Schottland: Das Land der Highlands, der Lochs, des Whiskys und des Dudelsacks verzaubert jeden Besucher............


Land / Region:
Schottland Großbritannien / Schottland

Charakter:
Teerstraßen

Länge:
ca. 2000 Km

Reisezeit:
Mai/Juni



Vorwort

Wer als Schottlandfahrer mit der Fähre nach Newcastle übersetzen will, sollte so früh wie möglich buchen, denn je eher desto günstiger der Preis. Falls jemand ADAC Mitglied ist sollte über den ADAC gebucht werden, dann gibt es nochmals Rabatt.

 Bei der Planung der Reisezeit sollte das Vorkommen der Midges, eine Stechmückenart, berücksichtigt werden. Die können die Tour zur Tortur werden lassen.

 Bei der Planung unsere Reise, haben wir viele „Sehenswürdigkeiten“ im Fokus gehabt, die sich auch alle in der GPX-Datei befinden. Wenn Ihr nach dem Herunterladen ins BaseCamp eines der Ausflugsziele öffnet, findet Ihr unter dem Reiter „Hinweise“ viele Daten (Öffnungszeiten, Eintrittspreise, sowie WEB-Links usw.) Das könnte Euch bei der Planung Eurer Reise sicherlich helfen.

 Möchtest Du ein kurzes Video sehen, dann klicke HIER

Schottland

Das Land der Highlands, der Lochs, des Whiskys und des Dudelsacks

verzaubert jeden Besucher

(Aus Sicht einer Sozia)

26. Mai bis 05. Juni 2013

 26.05.2013

Es geht los. Heute starten wir unsere Reise nach Schottland. Leider regnet es, als wir gegen 9.30 Uhr starten. Die Fahrt verläuft gut. An einem Sonntag ist auf den Autobahnen nicht allzu viel los. Kurz vor Erreichen der Fähre in Ijmuiden kommt die Sonne hervor, aber es ist recht windig. Wir tanken noch einmal (In Holland ist der Sprit teuer 1,79 €) und fahren dann weiter zum Fährhafen. Im Fährterminal erfahre ich, dass wir uns gleich in die Warteschlange zur Abfertigung einreihen können. Obwohl wir recht früh dran sind, warten hier schon ein paar Reisende, auch einige Motorradfahrer. Eine andere FJR kommt auf uns zu und fragt, ob sie sich neben uns einreihen darf, was natürlich erlaubt ist. Es sind Gerd und Petra aus Mönchengladbach.  Mit Gesprächen überbrücken wir die Wartezeit bis wir vorfahren dürfen zum Abfertigungsschalter, wo wir unsere Bordkarten und die Essensgutschein erhalten. Alles läuft reibungslos. Bevor wir auf die Fähre dürfen, heißt es wieder „Warten“. Diesmal werden die Reihen aufgeteilt nach LKWs, Bussen, Autos und Wohnmobilen sowie Motorrädern. Es kommen immer mehr.

Eine Gruppe von mehr als 60 Motorrädern ist wohl auf dem Weg zur Isle of Man. Erst gegen 16.00 Uhr ist es soweit und die Einschiffung beginnt, zuerst Lkws und  Busse, dann die Autos und endlich auch wir, ein ganzes Deck fast nur Motorräder. Das Verzurren der Maschine müssen wir selbst übernehmen. Das ist zuerst gar nicht so einfach, aber wir bekommen Hilfe von einem Busfahrer und einem belgischen Motorradfahrer. Alles ist gut und wir können unsere Kabine suchen (Nr. 9113 auf Deck 9 – ganz oben, eine Außenkabine mit Dusche/WC). Wir ziehen uns um und gehen erst einmal in die Bar, um unseren Durst zu löschen. Für 18.00 Uhr haben wir unser Abendessen gebucht. Das Buffet ist wirklich sehr gut und wir sind froh, dass wir es im Voraus gebucht haben. Danach nehmen wir noch einen Drink in der Bar und gehen dann ins Bett, da der Tag doch recht anstrengend war. Es schaukelt nur ein bisschen, aber ich kann dennoch nicht gut schlafen.

