Jul 292017
 

Reisebericht Vietnam

Zweiradfokussierter Kurzreport aus einem erstaunlichen Land.

Eueren Marco war nun das dritte Mal in Vietnam gewesen (2002 in Saigon & dem Süden, 2010 die ganze Küstenlinie  von HoChiMin-City nach Hanoi, und


Land / Region:
Nord-Vietnam / Nord-Vietnam

Charakter:
Strasse

Länge:


Reisezeit:
Mai



... nun den Norden mit HalongBay-Area und SaPa) und ist nun wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt.

Erst ganz langsam bekommt er eine Vorstellung von diesem abwechslungsreichen Land : Fast 1800 km Küstenline vom Süden in den Norden, 2 Klimazonen von subtropisch bis gemässigt tropisch mit sehr unterschiedlichen Menschen, die noch unterschiedlichere Dialekte sprechen.

Auffallend ist, dass Vietnam eine rasante wirtschaftliche Entwicklung durchmacht (seit 10 Jahren jährl. Steigerung BruttoSozProdukt um 7%!). Es geht den Menschen finanziell jedes Jahr besser, was man an der Verkehrssituation erkennen kann. Während vor 7 Jahren die Fahrräder das Strassenbild der größeren Städte beherrschten, spielt das Velo heute kaum mehr eine Rolle. Nun sind es die Millionen von Moppeds/Kleinmotorrädern, die dem Betrachter ins Auge fallen. Autos gibt es auch eine ganze Menge, der Umstieg vom Mopped zum PKW wird jedoch von der (nach wie vor sozialistischen) Regierung durch hohe Luxussteuern erschwert. Gerade deutsche Nobel-PKWs werden mit einer mehr als 150%igen Luxussteuer belegt. Da es solche Marketing-Spässken wie  "Leasing" oder "Mietkauf" Im Unterschied zu Deutschland nicht gibt, wissen die Vietnamesen sehr genau, wie es um die Finanzkraft eines Porsche-Cayenne-Fahrers bestellt ist und lassen ihm im Strassenverkehr im Zweifelsfall den Vortritt. Eine typische Verkehrsszene schaut dann etwa so aus :

Diese wirtschaftliche Aufstieg hat natürlich seinen Preis : Einerseits der völlig sorglose Umgang der Menschen mit Plastikmüll (die Vietnamesen lieben leider bunten Plastik-Kram, wie Eis-Löffelchen, gedrehte Strohhalme und so), der irgendwann ins Meer gespült wird und dort vielerorts das Baden verleidet. Wobei speziell Hanoi in den letzten Jahren auffallend sauber geworden ist. Die Stadtverwaltung scheint den Zusammenhang von Dreck und Wohlstand verstanden zu haben.

Andererseits hat eine ungeheuere Bautätigkeit, gerade in den Touristengebieten, eingesetzt. In den beliebten Küstenregionen, etwa um Nha Trang, Danang oder auch CatBa sieht man eine erstaunliche Vielzahl von Baustellen, wo (häufig weibliche) Bauarbeiter in Flip-Flops und mit Strohhut (natürlich ohne Helm) werkeln. Wer in diesen Gegenden einen erholsamen Urlaub erleben will, sollte darauf achten, dass im näheren Umkreis um sein Hotel keine Baustelle ist. Ansonsten wird er morgens um 5 Uhr von Kreissägengesängen geweckt und jeden Tag mit Presslufthämmern begleitet. Selbstreden auch Samstag/Sonntags...

Was hat Marco in Vietnam gemacht?

Er hat sich an die Gegebenheiten angepasst und die Gegend mit dem gleichen Vehikel erkundet, wie er das meistens in Asien macht : Mit dem Mopped. Wobei der Ausdruck "Mopped" in Vietnam mehr zutrifft als in seinen Nachbarländern.

Anders als z.B. in Thailand gibt es hier eigentlich nur Moppeds/Roller mit etwa 125ccm. In den Metropolen sind für Ausländer, die mal "Strecke machen" wollen, leihweise auch 200er Bajas (Honda) erhältlich oder (ziemlich selten) auch 250er Honda-Enduros. Wohl liegt es an der zahlreichen Regularien der (nach wie vor) sozialistischen Regierung, dass man keine großvolumigeren Zweiräder sieht.

Und so wird ein Zweirad in Vietnam als Lastenesel, Transport-Gefährt oder Mini-Taxi gesehen (auch mal mit 4-5 Personen bestückt), nicht jedoch als Hobby- und Freizeitspass. Die Dinger sind praktisch, aber ziemlich spassbefreit.

