Am heutigen Tag passiert eigentlich nix … außer dass wir zu einem der grandiosesten Naturschauspiele fahren, welche die Region, in der wir uns befinden, zu bieten hat. Die lässt sich aber nicht einfach hinter Hügeln, auf Bergen, in irgendwelchen Schluchten oder am Ausgang einer Kurve oder gar in Gebäuden bewundern, sondern unter der Erde:


Land / Region:
Italien / Toskana, Marken

Charakter:
Straße

Länge:
285

Reisezeit:
April - Oktober



... die Grotte di Frasassi.

Die Grotten von Frasassi sind erst 1971 per Zufall durch eine Gruppe junger Alpinisten entdeckt und einig Jahre später dem Publikum zugänglich gemacht worden. Der gesamte Komplex des umfangreichen Höhlensystems ist ca. 25 km lang und zählt zu den schönsten Tropfsteinhöhlen der Welt. Besonders beeindruckend ist die Haupthöhle, welche eine Höhe von 200 m, eine Grundfläche von 180 m x 120 m hat und bei einem Gesamtvolumen von mehr als 2 Mio. Kubikmetern sogar Platz für den Mailänder Dom bietet. Damit gilt sie als größte Höhle Europas. Innerhalb der Karsthöhlen können zahlreiche über 190.000.000 Jahre (!) alte Skulpturen bewundert werden, die größten Stalagmiten haben eine Höhe von bis zu 20 m. Führungen gibt es zu festen Zeiten auch in Deutsch. Beachten sollte mensch noch, dass die Temperatur das ganze Jahr gleichmäßige 14° beträgt.

Ein fantastisches,  atemberaubendes und unvergessliches Erlebnis. Das Betreten des riesigen ersten Raumes ruft erst einmal ungläubiges Staunen hervor, die Dimensionen lassen sich erst nach fassungslos staunenden Minuten langsam erfassen. Die Stalakmiten sind einfach von unvorstellbarer Größe und wenn man direkt davor steht, kommen sie einem wie Gebäude vor. Aber auch die anderen folgenden Räume wissen durch ihre Gebilde und kleinen unterirdischen Seen zu beeindrucken. Am Ende der etwa 90-minütigen Führung war ich jedenfalls völlig geplättet.

So nebenbei: die Temperatur war für uns eine Wohltat, waren wir doch im heißesten italienischen Juni ever unterwegs. Zu gerne hätte ich ein Dauerticket gelöst.

Die Fahrt zu den Höhlen haben wir zunächst ein wenig beschleunigt, indem wir die gut ausgebaute vierspurige Straße/Autobahn nach Arezzo zwischen Pieve Santo Stefano und Citta di Castello (ca. 30 km) und auf dem Rückweg nochmal ab Umbertide (ca. 40 km) für uns nutzen, um ausreichend Zeit für die Besichtigung und das ganze drumherum zu haben. So ganz ohne Kurven kommen wir allerdings doch nicht zur Höhle. Zunächst wartet die Bocca Seriola (730 m) auf uns, ab da arbeiten wir uns kurvenreich durch die Berge und erreichen nach „nur“ 150 km bei Temperaturen von 34° unser Ziel. Über den Naturpark Montebello gelangen wir auf der Rückfahrt dann nach Umbertide und über die oben schon erwähnte Schnellrutsch SS3 zurück zu unserem Quartier.

Die Anfahrt durch die Berge kann auch zeitlich abgekürzt werden, eine schnellere Route ist über die SS3 im Tibertal bis Ubertine, dann die SS219 über Gubbio (beindruckende mittelalterliche Stadt) möglich (ca. 140 km). Der Rückweg dann auf der gleichen Route retour.


Trackviewer und Höhendiagramm werden Ihnen präsentiert von www.GpsWandern.de.

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