 27.05.2013

Wir stehen früh auf und gehen dann zum Frühstück, welches auch sehr gut ist.

Bis zur Ankunft in Newcastle haben wir noch Zeit  und verbringen diese an der frischen Luft an Deck. Dann wird es Zeit, unsere Sachen zu packen und uns umzuziehen. Um 9.00 Uhr Ortszeit erreicht unsere Fähre den Hafen von Newcastle.

Am Cardeck 4 wartet auch schon ein junges Paar (Motorradfahrer) aus Dresden. Als die Tür sich endlich öffnet, blicken wir gespannt auf unsere Maschine. Sie steht noch!! Alles gut. Die Fahrt von Bord verläuft reibungslos. Das Wetter ist gut. Wir halten noch kurz an und verabschieden uns von Gerd und Petra. Dann geht es los.

Auf in den Linksverkehr. Schottland wir kommen! Gleich im ersten Kreisel nehmen wir die falsche Ausfahrt. Durch diesen Fehler berechnet unsere „Steffi“ Mitarbeiterin von Garmin) die Route neu. Das merken wir aber erst später. Statt, wie geplant an der Ostküste entlang zu fahren, geht es nun in Richtung Glasgow. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt setzt Regen ein. Um bei diesem Wetter möglichst schnell unser Ziel zu erreichen, fahren wir auf die Autobahn. Inzwischen ist der Regen sehr stark geworden und Schilder über der Autobahn weisen immer wieder auf „Heavy Rain“ hin. Um den Lkws zu entkommen, die trotz des Wetters schnell fahren und viel Gischt aufwirbeln, müssen wir sogar 120 km/Std. fahren, was nicht sehr angenehm ist und viel Konzentration erfordert. Regen, Regen, Regen, über 300 km hält dieses Wetter an. Endlich können wir die Autobahn verlassen. Auf einer schmalen Straße geht es am Ufer des Loch Lomond entlang. Der Regen hat etwas nachgelassen und wir sehen, dass es hier wunderschön ist. Am Ende der Straße müssen wir links abbiegen. Aus alter Gewohnheit fährt Klaus über die Straße auf die rechte Fahrbahn, wo uns natürlich auch ein Auto entgegenkommt. Geistesgegenwärtig fährt Klaus geradeaus auf einen Parkplatz. Das ist noch einmal gut gegangen. Von jetzt ab passe ich auch mehr auf und gebe ihm über die Sprechanlage entsprechende Hinweise. Kurze Zeit später müssen wir tanken und halten an einer Tankstelle, wo sich auch ein Café und ein Self-Service befinden. Eine kurze Pause haben wir dringend nötig. Bei einem Pott Kaffee sammeln wir wieder neue Kräfte. Bis zu unserem Hotel in Fort William sind es von hier noch ca. 80 km. Nicht mehr weit und wir kommen in die Highlands. Der Regen hat nun aufgehört und wir können die unglaublich schöne Landschaft ein wenig genießen. Doch die Freude währt nicht lange. Kurz vor Fort William beginnt es von neuem  zu regnen. Hoffentlich ist das nicht während unseres ganzen Urlaubs so, denke ich bei mir. Das Highland Hotelhier Doppelklick) besticht durch altenglischen Charme und liegt in einer schönen Gartenanlage oberhalb des Stadtzentrums, das zu Fuß über ein paar Treppen in 5 Minuten zu erreichen ist. Vom Hotel aus hat man einen wunderschönen Blick über den Loch Linnhe zu den gegenüber liegenden Sunart Hills.

Marina, die junge Dame an der Rezeption, empfängt mich mit den Worten „We are fully booked“. Nein, denke ich, das darf doch nicht wahr sein. Alison, General Manager von Lochs & Glens Holidays, hat doch die Reservierung für uns gemacht!