Wie immer hat er sich auch dieses Mal Euer  Marco am Meer (genauer auf der Insel CatBa) ein Zweirad gemietet. Und zwar das größte, dass dort zu bekommen war : Ein rollerähnliches Mopped mit 125 ccm. Hat keine Gänge, nur Fliehkraftkupplung und fährt bestimmt so 100 Sachen. Derart atemberaubenden Geschwindigkeiten hab ich mich aber allein der Verkehrsverhältnisse wegen nicht angenähert.

Typisches Zweirad in Vietnam

Auch in Vietnam ist Moppedfahren herrlich unkompliziert, man kommt damit überall hin und schwitzen tut man auch net. Nicht nur wegen der fehlenden Schutzkleidung, die es nirgends gibt und die auch keiner tragen würde. Abgesehen von einem blauen Alibi-Plastikhelm. Alibi deshalb, weil jeder deutsche Bauhelm einen höheren "Schock-Einwirkungsvermeidungswert" hat. Nicht nur, dass der Inhalt billigster Styropor ist, so wie das Dingens aussieht, ist es schon Dutzende Male auffen Boden gefallen. Und richtig passen tut er auch net. Aber was solls, der lieben Polizei wegen musste son Hut halt tragen. Dafür : Wenn er nicht zu ist - macht nichts...

Angeblich gibt es täglich 28 Verkehrsunfälle in Vietnam (bei denen zu 70% Zweiradfahrer beteiligt sind), aber was ist das schon bei guten 90 Mio Einwohner. Von denen gefühlsmäßig 80% Mopped fahren (Auto ist insbesondere auffem Land immer noch die Ausnahme). Eine interessante Zahl, wenn man bedenkt dass vor 7 Jahren die meisten noch mittem Fahrrad rumgekurvt sind. Die allermeisten davon haben sich offensichtlich in Hanoi zusammengerottet und fahren anscheinend immer dort rum, wo ich jeweils über die Straße will... ;)

Mein Rollermopped hat mich am Tag 6 US-Dollar gekostet (die Währung ist eigentlich vietnam.Dong, aber verschiedene Kleinigkeiten werden üblicherweise in Dollar aufgerufen) und war -wie üblich- gerade mit soviel Benzin bestückt, dassde grad so zur Tanke kommst. Wennde das Dingens abends (oder auch nach ein paar Tagen) zurückgibst, zapft der Eigentümer das überflüssige Benzin ab und verkauft es anderweitig in den typischen verschrammelten ein-Liter-Fantaflaschen. Wenn Du am nächsten Tag wieder genau das gleiche Mopped mieten willst, ist dem Besitzer seine Benzinver-wertung zwar einigermassen peinlich, was aber nichts ändert : Das erste Fahrtziel gilt der Tankstelle, wo man für2- 4€ den Tank füllen muss. Anders als in Thailand, Malaysia oder  Kambodscha wird hier mit dem Vermieter kein Vertrag (Kein "Hiring-contract" o.ä) gemacht (vielleicht ist dies in den Hauptstädten anders?), auch eine irgendwie geartete Versicherung ist offensichtlich unbekannt.

Der Vermieter meines Moppeds meinte in (gebrochenem) Englisch nur "wennde was kaputt machst, mußtes bezahlen!". Logo eigentlich, oder? Wie der Fall jedoch ist, wenn man einen Schaden verursacht (z.B. jemanden anfährt), wollte ich mir lieber nicht vorstellen. Da ich aber auf einem motorisierten Zweirad nicht (mehr) besoffen unterwegs bin, und die Durchschnittsgeschwindigkeit deutlich geringer als in D ist, schien mir das Risiko überschaubar...

"Und was ist, wenn das Ding geklaut wird?" hab ich den Vermieter noch gefragt. Der hat nur gegrinst, deutete auf die lange Reihe von sehr ähnlichen Moppeds am Straßenrand und sagte gelangweilt "Why wanna steal, when everybody has same?" Obwohl es gravierende Unterschiede im Erhaltungszustand der Moppeds gibt, hatte er wohl nicht ganz Unrecht. Und so hab ich mich beim abendlichen Abstellen halt mit dem sorgsamen Abschließen des Lenkradschlosses begnügt.  

