Jun 192019
 

Freilich regnet’s...aber wir sind ja auch in Britannien. Da regnet es schließlich immer, oder? Nicht ganz, tagelang hatten wir fast ausschließlich Sonnenschein – und das in Schottland, im Hauptteil unserer Reise. Aktuell befinden wir uns aber in strömenden Regen


Land / Region:
Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland / Schottland, England

Charakter:
Straße

Länge:
3000

Reisezeit:
Mai - September



... wieder mal auf der Autobahn. Langsam nerven uns die M-Roads und die autobahnähnlich ausgebauten, einstelligen A-Roads. Ja, das nächste Mal würden wir einiges anders machen. Beispielsweise statt des Eurotunnels die Fähre nach Newcastle nehmen, um Zeit zu gewinnen und nicht auf Autobahnen durch das ganze Land rasen zu müssen...aber fangen wir am Beginn der Reise an.

Irgendwann nach der letzten Reise nach Slowenien reifte der Gedanke in uns heran, endlich Schottland unter die Räder zu nehmen. Im Jahr zuvor waren wir in Edinburgh bei einem Junggesellenabschied. Schon damals wussten wir, hier waren wir nicht zum letzten Mal. Wir fanden eine gemeinsame freie Woche, erhielten Erlaubnis von Frauen und Kindern und starteten mit den Planungen. Da keiner von uns einen Anhängerführerschein besitzt, gestaltete sich schon die Suche nach einem passenden Anhänger schwierig. Wir wollten aber nicht fast 1.000 Kilometer bis Calais oder Amsterdam auf den Motorrädern per Autobahn zurücklegen. Nahe München wurden wir fündig, sogar zu einem ausgesprochen guten Preis. Nun stand aber noch die Entscheidung aus, ob wir per Fähre nach Newcastle, nach Dover oder per Eurotunnel übersetzen sollten. Wegen des augenscheinlich hohen Preisunterschiedes entschieden wir uns gegen die Fähre nach Newcastle. Stattdessen nahmen wir den Eurotunnel, da dieser nur 35 Minuten für die Überquerung – oder besser gesagt Unterquerung – des Ärmelkanals benötigt. Nachdem die Hänger beladen waren, machten wir uns auf in ein B&B nahe Calais. Dort konnten wir gegen eine kleine Gebühr Auto und Hänger während unserer Tour abstellen.

Schon im Vorfeld kam es logischerweise zu Diskussionen über das Wetter. Mir war klar, dass es regnen würde, egal was der Wetterbericht prophezeit. Nach ausgiebigen Studien diverser Wettermodelle kamen überein, das Risiko einzugehen und uns nach Schottland aufzumachen. Also setzen wir am Morgen des ersten Tages über und fahren schnurstracks auf die Autobahn an London vorbei. Über Peterborough nehmen wir die A1 bis Nottingham. Bereits während der Vorbereitungen stieß ich auf die Robin Hood Statue in Nottingham, welche meines Erachtens einen Halt wert sein könnte. Außerdem kommen wir so in den Genuss von ein paar kurvigeren A-Roads. Auch das Wetter hält noch, sodass wir bei Sonnenschein in Robin Hood’s Heimat einrollen. Die Statue ist zwar keinen großen Umweg wert, aber was soll’s. Wir kombinieren das Ganze mit einer dringend nötigen Pause, fahren aber nach kurzer Zeit weiter Richtung Norden.

Tag 1 war ohnehin als reiner Anreisetag nach Schottland geplant, weshalb wir wieder auf die Autobahn wechseln. Eigentlich wollten wir es bis Byrness kurz vor der schottischen Grenze schaffen. Etwa eine Fahrstunde früher suchen wir jedoch einen Campingplatz bei Scotch Corner auf. Wir sind schon lange unterwegs und zwischenzeitlich regnete es immer wieder. Die Wetteraussichten versprechen eine Stunde nördlicher noch mehr Regen. Deshalb beschließen wir in Scotch Corner zu bleiben und die Zeit morgen aufzuholen. Der Grill bleibt erst mal aus und die Plane wird über uns gespannt. Wie ich es aber schon mal in England erlebt habe, hört es auch relativ schnell wieder auf zu regnen, und der Abend wird doch noch ganz gemütlich.