Mein dummes Gesicht veranlasst  Marina, nach meinem Namen zu fragen und dann kommt zu meiner Erleichterung die Antwort „Room No. 23. Unser Zimmer liegt im neuen Hoteltrakt im Erdgeschoss. Das Motorrad können wir direkt vor unserem Zimmerfenster parken und unser Gepäck durch das Fenster reichen. Sehr praktisch.

Das Zimmer ist freundlich eingerichtet, hat ein Bad mit Badewanne und wie in England üblich  „Coffee and Tea making facilities“. Wir sind froh, bei diesem Wetter endlich angekommen zu sein und richten uns erst einmal ein. Wir haben nur mit Frühstück gebucht, aber heute können wir das Abendessen im Hotel einnehmen. Die anderen Gäste sind ausnahmslos Engländer. Mit drei Busladungen ist das Hotel ausgebucht. Nach dem Abendessen hat der Regen aufgehört und wir beschließen, auf einem kurzen Spaziergang noch ein wenig die Umgebung zu erkunden. Nach einem kurzen Absacker in der Hotelbar fallen wir müde ins Bett und hoffen auf besseres Wetter für den Rest unseres Urlaubs.

 28.05.2013

Unser erster richtiger Urlaubstag! Um 8.45 Uhr gibt es Frühstück, englisches Frühstück, vom Personal am Tisch serviert.

Der Wettergott meint es gut mit uns. Die Sonne scheint! Und gleich sieht alles viel schöner aus. Wir freuen uns auf die erste Ausfahrt. Es ist zwar nicht warm, aber zum Motorradfahren okay. Nach dem Frühstück brechen wir auf zum ca. 30 km entfernten Glenfinnan Viadukt, das sich auf der Strecke von Fort William nach Mallaig fotogen über ein Hochlandtal spannt. Wir stellen die Maschine ab und suchen uns ein geeignetes Plätzchen. Dann heißt es Warten auf den Jacobite Dampfzug. Beides ist bekannt aus den Harry Potter Filmen. Das gegenüber liegende Glenfinnan Monument am See erinnert an den 19. August 1745. An diesem Tag startete der aus dem französischen Exil heimgekehrte Stuart-Spross Bonnie Prince Charlie einen Feldzug zur Eroberung Großbritanniens – und unterlag in der Schlacht von Culloden.

Anschließend setzen wir unsere Fahrt auf der sogenannten Panoramastraße, der A830, nach Mallaig fort. Mallaig ist ein Dorf mit etwa 750 Einwohnern an der Westküste Schottlands und wurde 1840 von Lord Lovant als reiner Fischereihafen gegründet. 1932 verkehrte von hier die erste Autofähre zur Insel Skye. Durch Fährverbindungen zu sieben weiteren Inseln ist die Bedeutung von Mallaig stark gestiegen.

Nach einer kurzen Pause im Hafen von Mallaig geht es wieder zurück auf die Panoramastraße A 830, bevor wir diese nach ca. 10 km verlassen. Nun kommen wir auf die B 8008, eine der sogenannten Single Roads. Single Roads sind schmale Straßen, auf der sich kaum zwei Autos begegnen können. Darum gibt es hier alle paar Meter Ausweichbuchten, um dem Gegenverkehr auszuweichen. Diese Straßen führen meistens  durch wenig besiedeltes Gebiet und sind daher landschaftlich oft sehr schön. Die B8008 führt vorbei an den schönsten Stränden der schottischen Westküste, u.a. dem Sound of Sleat und dem ‚Bunacaimb Beach. An einem besonders schönen Aussichtspunkt treffen wir ein älteres Ehepaar aus Newcastle, die auch die schöne Aussicht bewundern. Nach einem kurzen Smalltalk folgen wir weiter der Single Road. Plötzlich kommt uns eine FJR mit zwei Personen entgegen. Das gibt es doch nicht: auf dieser einsamen Strecke treffen wir Gerd und Petra wieder. Welch ein Zufall!! Gerd und Klaus halten an und es gibt ein großes Hallo!

