Die vorliegende Tour fand an einem warmen und schönen Herbsttag 2018 statt.

Wie öfter starte ich auch hierbei am "Deutschen Eck" bei Kirchdaun und fahre über Bad Bodendorf zum dortigen Ehrenfriedhof.

Land / Region:
Deutschland / Rheinland-Pfalz

Charakter:
Straße

Länge:
119

Reisezeit:
Motorradsaison



... 30px">Der Ehrenfriedhof Bad Bodendorf bildet mit dem Friedensmuseum Brücke von Remagen, der Friedenskapelle "Schwarze Madonna" Remagen und dem Mahnmal zur Erinnerung an die Gefangenenlager in der Goldenen Meile einen Denkmalverbund zur Erinnerung an die Kriegs- und Nachkriegsereignisse des Frühjahrs 1945 in der Goldenen Meile.
Während verstorbene Gefangene aus dem Lager in der Goldenen Meile zunächst auf umliegende Friedhöfe verteilt wurden, fanden vom 28. April bis zum 15. Juli 1945 1090 Lagertote auf dem Ehrenfriedhof in Bad Bodendorf ihre letzte Ruhestätte. Der am 28. April 1945 auf Anordnung der Aliierten angelegte Friedhof ist die größte geschlossene Kriegsgräberstätte im Kreis Ahrweiler. In den weitaus meisten der 1213 Gräber sind deutsche Soldaten begraben, Insassen des Kriegsgefangenenlagers "Goldene Meile". Aber auch 41 Österreicher, fünf Ungarn, vier Letten, zwei Holländer sowie je ein Franzose, Pole und Rumäne wurden dort beerdigt. Dass damals derart viele Gefangene starben, lag an der ungünstigen Witterung des Frühjahrs 1945 und am Hygiene-Wahn der Amerikaner. Sie entlausten sämtliche Gefangenen und nahmen ihnen aus Angst vor Infektionen die Mäntel ab. Deshalb konnten sich die Gefangenen – insbesondere in den Nächten - kaum vor Kälte und Nässe schützen.
Aus seuchenhygienischen Gründen wurde der Friedhof seinerzeit einige Kilometer vom Gefangenenlager, das sich in den Rheinwiesen von Bad Breisig bis nach Remagen erstreckte, entfernt angelegt (Quelle).

Anschließend leite ich eine kleine Schleife über Remagen ein, um zunächst zum Friedensmuseum Brücke von Remagen zu fahren.

Das Friedensmuseum in den Brückentürmen geht auf die Initiative des ehemaligen Remagener Bürgermeisters Hans Peter Kürten zurück. Kürtens Idee, in den Brückentürmen ein Museum einzurichten, stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung. So dauerte es sieben Jahre, bis die Stadt Remagen das ehemalige Eisenbahngelände erwerben konnte.
Neuen Schwung bekam die Museumsidee, als im Sommer 1976 die beiden noch im Strom stehenden Brückenpfeiler, die die Rheinschifffahrt behinderten, entfernt wurden.
Ab dem 7. März 1978 wurde kleine Bruchstücke der Pfeiler mit beigefügtem Echtheitszertifikat verkauft. Auf diese Weise kamen 120.000 Mark für das Einrichten des geplanten Museums zusammen. Am 7. März 1980, dem 35. Jahrestag der Eroberung der Brücke, wurde die Gedenkstätte mit einer schlichten Feier der Öffentlichkeit vorgestellt. 
In den Brückentürmen erzählen Bilder, Dokumente und weitere Ausstellungsstücke die Geschichte der Brücke. Es wird an den Bau, die Eroberung, die an den Kämpfen beteiligten deutschen, amerikanischen, belgischen und englischen Soldaten erinnert.
„Für den Krieg gebaut, im Krieg zerstört, sollen die Trümmer immer mahnen“, so lautet der Text auf der Tafel an einem der beiden schwarzen Basaltpfeiler.
In den Türmen erzählt eine Ausstellung die Geschichte der Brücke. Ein Dokumentarvideo der englischen Militärakademie in Sandhurst zeigt das Geschehen um den 7. März 1945 in Wochenschauaufnahmen und Zeitzeugeninterviews.
Die Ausstellung erinnert an den Bau und die nahezu kampflose Einnahme der Brücke, an der deutsche, amerikanische, belgische und englische Soldaten beteiligt waren.
Als Mahnung zum Einsatz für den Frieden wurde die ständige Ausstellung um die Geschichte des Friedensnobelpreises und eine Liste der mehr als 200 Kriege seit 1945 sowie eine Ausstellung mit den Portraits aller Friedensnobelpreisträger erweitert. 500.000 Besucher haben das Friedensmuseum bis zum April 2002 besichtigt. Das Leitmotiv in der Friedenshalle geht alle an: „Lasst uns jeden Tag mit Geist und Verstand für den Frieden arbeiten. Beginne jeder bei sich selbst.“
Im Friedensmuseum wird auch an die Rheinwiesenlager bei Remagen und Sinzig erinnert, in denen im Frühjahr 1945 für mehrere Monate mehr als 250.000 deutsche Kriegsgefangene inhaftiert waren (Quelle).
 