Es ist erst 9 Uhr, als wir die Mopeds gesattelt haben und Richtung Norden rollen. Mit diesem Puffer hoffen wir die verlorene Stunde wieder herein zu holen. Auf der A68 geht es weiter Richtung Schottland. Im Vorfeld hatte ich große Töne gespuckt, dass dort an der Grenze ein Dudelsackspieler auf uns warten würde. Natürlich wusste ich nicht, ober er wirklich hier sein würde, aber wir haben Glück! Trotz Nieselregens kommt kurz nach unserer Ankunft der Dudelsackspieler an und gibt sein Bestes. Für uns ist das die ideale Einstimmung auf die kommenden Tage. Eine kleine Spende, ein wahrlich miserabler Kaffee vom Kiosk, und weiter geht die Reise. Ab sofort sind keine Autobahnen mehr geplant. Nächster Stopp sollte Inverness sein. Dazwischen gibt es aber noch einiges zu Sehen. Wir fahren vorbei am Jedburgh Castle, der Jedburgh Abbey und kurz später an der Melrose Abbey. Diese ist wirklich empfehlenswert, zumindest gibt sie von außen ein imposantes Fotomotiv ab. Für einen Besuch im Inneren fehlte uns die Zeit – und ehrlich gesagt auch das Interesse. Trotzdem eine beeindruckende Abtei, deren Besuch einen Stopp wert ist.

Regen und Sonnenschein wechseln sich verlässlich ab, während wir vorbei an der Rosslyn Chapel und Edinburgh Richtung Norden tigern. Die Brücke nahe Edinburgh nach Fife ist allein schon eine Reise wert. Die 210 Meter lange Queensferry Crossing Bridge führt über den Firth of Fife. Die Schrägseilbrücke weist dabei den höchsten Brückenpylon im Vereinigten Königreich auf. Für Motoradfahrer besonders erfreulich: so gut wie alle mautpflichtigen Straßen sind für uns Zweiradenthusiasten gebührenfrei. Nach einer kurzen Autobahnetappe vorbei an Perth erreichen wir endlich den Cairngorms Nationalpark. Hier beginnt Schottland fahrerisch und landschaftlich richtig interessant zu werden. Die Old Military Road quer durch den Park ist schmal, verlassen und bietet immer wieder traumhafte Ausblicke auf die karge Hügellandschaft. Vorbei am Braemer Castle nähern wir uns dem Fluss Spey. Dieser ist vor allem Genießern von Scotch ein Begriff. Namensgebend für eines der 5 großen Whiskyregionen findet man entlang der Spey eine Vielzahl von Destillerien. Unser Favorit ist zwar eindeutig das Gebiet Islay, aber auch einem Highlander sind wir nicht abgeneigt. Noch bleibt uns der Scotch aber verwehrt, wir fahren weiter Richtung Inverness. Kurz vor Ankunft am Campingplatz beginnt es wieder zu regnen. Irgendwie haben wir das Pech, dass unsere Campingplätze immer unter einer Regenzelle liegen. Aber was soll’s – wir sind ja schließlich auf der Insel, und da regnet es immer.

Am dritten Tag auf der Insel erwarten uns die herbeigesehnten Highlands. Zuvor müssen wir aber Nessie einen kurzen Besuch abstatten. Loch Ness selbst beeindruckt wenig und auch Nessie zeigt sich uns nicht, sodass wir nur Mitbringsel für die Lieben daheim besorgen wieder abdrehen. Der A9 folgend biegen wir bei Helmsdale Richtung Melvich ab. Zwar gehören auch Teile des Cairngorms Nationalpark bereits zu den Highlands, aber hier oben sieht es so aus, wie man es sich vorstellt. Sicherlich manipulierte auch der Film Highlander unsere Vorstellungen. Aber wir wurden auch nicht enttäuscht. Langsam schrauben wir uns nach oben und fahren durch eine fast außerirdisch wirkende Landschaft. Sanfte Hügel auf den Hochplateaus und kaum ein Baum ist zu sehen. Vor allem das scheinbar vollständige Fehlen von Wäldern überrascht und verwirrt uns zusehends. Die Baumgrenze wäre noch lange nicht erreicht, der Berg Ben Nevis erreicht als höchster in Großbritannien gerade mal 1345 Meter ü.N. – und wir fahren noch lange nicht auf solchen Höhen durch die Gegend. Das bringt uns zu dem Schluss, dass das Land über die Jahrhunderte nahezu vollständig abgeholzt worden sein muss und nur langsam wieder aufgeforstet wird. Nachträgliche Recherchen bestätigten diese traurige Annahme. Trotzdem sind die Highlands genau wegen dieses Umstandes so einzigartig in ihrer Ausstrahlung. Allerdings müssen wir auch feststellen, dass sich nach einiger Zeit keine landschaftliche Veränderung mehr einstellt und wir zumindest nicht trübselig sind, als wir schließlich die Nordküste Schottlands erreichen.