Das Fahren selber ist völlig unkompliziert. Obwohl es auch in Vietnam kaum Verkehrsregeln zu geben scheint (außer Verkehrsampeln in den großen Metropolen, an die sich ca. 90% der Verkehrsteilnehmer halten), gilt eine goldene Regel "Dont hit anyone!". Auf hessisch würde man sagen "Musst halt e bissi uffpasse!" In der Praxis bemüht sich jeder Verkehrsteilnehmer in diesem südostasiatischen Land, vorausschauend zu fahren, mit allem zu rechnen und keine Kollision zu erleiden/zu verursachen. Um den Preis, dass der ganze Verkehrsfluss langsamer ist, als bei uns, fahren die Vietnamesen bedacht. Jedes Verkehrshindernis wird zügig aber blechschonend umfahren, egal wie. Auf einer der (wenigen) Autobahnen fahren die großen Reisebusse im Überholvorgang gerne (und ständig) über die doppelte/durchgezogene Linie. Es gibt kein Rechtsfahrgebot, jeder fährt halt so wie er will. Auf der Autobahn (in Vietnam ist das Steuer wie bei uns auf der linken Seite) fahren die meisten links und werden dann rechts folgerichtig überholt.

Erstaunlich ist, dass das ganz gut funktioniert. Der Verkehrsfluss kommt mir wesentlich geordneter (ein gewagtes Wort!) vor, als z.B. im Nachbarland Kambodscha. Auch in Thailand ist der Verkehr für uns Langnasen schlechter berechenbar, was aber an den unterschiedlichen PS-Stärken liegen mag (in Thailand muss man Pferdekarren genauso rechnen wie mit einer 4-Zyl-170-PS-Kawa) In Vietnam ist alles berechenbarer : Es gibt hauptsächlich Moppeds, die zum Einkaufen (und zum Transport) benutzt werden in überschaubaren PS-Stärken. Spassmobile sind genauso unbekannt wie zugedröhnte Touris auf den selben...

Verkehrsgewimmel in Haiphong

Mittlerweile habe ich auch gelernt, wie man als Fussgänger zu Zeiten der Rushhour eine Straße überquert. Das Zauberwort lautet "berechenbarer Vortrieb" : Man sucht sich eine Lücke im Verkehr, behält den Verkehr im Auge und geht langsam, aber gleichmäßig über die Straße. Der Verkehr brandet erst vor einem vorbei, später wird man vom Verkehr umspült, bis man das Heer der Moppeds hinter sich vorbeifahren hört. Irgendwann habe ich mich im lautstarken Verkehr (der Vietnamese hupt im Zweifelsfall) sogar ganz sicher gefühlt.

Erstaunlicherweise ist Vietnam in machen  Bereichen ein gutes Stück fortschrittlicher als wir. Nicht nur, dasses praktisch überall WLAN gibt. Jeder noch so kleine Imbiss hat stolz ein Schild "WIFI free"

Schild Wifi free

Auch Busse auf größeren Strecken haben ein eigenes WLAN-Netz, meist ohne irgendein Passswort.In diesem Zusammenhang : Hab mal einen jungen Burschen erlebt, der mit seinem Mobilphone am Straßenrand stand und immer die 30 Sekunden Netz ausgenützt hat, wenn ein Bus vorbeifuhr. Erfinderisch & clever!

Neuerungen sind nicht immer ungefährlich...

Auch Elektrofahrzeuge nehmen einen deutlich größeren Anteil am Straßenverkehr ein, als bei uns. In Hanoi dürfte mindestens jedes 20.Zweirad bereits elektrogetrieben sein. (Auffem ersten Bild, das rote Ding im Vordergrund, das ist so ein Elektroteil). Diese Elektro-Scooter sind anscheinend wegen der Faktoren praktisch, sauber & sparsam so beliebt. Ich persönlich mag die Dinger nicht und halte sie sogar für extrem gefährlich! Egal wo ich bin, im Straßenverkehr spielt mein Hörvermögen stets eine erhebliche Rolle. In Hanoi bin ich von diesen Elektro-Teilen zweimal fast überfahren worden. Nicht nur, dass die Dinger ziemlich schnell sind (fahren bestimmt um die 70 km/h), man hört - nichts. Gar nichts! Auch wenn ich den Spruch "Loud pipes safe live" immer für pupertäres Gelaber gehalten hab, das kann es ja auch nicht sein! Für meinen Teil gehe ich im Straßenverkehr davon aus, dass ein schnellerer Gegenstand als ein Fahrrad (und mit einer ganz anderen Masse) durch Hören zu verorten ist! Wie ich mittlerweile in Erfahrung gebracht habe, ist das Problem dem deutschen Verkehrsministerium auch bekannt. Man überlegt hierzulande schon, ob zukünftig bei Elektrofahrzeugen ein geschwindigkeitsabhängiger Ton (Rattern. Pfeifen o.ä.) vorgeschrieben sein sollte.

