Die Entscheidung im Tourenfahrer Partnerhaus Gailberg Höhe zu übernachten ist goldrichtig. Gut gefrühstückt und gut ausgeschlafen ist mein heutiges Ziel die Insel Krk. Habe den gestrigen Tag noch einmal Revue passieren lassen. Für mich ist es ungewohnt auf einem Motorrad mit Kette zu fahren. Ich habe seit 2000 nur noch Bikes mit Kardan


Land / Region:
Österreich / Italien / Slovenien / Kroatien / Plöckenpass, Vrsic Pass, Soca Tal (Karawanken)

Charakter:
Straße

Länge:
420

Reisezeit:
September



... gefahren. Deshalb konnte ich gestern auch nicht die Geräusche zuordnen, welche aus dem vorderen Bereich des Bikes kamen. Ursache war dann eine zu straff gespannte Kette. Problem ist behoben. Auf die Strecke Großglockner Hochalpenstraße habe ich mich gefreut, weil mir die Strecke  als Kind im VW Käfer und 1994 mit meiner 1100 GS noch ein bisschen in Erinnerung war. Landschaftlich gefällt es mir wirklich, aber die Hochalpenstraße ist mir zu voll und viel zu viele Raser. Wobei das sicherlich relativ ist. Ich bin ja auf cruisen und entspannen eingestellt und habe diese Menge an Fahrzeugen nicht erwartet.

Deshalb nehme ich mir für den heutigen Tag vor, möglichst nicht die bekannten Pässe zu fahren und ganz viele kleine gewundene Sträßchen zu finden. Zusammengefasst Kurven ohne Ende und ein ewiges hoch und runter. Das sollte als Grenzgänger  im Gebiet Österreich/Italien/Slovenien doch zu schaffen sein. Ziel für den heutigen Tag ist die Insel Krk.

Zuerst einmal Richtung Plöckenpass. Da ich zeitig unterwegs bin, gibt es auch nur meine Dicke und eine geringe Anzahl anderer Bikes auf der Strecke. Ganz ruhig wird es dann Richtung Pontebba. Wahrscheinlich auch kein Wunder. Sehr sehr kleine Sträßchen. Hier sollte einem noch nicht einmal ein Fiat Panda entgegenkommen, dass würde zu haarigen Ausweichmanövern führen.  Ich bin begeistert. Ganz anders als am gestrigen Tag. Allzusehr sollte man sich aber nicht von der Landschaft ablenken lassen. Der Zustand der Sträßchen ist teilweise wesentlich schlimmer als im Bergischen Land und ist in einigen wenigen Bereichen sehr glatt. Bedingt dadurch, dass Bäume vom letzten Sturm herausgeholt und geschält werden. Vor Pontebba eine Straßensperrung. Aber da die Dicke wie eine Enduro ausschaut darf ich durch die Gärten hinter den kleinen Häuschen durchfahren. Glück gehabt. Von Pontebba nehme ich den direkten Weg Richtung Kranjska Gora. Dann Richtung Vrisic Pass. Gegenüber meinen letzten Besuchen diesmal bei Super Wetter. Auf der Passhöhe treffe ich ein Paar aus meiner Heimatstadt Solingen. In unserem Gespräch stellt sich heraus, dass ich die beste Currywurst Solingens noch nicht kenne. Wo? Im Cafe Hubraum. Das muss ich auf jeden Fall ausprobieren.

Im Soca Tal stelle ich fest, dass es mit Regen hier wohl auch schlecht bestellt ist. Die Soca führt sehr wenig Wasser. Das bin ich anders gewohnt. Hier treffe ich eine Dreiergruppe Biker. Diese waren vor nicht allzu langer Zeit in Albanien und wir tauschen uns darüber aus. In einem der Orte kehre ich für eine Erfrischung ein, besonders da sich hier ein Benzingespräch andeutet. Vor dem Lokal steht eine wunderbar restaurierte Laverda 1200. Der Eigentümer strahlt über beide Backen, da mir sein Bike so gut gefällt. Er hat die Maschine selbst restauriert. Im stillen denke ich, dass die Gespräche bestimmt für eine Anreise Krk im Dunkeln sprechen werden. Richtung Rijeka fahre ich durch wunderschöne Weinanbaugebiete. In Rijeka komme ich in einen ewig langen Stau. Jetzt weiss ich wieder einmal warum ich lieber mit dem Bike fahre. Ich kämpfe mich langsam vorwärts und bei Beginn der Dämmerung geht es weiter Richtung Krk.

Wie schon am gestrigen Tag habe ich mich zeitlich total verschätzt. Auf der Insel Krk ist es schon dunkel und die Schilder für Campingplätze schwer zu erkennen. Ich bin schon vorbeigerauscht bevor ich etwas lesen kann. Deshalb ab in den Ort Krk, da sind genügend Campingplätze vorhanden. Nach dem Einchecken auf dem Jezevac Camping Resort baue ich mein Zelt im Dunkeln mit Unterstützumg des Varadero Scheinwerfers auf. Blauäugig wie ich bin, versuche ich Heringe in den Boden zu schlagen. Vergeblich, der Boden ist hart und trocken. Erdnägel habe ich natürlich keine dabei. Also Steine sammeln und die Leinen damit befestigen. Wieder was dazu gelernt. Ich falle todmüde in den Schlafsack und schlafe hervorragend.

Hotel Gailberg Höhe - Plöckenpass - SS52bis - Paluzza (SP24)  - Treppo Garnico (über Strada Provinciale Duron SP24) - Ligosullo - Paularo - Plan di Zermula - Passo del Cason di Lanza - Pontebba - Kranjska Gora - Vrisic Pass - Soca Tal - Bovec - Kobarid - Tolmin - Kanal - Gorizia - Dobravl - Kozina - Rijeka - Krk

Hinweis: Navi Aufzeichnung beginnt erst am Freilichtmuseum des Gebirgskrieges.

Ich empfehle als Lektüre den Artikel Bergsteiger aus dem Tourenfahrer Heft  02/2019. Ich bin dieses mal nicht die Mangartstraße gefahren, kann diese Strecke aber nur wärmstens empfehlen.

 


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