Bei strahlendem Sonnenschein glitzert uns die Nordsee an. Als wir auf der kurvigen Straße nach Westen fahren, finden wir immer wieder einsame Buchten mit idyllischen Sandstränden, die einsam und verlassen anscheinend nur auf uns gewartet haben. Vor allem der Ceannabeinne Beach nahe Durness beeindruckt mit karibischem Flair. Aber auch bei Portskerra findet sich ein wahres Juwel. Zwischen den Felsen schmiegt sich ein kleiner Sandstrand in die Landschaft ein, umgeben von einem kleinen Haus und Steilküsten. Wir kommen mit Einheimischen ins Gespräch. Diese erzählen uns, dass man hier ab und an sogar Delphine beobachten kann. Leider bleibt uns dieses Highlight verwehrt. Trotzdem zählt dieser Stand für uns zu den schönsten Teilen der bisherigen Reise.

Ab Durness ändert sich die Landschaft maßgeblich. Die Nordwestküste erinnert an Norwegen. Hinter jeder Kurve und Kuppe wartet ein noch schönerer Ausblick auf die zerklüftete Küstenlandschaft. Die Fjordlandschaft begeistert uns nicht nur wegen des anhaltenden Sonnenscheins. Vegetation, Meer, Strände und Felsen geben sich einem Wechselspiel verlassener Schönheit hin. Für mich mit Abstand der schönste Erdteil, den ich je besuchen durfte. Zum Glück kann ich mit der Helmkamera ein Foto nach dem anderen schießen, denn man könnte wirklich nach der Kurve stehen bleiben, um ein paar Erinnerungen aufzunehmen. Wir genießen die außergewöhnlich schöne Landschaft bis spät abends, bevor wir am Campingplatz Clachtoll ankommen. Der Betreiber ist gerade zu Tisch, weshalb wir mit dem Check-in ein paar Minuten warten müssen. Macht aber nichts, denn der Platz liegt direkt am Meer und bietet ebenfalls spektakuläre Ausblicke. Später soll es noch ein bisschen Regen, aber in Anbetracht der letzten drei sonnigen Tage stört uns das kaum. Die Nacht wird allerdings sehr kalt. Bei +1 Grad Celsius mümmeln wir uns in die Schlafsäcke und träumen schon vom nächsten Tag.

Wir werden von sanftem Sonnenschein geweckt und können kaum glauben, dass uns das Wetter hier oben so wohlgesonnen ist. Heute wollen wir entlang der Westküste bis zu Isle of Skye fahren. Erneut eine sehr lange Etappe. Wir hoffen, dass wir diese auf ähnlich grandiosen Straßen verbringen wie den Vortag. Sehr schnell stellen wir jedoch fest, dass die beeindruckendste Küstenabschnitt schon hinter uns liegt. Sicherlich ist auch hier die Landschaft abwechslungsreich und schön, aber eben nicht so gigantisch wie am Vortag. Den höchsten Pass der Insel – Bealach na Ba – wollen wir aber deshalb nicht missen. Deshalb nehmen wir die Applecross-Halbinsel unter die Räder. Dort finden sich wieder sehr schöne Küstenabschnitte, die fast südländisch wirken. Dabei behält man die nahe gelegene Isle of Skye mit ihrer schroffen Silhouette stets im Blick. Der Pass selbst kann selbstverständlich nicht mit der Route des Grandes Alpes mithalten, aber dennoch findet man die ein oder andere Haarnadelkurve vor. Vor allem der Ausblick über Skye macht den nur 626 Meter hohen „Vieh-Pass“ so interessant. Oben angekommen breitet sich ein spektakuläres Panorama aus, das für jeden Meter Umweg entlohnt. Vor allem steigert sich die Vorfreude auf Skye enorm. Die A87 führt vorbei an Kyle of Lochalsh auf die größte Insel der Inneren Hebriden. Wir entschließen uns heute nur bis Portree zu fahren und den Nordzipfel am nächsten Tag unter die Räder zu nehmen. Viel Verkehr hemmt unsere Fahrfreude bis zum Campingplatz. Und noch ein Übel ereilt uns diesen Abend: die berüchtigten Midges sind unterwegs. Unter offenbar besten klimatischen Voraussetzungen plagen sie uns bis zum Sonnenuntergang auf dem Campingplatz. Da wünscht sich tatsächlich ein paar Tropfen Regen oder zumindest Wind herbei, um den Plagegeistern zu entgehen. Anti-Mückenmittel helfen nicht wirklich gegen die Beißfliegen, also sitzen wir vermummt vor den Zeltern bis spät nachts die Sonne untergeht.

