travertinhügel vor dem Strážov-Bergland über der Stadt Bojnice erhebt und eine der ältesten slowakischen Burgen darstellt, eine ähnliche Bedeutung wie Schloss Neuschwanstein in Deutschland. Und es gibt noch weitere Parallelen: beide Landesfürsten wurden am Lebensende als wahnsinnig abgestempelt (!) und die Arbeiten an beiden Anlagen verschlangen riesige Summen. Unbedingt Zeit für eine Führung einplanen! Es lohnt sich wirklich, im Schlossinneren gibt es den Weinitzer Altar, den goldenen Saal, den orientalischen Salon und viel Interieur zu bewundern, was wir auch ausgiebigst erledigten. Ein untrennbarer Bestanteil des Schlossareals sind ein Park und ein Waldpark, welche die eindrucksvolle Kulisse abrunden. Rund um das Schloss gibt es zahllose Lokale, die zu einer Rast einladen. 

Nach so viel Kultur braucht es auch mal wieder ein wenig Spaß auf dem Asphalt und was wäre dazu besser geeignet als eine slowakische "Rennstrecke". Zwischen Trucianske Teplice im Westen und Banska Bystrica im Osten führt die "14" am südlichen Rand der großen Fatra durch ein wahres Kurvenreich, so dass es sich schon zwangsläufig zu einem echten Bikertreff entwickelt hat. Jedenfalls haben wir auf der ganzen Reise durch die Slowakei keine solche Ansammlung an "Hummeln" gesehen und gehört und die bestens ausgebaute Straße gibt dem auch Recht.

Für die hübsch renovierte Altstadt von Banska Bystrica haben wir leider keine Zeit mehr, im Sonnenuntergang zieht es uns zügig zu unserem Quartier und einem zweiten Abendessen im Kerzenschein.

Tag 15 - von Zvolen zum Chateau Bela (145 km)

Banská Štiavnica ist unser nächstes Ziel und das ist mal wieder Weltkulturerbe und zudem die älteste Bergstadt der Slowakei. Die Stadt ist terrassenförmig angelegt und liegt mit seinen malerischen Gassen an den Ausläufern des Schemnitzer Gebirges. Neben dem Rathaus mit seiner kuriosen Uhr, laden auch das alte und neue Schloss zum Verweilen ein. Wer noch nicht genug gesehen hat: ca. 4 km südlich von Banská Štiavnica lohnt das vierflügelige Barockschloss Sväty Anton mit Jagd- und Falknereimuseum einen weiteren Stopp.  

Die Route zum Städtchen ist nicht sonderlich spektakulär, aber landschaftlich schön und am Ende doch mit einigen Kurven gespickt, bevor man über eine Bergkuppe kommend die Stadt erreicht. Ein Tipp: am Scheitel rechts in den kleinen Weg einfahren, dort bieten sich nach ca. 100 m tolle Ausblicke, v.a. hinüber zur doppeltürmigen Kalvarienkirche auf dem Scharfenberg.

Viel Zeit haben wir uns für die Besichtigungen gelassen, nun kommen wieder die Reifen ans rollen. Zunächst das breite Tal gen Süden, aber schon bald sind es wieder die kleinen Straßen, die wir suchen und finden und die uns auch hier wieder zu begeistern wissen. Zu empfehlen wäre hier zunächst das Sträßchen zwischen Prencov und Bohunice mit abermals toller Straßenführung und schönen Panoramen - ääh, Panaromen ...

Auch südlich der "75" überrascht uns die Straße bis Pavlova mit Einsamkeit, schönen Ausblicken und durchaus spannender Streckenführung. Langweilig war's jedenfalls nicht, v.a. weil die Straße immer mal entlang eines Baches und dann wieder auf einem kleinen Höhenzug entlang führt.

Frühzeitig erreichen wir schließlich unser nächstes Quartier, das Chateau Bela in dem wir die nächsten drei Nächte verbringen werden. Eigentlich nicht unsere Kragenweite - aber zu DEM Schnäppchenpreis konnte ich einfach nicht nein sagen.


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