Zur Sicherheit allgemein ist zu sagen, dass ich mich in noch keinem asiatischen Land so sicher gefühlt habe wie in Vietnam. Obwohl man kaum Polizei auf den Straßen sieht (wahrscheinlich viel Geheimpolizei, noch aus der Sozi-Ära), halte ich das Risiko dort einem Verbrechen/Gewalttat zum Opfer zu fallen, mal mindestens (!) so gering wie in Deutschland! Irgendwie kommen mir die Vietnamesen ausgeglichener/geregelter vor als ihre Nachbarn.

Während in Thailand und Kambodscha man abends (bzw. am Wochenende) schon mal stinkbesoffene Jugendliche verorten kann (ist ja eigentlich auch ein Stückweit normal), ist mir das in Vietnam nie aufgefallen. Die Menschen sind stets freundlich, offen und gerade zu begierig ihre rudimentären Englischkenntnisse auszuprobieren. Im Prinzip kann man sagen, dass die Vietnamesen ein lebenslustiges Völkchen sind, die vorzugsweise Spaß haben wollen :

Auch Prostitution scheint es nicht zu geben, zumindest für uns Westler nicht sichtbar. Recht ungewöhnlich für Asien. Wenn man die Vietnamesen als die "Preussen Asiens" bezeichnet, liegt man bestimmt nicht ganz falsch...

Was gibts zu futtern ?

In den Grosstädten - alles! Auch in der Ernährung sind die Viets recht kreativ und bieten so ziemlich jedem Touristen seine gewohnte Ernährung. Sofern man dafür bezahlen wollte, würde man auch ein Hotel finden, das die original Bircher-Müsli im Frühstücksangebot hat. Auch Würstel mit Sauerkraut oder eine Schweinshaxe könnte man ordern, wenn man tatsächlich unstillbare Gelüste darauf hätte. Wenn. Weil sich auch die schlauen Vietnamen  ihren Aufwand für Zubereitung, Inhaltsstoffe und Transportbezahlen lassen. Will jemand also partout einen rheinischen Sauerbraten essen oder meint er ein Tiramisu als Nachtisch zu brauchen, wird er dies in den beiden großen Städten finden (vorzugsweise in den internationalen Hotels). Der Preis wird jedoch mal mindestens so hoch sein wie in Deutschland, möglicherweise ein gutes Stück höher. So wird z.B. in internationalen Steakhouseketten, die es auch in Hanoi gibt, für ein lecker Rumpsteak mit Pommes frittes (350g) so um die 30€ aufgerufen. Was in Deutschland nicht mal unbedingt teuer wäre, stellt für die Viets ein Vermögen (u.U. einen Wochenlohn) dar. Im Gegensatz dazu bezahlt man für eine vietnamesische Hauptmahlzeit incl. Beilagen (mit Huhn oder Rindfleisch) etwa 2-4€, je nach Gericht.   Für seinen Teil fliegt der Marco nicht um die halbe Welt um dann genau das zu essen, wasses zu Hause auch gibt. Stets hat er geschaut, ob es im Zielland nicht etwas gibt, was kompatibel zum deutschen Gaumen ist. Und das gibt es in Hülle und Fülle! Um nur ein paar Beispiele zu nennen "Hähnchen mit Curry-Reis" oder "fried noodels with prawns" oder einfach eine leckere "noodle-soup" (hier mit Hähnchen). Das Gute daran ist : Ist reichlich, macht satt und ist bezahlbar (in 2017 zw. 0,70€ und 1,20€ je nach Lokation/Gegend)

Typisches vietnamesisches Essen.

Da Vietnam eine fast 2000 km lange Küste hat, sind auch alle Fische und Meeresfrüchte aller Art eine Empfehlung!

Fischer auf CatBa

In der Halong-Bay

Wovon leben die Vietnamesen?