Wir starten früh morgens in Richtung Staffin. Die Straße ist gut ausgebaut und wartet mit langgezogenen Kurven auf. Hier kann man die Mopeds flink über den Asphalt gleiten lassen. Spätestens beim Kilt Rock sollte man aber eine kurze Pause einlegen. Kurz vor Staffin bietet eine Aussichtplattform einen beeindruckenden Blick über die schroffen Klippen. Linker Hand befindet sich der sog. Kilt Rock, dessen Ähnlichkeit mit dem Tartan-Muster des Schottenrocks zur Namensgebung geführt hat. Wir sehen keinen Schottenrock, dafür eine bezaubernde Küstenlandschaft, die zum Verweilen einlädt. Kurz nach Staffin sollte man unbedingt die A855 verlassen und nach links abbiegen. Die extrem schmale Straße führt uns auf höhere Gefilde der Insel. Auch wenn hier sehr viele Touristen unterwegs sind, wird man schon nach kurzer Zeit mit dem besten Ausblick der gesamten Tour belohnt. Alle Parkplätze sind belegt, aber wir stellen unsere Motorräder einfach neben dem Straßenrand auf der moorartigen Wiese ab. Nach ein paar Metern Fußweg breitet sich ein atemberaubendes Panorama aus. Man blickt über Skye auf die Hauptinsel, während sich ringsum Felsmassive auftürmen und unten das Meer glitzert. Wer hier nicht war, hat das Beste verpasst. Leider fehlt uns die Zeit weitere Hebrideninseln zu besuchen. Aber davon abgesehen sind angeblich alle Fähren komplett ausgebucht, sodass ein Übersetzen gar nicht möglich gewesen wäre.

Nach einer kurzen Brotzeit am Hotspot der Isle of Skye geht es auf der anderen Seite beschwingt zurück zum „Festland“. Wiederum lädt die kurvige Straße zum Kurvenwetzen ein. Der Verkehr ist auch besser als am Vortag. Auf der A87 fahren wir bis zum Eilean Donan Castle. Dieses diente schon vielen Hollywood-Blockbustern als Filmkulisse – unter anderem wurden eigne Szenen aus Highlander dort gedreht. Und tatsächlich ist das Castle eines der lohnendsten bisher. Die Burg liegt auf einer kleinen Landzunge am Loch Duich, die bei Flut zu einer winzigen Gezeiteninsel wird. Sie ist dann nur durch eine steinerne Fußgängerbrücke zu erreichen.

