Heja Norge! oder: Ein Traum wird wahr...
Lange habe ich davon geträumt, einmal mit dem Motorrad durch Norwegen zu fahren, nun war es endlich so weit. Nachdem ich meinen ursprünglich für Juni/Juli diesen Jahres geplanten


Land / Region:
Norwegen / Vest-Agder

Charakter:
Straße

Länge:
1100

Reisezeit:
Oktober 2019



... zweiwöchigen Urlaub dort habe stornieren müssen, hatte ich im Oktober nochmals die Möglichkeit, nicht nur ein paar Tage frei zu nehmen, sondern auch auf einigermaßen beständiges Wetter vertrauen und einen Kurztripp nach Norwegen unternehmen zu können.

Und so ging es am Samstagnachmittag (5.10.) nach der Arbeit los, mit der letzten #Syltfähre runter von der Insel, über Romo bis nach Kolding. Zugegeben, im Scandic Kolding habe ich das wohl hässlichste Hotelzimmer aller Zeiten bewohnt (so schlimm, dass ich noch nicht mal ein Foto davon gemacht habe ), aber es ging ja nur darum, einen Schlafplatz zu haben. Sauber war es, einfach die Einrichtung ging für meinen Geschmack so gar nicht. Dafür war das Frühstück am Sonntagmorgen für diese Hotelkategorie Extraklasse!

Gut gestärkt spulte ich dann die restlichen rund 270km Autobahn bis Hirtshals ab. Ok, eine etwas längere Teepause musste ich einlegen, da ich bei Temperaturen zwischen 1 und 4 Grad doch recht durchgefroren war. Pünktlich um 11.15 Uhr, also eine halbe Stunde vor Abfahrt kam ich am Fährhafen an, wo ich auch umgehend boarden konnte. Ich habe ja mittlerweile schon die ein oder andere Fähre genutzt, die HSC #Fjordcat von Fjordline ist aber doch speziell. Da es sich um einen Katamaran handelt, der nur vom Heck her be- und entladen werden kann, müssen alle LKWs und Autos im Bauch der Fähre drehen. Das geht aber - zumindest für die Autos - supereinfach, weil man eine Schnecke eingebaut hat, die die Autos auf einer Seite hoch und auf der anderen Seite wieder runterfahren. Coole Lösung. Und das beste: Die Fjordcat schlägt den direkten Mitbewerber auf derselben Strecke (Colorline) um 1 ganze Stunde und kommt schon nach 2 1/4 Stunden in Kristiansand an.

Tja, somit war es am Sonntag, 6. Oktober 2019 um 14.05 Uhr so weit und mein Motorrad und ich hatten zum ersten Mal norwegischen Boden unter den Füßen. Ich gebe zu, im Laufe des Nachmittags hat mich die Schönheit dieses Landes - auch wenn ich nur einen klitzekleinen Teil gesehen habe - so beeindruckt, dass meine Mundwinkel an den Ohren festgetackert zu sein schienen (oder vielleicht auch festgefroren, denn wirklich wärmer wurde es immer noch nicht). Für den Nachmittag hatte ich mir einen Stadtrundgang durch #Kristiansand vorgenommen. Die besondere Anordnung der Stadt im Schachbrettmuster (Kvadraturen genannt) macht die Orientierung recht einfach, die Strandpromenade (auch wenn es nur 10m Strand sind) führt an mehreren Bootshäfen entlang, vorbei an der Festung bis hin zur Fiskebrygga, dem Fiskebasaren und von dort über eine Brücke auf die bis in die 1960er Jahre zum militärischen Sperrgebiet erklärten Insel #Odderoya. Von dieser Insel hat man phantastische Ausblicke auf das Meer und die Stadt. Im Nordosten liegt das Viertel #Posebyen, ein etwa 14 Blocks großes Gebiet, das nach einem Brand Mitte des 19. Jahrhunderts originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Dort findet man hübsche, kalkgetünchte, typische norwegische Holzhäuser.

Am frühen Abend fuhr ich dann weiter zu Richard in sein superidyllisch gelegenes Häuschen am See #Sjavatnet im Marnadal, etwa 20 Minuten außerhalb von Kristiansand. Dort angekommen fühlt man sich gleich wie im Paradies.

Nach einer sternenklaren Nacht war der Montagmorgen dann entsprechend zapfig. Bei sagenhaften -3,5 Grad half alles nichts, die Abfahrt konnte nicht weiter verschoben werden, da es galt, die Abendfähre im - auf direktem Weg - gut 200 km entfernten Stavanger zu erwischen. Die Route an der Küste entlang, gespickt mit einigen interessanten Stops sollte etwa 370km lang werden, eine Reisezeit von etwa 8 Stunden war eingeplant. Trotz der bereits erwähnten extrem kalten und feuchten Witterung sprang die Maschine direkt beim ersten Versuch an - wohlgemerkt mit der 1. (und somit etwa 7 Jahre alten) Batterie (kleiner Seitenhieb an alle, die über die ersten LC-Modelle der R1200GS immer schimpfen ). Im beschaulichen #Mandal steuerte ich direkt die Elvepromenaden an, wo man einen tollen Blick auf den Fluß und die Anwesen auf der anderen Seite genießen kann. Allerdings hatte es sich mein Motorrad - oder besser die Batterie - nun anders überlegt und ihren Dienst quittiert. Long story short: Der herbeigerufene Pannendienst (Danke #ACE und #Falck für die schnelle, unkomplizierte und v.a. kostenlose Hilfe!) konnte die Maschine noch einmal starten, doch sollte ich ein Abschalten des Motors nun tunlichst vermeiden. Und so führte mich der Weg in die entgegengesetzte Richtung, 55km zurück nach Kristiansand zur nächsten BMW-Werkstatt, wo man mir freundlicherweise umgehend eine neue Batterie einbaute. Was soll ich sagen, in Deutschland hätte ich für das Geld wahrscheinlich drei Batterien bekommen, aber das Töff heimzuschieben war eben auch keine Option. Leider war es danach aber bereits so spät, dass ein sicheres Erreichen der Fähre in Stavanger nicht mehr möglich war. Also spontan umplanen, online eine günstige Bleibe in Krisitansand buchen, von den Jungs bei #Motor_Teknikk_AS noch schnell ein paar Tipps für die "Feierabendrunde" geben lassen und zurück auf die Straße.

Statt #Lindesnes (südlichster Punkt Norwegens), #Lista, #Flekkefjord, der Rv44 entlang der Südküste und #Egersund bestaunte ich also #Lillesand, kleine und kleinste Hinterlandstraßen um #Birkeland, #Engesland, #Evje und #Haegerland. Und natürlich immer wieder Wasser, sei es in Form von Seen, Buchten aus dem Meer oder Flüssen, einfach traumhaft.

Am Dienstagmorgen hieß es dann wieder früh aufstehen, schließlich legte die eingangs erwähnte Colorline (Fjordline fuhr dieses Jahr leider nur bis 6.10.) um 8.00 Uhr Richtung Hirtshals ab. Auch wenn es wie aus Eimern regnete, fiel mir der Abschied doch schwer, ich hätte gerne noch mehr von diesem Land gesehen.

Aber eines steht fest: Ich komme definitiv wieder und freue mich schon auf einen zweiwöchigen Urlaub in 2020!

#ichundmeintöff #hejanorge #eintraumwirdwahr


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