In unmittelbarer Nähe befindet sich dann auch die "Schwarze Madonna".

Initiator der Friedenskapelle war ebenfalls der damalige Bürgermeister von Remagen, Hans Peter Kürten. Nachdem das Friedensmuseum in den Brückenpfeilern von Remagen eingerichtet worden war, ließ er zunächst ein Kreuz an der Stelle errichten, an der später, am 9. Oktober 1987, die Kapelle eingesegnet werden sollte. Dass es zum Bau der Kapelle kam, sei vielen glücklichen Zufällen zu verdanken, sagte Kürten einmal. „Ein älterer Mann sprach mich an und meinte, ich müsse ins Kripper Pfarrhaus, da stehe eine Madonna, die ein Kriegsgefangener aus dem Matsch gefertigt hat, in dem er gelegen habe“, erinnert er sich. Dank des Hinweises der Haushälterin des ehemaligen Pastors  fand sich die Madonna auf einem Treppenabsatz im Pfarrhaus. Ihre schwarze Farbe erhielt die Madonna, weil der Remagener Johann Deusen sie mit Bucheckernöl getränkt hatte, um sie vor weiterem Zerbröckeln zu bewahren. Trotzdem war stellenweise bereits der Kern der Madonna, ein Stück Dachlatte, zu sehen.
Angeregt durch ehemalige Lagerinsassen, startete er während der Weihnachtszeit 1984 über die Deutsche Presse-Agentur einen Spendenaufruf. Ziel war es, Gelder für den Bau einer Kapelle zusammenzutragen.
Der Grundstein zum Bau der Erinnerungskapelle wurde am 22. Juni 1985 gelegt und ein großes Erinnerungskreuz errichtet. Gut zwei Jahre später, am 9. Oktober 1987, ist das zeltartige Bauwerk mit Kupferdach feierlich eingeweiht worden. Mehr als 1200 Menschen, unter ihnen viele ehemalige Gefangene des Lagers Remagen aus dem In- und Ausland mit ihren Angehörigen, nahmen an der Feier teil. Das Leitmotiv der Einweihungsfeier hieß „Vergangene Fehler dürfen nicht wiederholt werden. Vergeltung ist keine Liebe und Hass kein Boden, auf dem der Friede gedeihen kann.“ Kurze Zeit nach Fertigstellung der Kapelle wurde dort eine Kopie der Schwarzen Madonna aufgestellt; das Original befindet sich in der katholischen Pfarrkirche „St. Johannes Nepomuk“ im nahen Kripp (Quelle).
Über Bad Breisig und Oberbreisig geht es nun auf einer Zufahrt zu einem Wanderparkplatz hinauf zur Mönchsheide, wo sich auch ein Flugplatz befindet.
 