Das nächste Etappenziel heißt Glen Coe, das wohl berühmteste Tal der Highlands. Als wir ankommen, regnet es. Dies schmälert die Schönheit der Landschaft aber kaum. Die begrünten Hügel ringsum sehen anders aus als im restlichen Land. Zwischen den beiden Flanken fließt der Fluss Coe gen Loch Leven und komplettiert das Ensemble. Auch hier war Hollywood schon des Öfteren zu Gast: Highlander, Braveheart, James Bond – Skyfall und Harry Potter sind nur eine Auswahl. Leider nimmt der Regen stetig zu, sodass wir uns weiter Richtung Süden aufmachen. Der Loch Lomond Nationalpark sollte eigentlich ein weiterer Höhepunkt werden. Der starke Regen zieht uns aber einen Strich durch die Rechnung. Inzwischen ist dieser so stark, dass an Camping gar kein Denken ist. Notgedrungen müssen wir ein freies B&B finden. Südlich von Glasgow versuchen wir vergebens unser Glück. Wir finden keines, dass noch nicht ausgebucht ist. Irgendwo im Nirgendwo hören wir wieder die Worte „No accommodation“. Aber die Besitzerin holt kurzerhand das Telefon und informiert sich bei einem nahegelegenen Hotel über freie Unterkünfte. Nach einem kurzen Telefonat mit der Betreiberin ist klar, das ist unsere einzige Chance. 150 Pfund hin oder her. Wir rechnen mit dem Schlimmsten und werden mehr als nur positiv überrascht. Das Hotel ins Uplawmoor wirkt nobel, die Zimmer sind geräumig und sauber und das Personal gewohnt freundlich. Das Beste: das hoteleigene Restaurant hat noch geöffnet. Also gönnen wir uns Steak, Haggis und ein paar Ale. So schlimm ist der Regen dann plötzlich doch nicht mehr.

Auch am nächsten Tag ist uns Petrus nicht mehr wohlgesonnen. Es schüttet wie aus Kübeln. Die geplanten B-Roads durch Nationalparks lassen wir aus, man würde ohnehin nichts sehen. Also begeben wir uns schweren Herzens wieder auf die Autobahn. Und da sind wir wieder am Anfang der Geschichte – im Regen auf einer Autobahn. Wir fahren an diesem Tag bis Peterborough, wo sich wieder die Sonne zeigt. Und gerade deshalb würden wir das nächste Mal die Fähre nach Newcastle nehmen. Ein weiterer Tag mit viel zu viel Autobahnanteil wäre uns erspart geblieben. Den hätten wir lieber auf der Isle of Skye verbracht. Aber danach ist man bekanntlich immer schlauer. Also machen wir das beste daraus, freuen uns über Sonnenschein, warme Temperaturen, Grillfleisch und Bier. Der Campingplatzbetreiber wollte uns eigentlich gar nicht auf den Platz lassen, da es sich um einen sehr spießeigen und reinen Familiencampingplatz handelt. Da er aber selbst Motorrad fährt, bekam er wohl Mitleid und fand eine Lösung. Wir durften auf einer angrenzenden Ausweichwiese unser Zelt aufschlagen. Er weiß sicherlich bis heute nicht, welchen Gefallen er uns getan hat: völlig abseits von allen andere teilten wir uns die riesige Wiese nur mit Fuchs und Hase, konnten also völlig ungestört und ohne jemanden zu stören den Grill anschmeißen. Ein Hoch auf die Motorradgemeinde.

Da wir im Tag zuvor deutlich weiter Richtung Süden gefahren sind als geplant, haben wir nur noch wenige Stunden bis Dover zu fahren. Dort haben wir ein einfaches B&B in fragwürdiger Umgebung gebucht, um den letzten Abend im The Eight Bells Pub ausklingen zu lassen. Wir nehmen noch ein paar A- und B-Roads mit, die uns aber angesichts des bereits Erlebten nicht begeistern können. Im Süden müsste man definitiv Richtung Cornwall fahren. Dort lässt es sich aus eigener Erfahrung hervorragend Motorrad fahren. Noch einen kurzen Abstecher zum Dover Castle und dann ist unsere Reise so gut wie vorbei. Nicht aber ohne zuvor Fish&Chips sowie einige Ale zu bestellen. Der Abend dauert schließlich auch etwas länger, aber man will ja die gewonnen Eindrücke gemeinsam verarbeiten.

Am nächsten Tag rollen wir wieder in den Zug des Eurotunnels und zurück zum Ausgangspunkt. Nachdem wir in sengender Hitze – im Vergleich zu schottischen Temperaturen – den Hänger beladen haben, machen wir uns an die letzten 1.000 Kilometer der Reise. Erschöpft sind wir und noch gar nicht fähig die Eindrücke der letzten Tage richtig zu sortieren und zu genießen. Im Nachhinein betrachtet hatten wir einfach nur mehr Glück als erlaubt, was das Wetter angeht. Trotz negativer Prognose fast ausschließlich Sonnenschein während der schönsten Reiseabschnitte. Land und Leute haben uns nachhaltig begeistert und vermutlich werden wir wiederkommen. Dann aber wohl per Fähre nach Newcastle....

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