Da waren wir also endlich angekommen in der Provence und in unserer Tourenfahrer-Unterkunft „Lo Rastelie“ in Suze-la-Rousse, in der wir nun für eine ganze Woche bleiben wollten. Dreieinhalb Tage hatten wir uns ganz bewusst Zeit für die Anfahrt genommen und dabei nicht die schnellste, auch nicht die schönste, sondern die aus unserer


Land / Region:
Frankreich / Provence

Charakter:
Asphaltstraßen

Länge:
60

Reisezeit:
April - Oktober



... Sicht zweckmäßigste Route gewählt. Am zweiten Fahrtag drohte nämlich eine Regenfront von Westen mit Ungemach und viel Wasser von oben. Mit Glück, Geschick und himmeloptimiertem Fahren durchstießen wir die Front bei Lörrach und landeten praktisch ungeduscht in deren Rücken im Schweizer Jura, wo wir unser erstes Quartier bezogen.

 
Wir fuhren dann über den Lac du Bourget, Grenoble und Serres die folgenden zwei Tage im Urlaubsmodus stetig gen Süden, bis wir eben Souze la Rousse am Montagabend erreichten. Unsere dreiwöchige Provence-Reise konnte also nun richtig beginnen, was sie erst mal nicht so richtig tat, denn am nächsten Morgen ließen wir es noch reichlich gemütlich angehen. Dem Frühstück folgte ein ausgiebiger Erkundungs-Bummel rund ums Anwesen mit anschließendem Studium der Karten und Besprechung der nächsten Tage.
 
Es stand ja so einiges auf dem Zettel: Faulenzen – schließlich war Urlaub!; Mont Ventoux – er grüßt täglich und immer; Pont du Gard – römische Bau- und Ingenieurskunst; Avignon – mittelalterliche Papststadt; Gorges du Nesque – ein echter Geheimtipp!; und die Ardeche – wer kennt die nicht?; sollten in den nächsten Tagen unsere Reiseüberschriften lauten. Eine bunte Mischung aus Kultur und Landschaft hatten wir uns da vorgenommen.
 
Doch aus dem Faulenzen wurden nur ein paar gemütliche Stunden, das tolle September-Wetter trieb uns gen Orange, wenigstens ein paar alte Steine sollten es am ersten Tag nun doch noch sein. War ja nicht weit. Wir bummelten also los, ohne recht zu wissen wie, ließen uns treiben, die Karte blieb im Zimmer und das Navi im Tiefschlaf, genossen im Vorbeifahren die alten Dörfer und atmeten die ersten Eindrücke am westlichen Ende der Provence. Herrlich!
 
Am Ende ließ es sich dann doch nicht vermeiden, dass wir in Orange ankamen und direkt ins Zentrum vorstießen, vorbei am alten Triumphbogen, der großräumig renoviert wurde und damit als Fotomotiv ausfiel. Die GS parken wir außerhalb der Altstadt auf einem Parkplatz, in den Koffern landen die überflüssigen Klamotten und los ging’s - schmale Gassen, kleine Plätze, Miniatur-Häuserschluchten – das römische Amphittheater von Orange musste beeindruckend präsent zunächst warten, blieb links liegen; ein kleiner Hunger, vor allem aber der Durst trieben uns in ein kleines Bistro in einer typischen französischen Fußgängerzone. Um uns wuselige Geschäftigkeit, wir mitten drin auf der Urlaubsinsel, die Taschen voller Zeit, die wir bewusst aber doch sparsam ausgaben.
 
Wäre das Theater nicht hier –die Kleinstadt Orange, wleche nichts mehr gemein hat mit der blühenden Römersiedlung von einst, könnte man sich fast schenken. So wird die ausgiebige Besichtigung bei strahlendem Sonnenschein und italienischem – Verzeihung: provenzialischem – Himmelblau eine faszinierende Reise in eine zweitausendjährige Vergangenheit, mit Katakomben, steilen Tribünen und tollen Ausblicken, v.a. nach Osten zum Mont Ventoux, der in den kommenden Tagen zum stetigen Begleiter wurde, der sich an geradezu jeder Ecke als optischer Blickfang aufdrängte.
 
Aber zurück zu den alten Steinen .. die von Kaiser Augustus erbaute Anlage gehört seit vielen Jahren zum  UNESCO-Weltkulturerbe und ist obendrein eines der am besten erhaltenen römischen Theater überhaupt. Ausgestattet mit einem Audio-Guide, lässt sich alles auf eigene Faust in beliebiger Ausführlichkeit entdecken und erkunden und man kann die beeindruckende Anlage in Ruhe auf sich wirken lassen. Ergänzt wird das Ganze durch diverse multimediale Shows und Vorführungen (u.a. Filme, Vorträge, Hologramme), die in einigen Räumen präsentiert werden und einem die Zeitreise noch erlebbarer machen.

 


Trackviewer und Höhendiagramm werden Ihnen präsentiert von www.GpsWandern.de.

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