Das heute als Segelfluggelände genutzte Plateau nahe dem Rheintal zwischen Sinzig und Bad Breisig wurde ab 1937 vom Reichsarbeitsdienst zu einem Ausweichflughafen für den Fliegerhorst Niedermendig mit den heute noch bestehenden zwei Grasbahnen gebaut. Der Flugplatz wurde von der Luftwaffe kaum genutzt, von 1942 bis 1944 waren zur Täuschung Holzattrappen von Flugzeugen aufgestellt. 1944 verlegte die 6. Staffel der Transportgruppe 10, ausgerüstet mit Savoia-Marchetti SM.82, auf die Mönchsheide, die Flugzeuge wurden aber von amerikanischen Tieffliegern zerstört. Zwischen Dezember 1944 und Februar 1945 waren noch einzelne Flugzeuge der Fernaufklärungsgruppe 123 in Niederbreisig stationiert.
Nach dem Rückzug der deutschen Truppen verlegte die US-Armee zudem bis zum 24. März 1945 155-mm-Haubitzen auf die Hochfläche, um den alliierten Vormarsch im Westerwald zu unterstützen.
Nach dem Ende des Krieges verlegte zunächst eine amerikanische Radar-Stellung auf die Mönchsheide, wurde aber 1952 wieder abgezogen. Danach wurde die Freifläche vor allem landwirtschaftlich genutzt. Erst ab 1970 wurde das Plateau wieder als Flugplatz genutzt, nun als Segelfluggelände (Quelle).

Auf dem anschließenden Weg zur Burg Olbrück passiere ich mit einem kleinen ausgeschilderten Abstecher den Bausenberg.
 
Bis heute ist der Bausenberg der am besten erhaltene Hufeisenkrater der Eifel! Am Krater und an seinem Wall besteht eine große Vielfalt unterschiedlicher Biotoptypen. So bietet der Niederzissener Hausberg weit über 500 Pflanzenarten und einer Tierwelt mit mehr als 5.000 verschiedenen Arten ein Zuhause, welches unter Naturschutz steht (Quelle).
 
Der nächste Abstecher führt mich nun zur erwähnten Burg Olbrück, bei welcher sich aus der Ferne schon der Bergfried sichtbar in die Höhe streckt.
 
Die Bergkuppe, auf der sich die Burgruine befindet, wurde schon von Kelten und Römern zur Überwachung des Brohltals genutzt. Die mittelalterliche Wehranlage war Mittelpunkt einer zehn Dörfer umfassenden Herrschaft, die in den ältesten Urkunden als Oleburg und Holebriche erscheint.
Als französische Revolutionstruppen das Rheinland besetzten, wurde die Burg Olbrück 1797 als Wohnsitz aufgegeben. Die Anlage wurde konfisziert und zu Nationaleigentum erklärt, ehe sie 1804 von der französischen Verwaltung auf Abbruch verkauft und anschließend als Steinbruch genutzt wurde. Ein erneuter Reigen von wechselnden Eigentümern setzte ein (Quelle). 
 
Über Engeln (Bergstation Vulkan-Express) fahre ich nach Kempenich, um dort einen Schlenker einzuleiten, der mich an das Kreuzwäldchen bringen wird.
 
Eine geruhsame und vollkommen idyllische Anlage stellt das Kreuzwäldchen dar. Südwestlich des Dorfes Kempenich steht auf einer kleinen Anhöhe die Kapelle der "Schmerzhaften Muttergottes", die 1879 von dem damaligen Pastor Ferdinand von Freyhold errichtet wurde.
Die Kapelle steht auf historischem Boden, denn hier befand sich in grauer Vorzeit eine Burganlage, vom Volksmund die "alte Burg" genannt. Ihre Reste kamen erst bei der Anlage des Kalvarienberges im Kreuzwäldchen in den Jahren 1873 - 1881 wieder zu Tage. Damals fand man tief unter dem Wurzelwerk der Bäume starke Fundamentmauern eines Gebäudekomplexes, der überall Spuren eines Brands und einer gewaltsamen Schleifung aufwies. Erhalten ist noch ein neunzehn Meter tiefer Brunnen. Zur Anlage gehört auch die Lourdesgrotte und der Weg der "Sieben Schmerzen Mariens"(Quelle).
 
Vorbei am "Erlebniswald Steinrausch" fahre ich über Heckenbach hinab in das Kesselinger Tal, wobei ich bei Kesseling die Kehren hinauf zum Steinerberghaus fahre - wohlwissend dass mich auf der Rückfahrt hinab ein Lied im Ohr begleiten wird: What goes up - must come down.
Vorzugsweise "Alan Parsons Project".
 
Der 513 Meter über N.N. stehende Landgasthof Steinerberghaus auf dem Steinerberg oberhalb von Kesseling ist bei Wanderern, Motorradfahrern und Mountainbikern beliebt. Das Haus wurde im Jahr 1911 vom Eifelverein Bonn „auf dem Dach des Ahrgebirges“ erbaut und am 24. November 1911 eingeweiht. Vom benachbarten Hochplateau aus bietet sich ein Panoramablick auf Hohe Acht, Aremberg, den Rheinbacher Stadtwald und die Grafschaft. In einem Appartement im Giebel sowie in drei Doppelzimmern bietet das Haus Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste (Quelle).
 
