Tag 5 bringt uns immer weiter nach Norden. Von Ullapool geht es bis nach Durness, um dort die Runde wieder Richtung Süden zu lenken.


Land / Region:
Großbritannien / Schottland

Charakter:
Straße/Single Track

Länge:
253

Reisezeit:
Mai



Einen Film der Tour gibt es: HIER

Ich starte die Tour heute auf der rechten Straßenseite. Über den Helmfunk bekomme ich mehrmals das Wort links zu hören. Da wir aus der Nebenstrasse vom Motel links auf die Hauptstrasse abbiegen müssen, denke ich dies sei ein Hinweis auf die Navigation. Als mir ein Ford Transit entgegenkommt, bemerke ich den Irrtum.

Der heutige Tag bringt uns zum nördlichsten Punkt unserer Tour. Wir folgen der A835 um am Loch Assynt die Überreste des Ardvreck Castles zu bestaunen. Bestaunt haben wir auch einen Engländer der gerade dort Kaffee kochte und dort genächtigt zu haben scheint. Er ist auf einer voll bepackten Honda Monkey unterwegs. Und bereist die Highlands. Weniger ist vielleicht manchmal doch mehr, denke ich mir als ich meine voll bekofferte GS besteige.

Beim Abfahren entdecken wir neben der Straße eine Rotwildherde. Imposant solche Tiere aus der Nähe in freier Wildbahn zu beobachten.

Nach vielen Kilometern mit Landschaft zum Träumen und Verkehr der auf der gesamten Route an einer Hand abzählbar ist erreichen wir Durness. Hier wird die Touristendichte wieder etwas höher. Wohnmobile und vor allem Biker tummeln sich hier.

Wir wollen die Smoo Cave besuchen. Nach einem steilen Abstieg über einige Stufen erreichen wir den Höhleneingang. Nach einer Höhlentour ist uns in Bikerkluft allerdings nicht zu Mute. Man kann aber die erste Kammer der Höhle betreten. In dieser schießt zu bestimmten Jahreszeiten ein gewaltiger Wasserfall durch die offene Decke. Bei unserem Besuch tropft es nicht einmal. Einen nach dem Aufstieg herannahenden Schauer überstehen wir in einem kleinen Kaffee in der Nähe der Höhle. Noch nicht einmal richtig losgefahren werden wir zum nächsten Fotostopp gezwungen. Bei Sangobeg bietet sich ein atemberaubender Blick auf einen Strand, der wohl mehr in der Südsee, aber nicht hier oben zu erwarten wäre.

Wir umrunden Loch Eribol und halten am Ostufer wieder für einen Fotostopp. Hier befindet sich auf einer Halbinsel eine vermutlich alte Festungsanlage. Wer sie, oder wofür diese errichtet wurde lässt sich allerdings nirgends in Erfahrung bringen. Eine Gruppe englischer Biker hält ebenso und zückt die Smartphones.

Später erfahre ich durch Recherche, dass es sich um einen alten Kalksteinbruch mit Brennerei handelt und nennt sich Ard Neakie Lime Kilns. Doch keine Festung. Aber militärisch wurde die Gegend doch genutzt.

Weiterhin erfahre ich Loch Eriboll ist der tiefste See im UK. Er diente im Mai 1945 als wichtiger Sammelpunkt für deutsche U-Boote.

Entlang des Loch Hope soll es eine tolle einsame Singletrack geben. Wir biegen an besagter Stelle ab und am Wegesrand stehen Baustellenschilder, die nicht richtig zu deuten sind. Straße gesperrt, für Anlieger frei oder so ähnlich deuten wir diese. Was soll´s, wer nicht wagt der nicht gewinnt. Wir probieren es einfach. Nach ca. 3km kommt uns ein Engländer auf einer V-Strom entgegen. Mit Händen und Füßen bewege ich Ihn schon vom Weiten zum Stoppen. Er meinte die Straße sei frei und einfach nur „beautiful“. Be careful it´s narrow. Only one car can pass. Mit diesen wertvollen Hinweisen wünschen wir uns gegenseitig eine gute Journey..

Nach einiger Zeit passieren wir eine kleine Baustelle, die allerdings am Wegesrand liegt.

Die Straße ist wie versprochen ein Genuss. Teilweise mit Grasnarbe in der Mitte bewachsen kann man mit einem Auge die Straße, mit dem anderen die Landschaft genießen.

Der einzige Verkehr auf den wir treffen sollen, ist natürlich ein 4 Achs-Kipper der zur Baustelle fährt. Zum Glück erspähen wir ihn schon von weitem und können an einer passenden Stelle warten und ihn passieren lassen. An einer anderen Stelle der Straße wäre die Begegnung sicher interessant geworden.

Auf halber Streck erreichen wir den Broch Dun Dornaigil. Ein mittelalterlicher Wohnturm oder dessen Überreste. Aber auch hier auf alle Fälle einen Fotostopp wert.

Es geht weiter übers Hochland bis wir bei Altnaharra wieder auf die Hauptstraße treffen.

Bis dorthin sollen wir auf der ca. 20km langen Strecke keinerlei Zivilisation zu Gesicht bekommen. Man denkt man ist allein auf der Welt. Weite Hochebene. Balsam für die Seele.

Wer nicht hier oben war, war nie in Schottland. Ich kann nur jedem raten die Zeit und die Kilometer in Kauf zu nehmen, um Schottland nördlich des Great Glen zu erkunden.

Über Lairg fahren wir nach Tain, unser Tagesziel. Kenner wissen, hier befindet sich die Glenmorangie Destillery.

Da wir Schottland nicht ohne Destilleriebesuch verlassen möchten, stoppen wir hier. Allerdings sagt man uns, die letzte Führung sei 17 Uhr gewesen. Es ist jetzt 17:10 Uhr. Pech. Aber die nette Dame schenkt uns einen Whiskey ein und meint wir können den Info Film im Besucherzentrum anschauen. Dies tun wir gern und nippen dabei am flüssigen Gold.

Wir spazieren noch etwas herum, um den Alkohol verfliegen zu lassen. Die 3km zur Unterkunft sind dann kein Problem mehr.

Wir werden freundlich im Guesthouse empfangen. Die Motorräder sollen wir natürlich unter den Carport stellen damit sie sicher sind.

Abendessen gibt es im Bahnhof von Tain. Eine urige Gaststätte, das Platform 1864 bietet mit allerlei möglichen Sorten Bier, natürlich auch Caledonia Best, und eine Tolle Auswahl an Speisen. Im Supermarkt holen wir jeder noch eine Büchse Hopfengetränk um im Guesthouse den Abenden kulturell zu beenden.

Einen Film der Tour gibt es: HIER


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