Fertig mit Eislaufen in Inzell. Stürzen wir uns also in die Alpen. Zugegeben – Deutschland ist kein Alpentraumland oder Pässe-Eldorado für Mopedfahrer, mit Pässen wird eher geizig umgegangen. Aber dafür entschädigen tolle Landschaften und das eine oder andere Highlight auf der Route und am Ende des Tages gibt es im wahrsten Sinne des


Land / Region:
Deutschland / Bayern

Charakter:
Straße

Länge:
250

Reisezeit:
Mai - Oktober



... Wortes einen echten „Burner“.

Wir setzten die begonnene Tradition fort und starteten auch am fünften Tag mit unserem Running Gag, wobei wir am Vorabend diesmal vielleicht schon den einen oder anderen Ausblick auf einen Berg genießen konnten. Wer mit diesem Begriff noch nichts anzufangen weiß: ein Berg ist eine rufende Erhebung der Erdoberfläche, welche durch Glauben versetzt werden kann und Dinge im Flachland verdeckt, die man nicht sehen soll. Wir begannen also mit dem Versetzen unserer Mopeds und starteten auf der Deutschen Alpenstraße in Richtung Südosten, dem Weißbach folgend. Wer dann nach ca. 25 km in spontanen Freudentaumel verfiel, weil er in Erwartung eines „aufikemma“ überschäumend froh zu werden drohte, der wurde rasch auf den harten Gesteinsboden der Tatsachen geholt: den Watzmann gab es nur zum Angucken, nicht zum Anfassen.

Auch beim nächsten Highlight mussten wir leider passen: vom Königssee gab es nur die Schilder zu bestaunen, uns zog es in andere, höhere Gefilde. Die Rossfeldpanoramastraße ist für den Möppler DAS Highlight der Deutschen Alpen schlechthin und schlicht und ergreifend ein Traum. Unglaubliche Aussichten auf das Berchtesgadener und Salzburger Land, dazu jede Menge Spaß in Form von Kurven, deren Ansammlungen zu Kurvenkomplexen zusammengefasst werden und eine gewisse Neigung zu sogenannten Kurvendiskussionen hervorrufen. An dieser Stelle gleich eine Warnung: so mancher Versuch eine Kurve korrekt zu beschreiben scheiterte kläglich.

Einige schwitzende Kaffeetassen und glühende Fotoapparate später passierten wir Bad Reichenhall (90 km), das vor allem durch Salzabbau zu Reichtum gekommen ist. Wer schon jetzt mit dem kleinen Hunger kämpfte, musste sich leider noch ein wenig gedulden, bis ein großer daraus wurde. Über Inzell hechteten wir mangels Alternativen aber relativ schnell nach Ruhpolding, wo es dann wahr werden sollte: Mittag auf der Zirmbergalm (120 km)!

Frisch gestärkt gimg es weiter zum Walchsee (150 km), wobei wir uns schon wieder in Österreich rumtrieben. Bevor wir in Bayrischzell eine in Deutschland für Motorradfahrer zunehmend vom Aussterben bedrohte Straßenart, das „Kurvenparadies“, besichtigten und auch aktiv genießen wollten, nutzten wir noch einmal die Chance uns mit Kaffee zu besudeln. Seinen Ursprung nimmt das Schicksal am gleichnamigen Pass (Ursprungpass 836 m; 190 km) , hinter dem uns die Bäckeralm freundlich aber bestimmt mit heißen und kalten Getränken versorgte. Dermaßen vorbereitet nahmen wir das nun in Angriff – das Sudelfeld! (205 km), Bikers Dream und genau deshalb bedroht: Tempo 60 ist angesagt und die Rennleitung ist dort sehr aktiv … wer noch Passfotos braucht: bitte zügig vorfahren.
 
Endspurt! Wir umrunden einen im Weg herrumstehenden Berg, den wir ausgerechnet hier nicht versetzen können, da im Sudelfeld leider der Glaube - an das Gute im Mopedfahrer - verloren gegangen ist. Macht uns nu nix, ein paar zusätzliche Kilometer sind auch nicht zu verachten, v.a. wenn wir als entschädigenden Abschluss des Tages in Schliersee – äh, halt, in Slyrsee - landen und in der benachbarten Pension Hubertus nächtigen. Ausgiebiges Whiskey-Probieren ist für Nachahmer kein Problem, entweder ihr schiebt das Moped dorthin (wenn ihr das noch könnt) oder ihr parkt schon mal „über dem Zaun“ und wandert ein wenig. Ist unter Umständen aber auch nicht einfacher. 

 


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