Über Ahrbrück und Altenahr geht es nach Dernau, wo ich an der "Bunte Kuh" hinauf zu Försters Weinterrassen einen Abstecher einleite.

Der „Försterhof“ wurde in den Jahren 1999/2000 unter organischen Gesichtspunkten umgebaut und umgestaltet. Die organischen Formen stellen einen weichen Übergang zur Kulturlandschaft dar.
Die Besitzer ließen sich von dem spanischen Architekten Antonio Gaudi und dem österreichischen Architekten und Künstler Hundertwasser nach dem Motto “ Die Natur kennt keine rechten Winkel“ inspirieren und beeinflussen.
Dieses wurde dann zusammen mit einem einheimischen Architekten erfolgreich umgesetzt.
Die organischen Formen sollen einen weichen Übergang zur umgebenden Kulturlandschaft erreichen. Durch umfangreiche Begrünungsmaßnahmen von Hof, Fassade, Terrasse und Dach soll der Eingriff in die Natur so erträglich wie möglich ausfallen (Quelle).
 
Der letzte Wegpunkt liegt nun auch vor mir: der ehemalige Regierungsbunker bei Walporzheim.

Als Regierungsbunker wird kurz der Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes (AdVB) im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung derer Funktionstüchtigkeit bezeichnet. Es ist eine 17,3 Kilometer lange Bunkeranlage rund 25 Kilometer südlich von Bonn im Tal der Ahr zwischen Bad Neuenahr-Ahrweiler und Dernau in Rheinland-Pfalz, unweit des damaligen Staatsweinguts Marienthal. In den Jahren der Planung, des Baues und der Nutzung wurde der Regierungsbunker unter verschiedenen Decknamen- bzw. Tarnnamen wie Rosengarten, Dienststellenbezeichnung Dienststelle Marienthal und THW-Anlagen Marienthal geführt.
Der Bunker entstand unter großer Geheimhaltung in den Jahren 1960 bis 1972 in zwei von fünf Anfang des 20. Jahrhunderts gebauten Tunneln der nie fertiggestellten Eisenbahnstrecke Ruhr-Mosel-Entlastungslinie (Teilstrecke Liblar – Rech). Der Bunker war insbesondere für die zivilen Behörden aus der damaligen Bundeshauptstadt Bonn bestimmt und sollte der deutschen Bundesregierung als Ausweichsitz und unterirdische Führungsanlage im Kriegsfall dienen.
Nach Ende des Kalten Krieges wurde die Anlage aus Kostengründen Ende der 1990er Jahre stillgelegt. Nur wenige Jahre später wurde mit der vollständigen Entkernung fast der gesamten Anlage begonnen. Heute ist von dem teuersten Bauwerk der Bundesrepublik nur noch ein kleines Bunkerstück von 203 Meter Länge erhalten, das in das Museum Dokumentationsstätte Regierungsbunker umfunktioniert wurde (Quelle).
Der Rest der Strecke führt mich nun vorbei an der Römervilla ...

Die Römervilla von Bad Neuenahr-Ahrweiler am Silberberg ist ein archäologischer Fundplatz, der eine jahrhundertelange wechselnde Nutzung von der Mitte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts bis ins Frühmittelalter dokumentiert.
Zunächst als römischer Gutshof (Villa rustica) angelegt, vergrößert und mehrfach umgebaut, wurde die Anlage gegen 259/60 n. Chr. planmäßig geräumt. In der Spätantike erfuhr das Hauptgebäude eine Umnutzung zur Herberge  in die anschließend eine Eisenschmelze einzog. Nach dem völligen Verfall und der Bedeckung des Geländes mit Schutt und Geröll durch den direkt dahinterliegenden Silberberg entstand an diesem Platz ein frühmittelalterlicher christlicher Friedhof. Die besondere Bedeutung des ergrabenen und für die Öffentlichkeit konservierten Hauptgebäudes liegt in dem hervorragenden Erhaltungszustand vieler seltener Baudetails und Wandmalereien (Quelle).

 
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