Da es kaum einschränkende Einrichtungen wie z.B. eine Industrie- & Handelskammer gibt, blühen kreative Unternehmungen und kleine Selbständige. Für Motorrad-Fahrer dürften in erster Linie Berufe mit Affinität zu Zweirädern interessant sein. Auffallend waren für mich in solchem Zusammenhang vor allem der "Mopped-Einparker", der gegen ein paar Dong (vietnam.Papier-Währung, gibt kein Münzgeld), behende und platzsparend für die Kunden die Moppeds einparkt :

Auf dem Bild sieht man einen Einparker im Schatten auf Kundschaft warten. Sobald sich ein Zweirad parkplatzsuchend nähert, übernimmt der Einparker flink gegen Übergabe eines nummerierten Plastik-Chips das Teil und parkt es zentimetergenau in die Reihe. Unsereins würde den Roller nicht herausbekommen, ohne die anderen Mopeds wenigstens auf einer Seite ebenfalls "abzubauen".

Der Einparker schafft das innerhalb von wenigen Minuten, ohne die Moppeds rechts und links zu behelligen.

Geparkte Zweiräder

Insgesamt sind die Süd-Ost-Asiaten ein Stück weit kundenfreundlicher und bedarfsorientierter als wir.

Typische Kleinunternehmer sind etwa der Reifenmann, der nebst Schläuchen auch Reifen aller Art mit zu seinen  Kunden nimmt. Der Vorteil liegt auf der Hand : Die Bewegungsunmöglichkeit bei einem Plattfuß verliert ihren Schrecken - ein Anruf und der Reifendealer kommt mit seinem Firmenfahrzeug :

Oder auch der Luftdruckdealer. Einfach einen Kompressor auf dem Gehsteig gestellt, schon kann schnell und unkompliziert (für umgerechnet 10 Cent)  der Luftdruck in beiden Rädern kontrolliert und bei Bedarf angepasst werden. Hier frage ich mich, warum es bei uns in Europa solchen Service nicht gibt. Für meinen Teil wäre ich gerne bereit, einen Euro für solch eine Leistung zu bezahlen (sofern sie ein Fachmann durchführt)... Oder war es der alte Tankwart von früher, der solch hilfreiche Leistungen wie Luftdruck und Ölstand kontrollierte ?

Wahrscheinlich nur in Vietnam gibt es den Kindersitz-Schweisser.

Für die Tausenden von Rollern und Moppeds  vor allem in den Großstädten tritt die Frage auf, wie man Kleinkinder sicher und bequem auf solch einem Zweirad transportieren soll. Hier bieten sich Sitze aus Alu-, bzw. Edelstahlrohren an, die sich passgenau vor die Sitzbank passen und bei Bedarf sogar am Fahrzeug festgeschnallt werden können. Leider gibt es in Asien keinen TÜV, der feststellen könnte, ob durch derartige Sitze die Verletzungsgefahr für kleine Kinder überhaupt reduziert wird (bzw. sich nicht sogar erhöht). Zumal sich die allgemeine Helmpflicht anscheinend nur auf Erwachsene bezieht und die Kinder deshalb stets ohne schützende Kopfbedeckung dem Strassenverkehr ausgesetzt sind... 

Soviel als kurzer Reisebericht aus diesem interessanten Land, vom dem ich überzeugt bin, dass es in einigen Jahren als Urlaubsdestination Thailand Paroli bieten wird.

Wenn jemand Vietnam als zukünftiges Urlaubsziel ins Auge fassen will, sollte er aber unbedingt die beste Reisezeit im Blick haben. Verallgemeinert kann man sagen, dass Reisen zwischen November und Mai klimatechnisch zu empfehlen sind (Süd-Vietnam mit der Gegend um Saigon nur bis einschl. April). Natürlich kann man auch in unserem Sommerferien in diese Region fahren, man wird sich dann aber mit zwei (mächtigen) Gegnern auseinandersetzen müssen : Erstens der Monsun (heftiger Regen, der i.d.R. aber nur zweimal am Tag jeweils gute 40 Minuten schüttet) und zweitens -sehr viel einschränkender!- die mörderische Hitze bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit. Bei unserem vorletzen Besuch, im Juli 2010, haben wir erlebt, wie nervig es sein kann, wenn man schon morgens  um 7 Uhr 30 Grad Aussentemperatur feststellt und wenn es auch nachts kaum abkühlt... 

Dagegen hatten wir es dieses Mal im April in Nordvietnam gut getroffen : Morgends und abends fast kühl (so 18 Grad), tagsüber angenehme 26 Grad und keine so hohe Luftfeuchtigkeit (net so schwül!). Wesentlich angenehmer als 3 Monate später.

Soviel als Reisebericht aus einem der fanszinierendsten Länder Süd-Ost-Asiens,

Euer Marco


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