Die Beiden haben keine festen Quartiere gebucht und hoffen auf „Bed & Breakfast“ an der Strecke. Sie erzählen uns, dass sie für die erste Nacht auf ein sehr teures Hotel ausweichen mussten, da alle Privatquartiere komplett ausgebucht waren. Später erfahren wir den Grund dafür: die bevorstehende Weltmeisterschaft im Mountain Biking. Viele Akteure sind schon angereist, um zu trainieren.  Dann trennen sich unsere Wege wieder. Gerd und Petra wollen weiter in Richtung Norden. Wir setzen unsere Tour fort und verlassen nach kurzer Zeit die Straße. Nun befinden wir uns auf einer noch schmaleren Single Road. Hier können sich wirklich keine Autos mehr begegnen. Nur noch ganz vereinzelt findet man ein paar Bauernhöfe bis die „Straße“ schließlich nur noch so breit ist wie ein Radweg bei uns. Auch der Asphalt wird immer schlechter. Bald scheint es, als hätten wir jegliche Zivilisation hinter uns gelassen, nur noch kahle Berge und Schafe, die auch gemütlich auf der Straße laufen, allerdings auf das Hupen unserer FJR sofort reagieren und die Straße verlassen. Das scheinen sie zu  kennen.  Man muss dennoch höllisch aufpassen, da die Strecke teilweise auch sehr kurvig und unübersichtlich ist. Ich bete bei mir, dass uns nur ja niemand begegnen und dieser Weg bald ein Ende haben möge. Außerdem verdunkelt sich der Himmel zusehends. Nach etwa 70 km erreichen wir endlich wieder die 861, die einer normalen Straße ähnelt. Keine zehn Pferde bringen mich dazu, heute auf noch so einer schmalen Single Road weiterzufahren. Angesichts der drohenden Wolken beschließen wir, unsere Tour abzukürzen und in Corran Ardgour die Corran Ferry nach Nether Lochaber zu nehmen. An dieser engsten Stelle des Loch Linnhe dauert die Fährüberfahrt nur 10 Minuten. Ca. 9 Meilen sind es dann noch bis nach Fort William.

Nachdem wir uns von dieser anstrengenden, aber wunderschönen Tour etwas erholt haben, müssen wir etwas essen. Wir entscheiden uns heute für ein Steak. Das Restaurant „The Great Glen“ befindet sich am Anfang der Fußgängerzone und ähnelt von außen einem „Burger King“ und es ist auch genauso gut besucht. In einer Ecke finden wir den letzten 2er Tisch. Wir erfahren, dass man sich die Getränke an der Bar selbst holen und dort auch die Bestellung für das Essen aufgeben muss, das uns dann an den Tisch gebracht wird. Es ist sehr laut hier und erinnert ein wenig an eine Bahnhofshalle, aber das Essen ist gut und vor allem sehr preiswert. Das 180 g Steak, Pommes und Salat incl. Getränk kosten um die 15 €.

 Nach einem kurzen Abendspaziergang gehen wir noch auf einen „Absacker“ in die Hotelbar, wo unsere englischen Mitbewohner schon kräftig die Bar belagern. Die Busgruppen scheinen ausnahmslos aus älteren Leuten der gehobenen Mittelschicht zu bestehen. Wir sind die einzigen Ausländer und dann noch Motorradfahrer, also ein bisschen exotisch. Viele sprechen uns an, wollen wissen, wo wir herkommen, wünschen uns eine gute Fahrt für den nächsten Tag und und und…..

 29.05.2013

Heute sind wir mit Alison verabredet. Alison ist General Manager bei Lochs & Glens Holidays, denen u.a. auch dieses Hotel gehört, und hat uns die Unterkunft besorgt. Ich kenne sie von früheren Geschäftsbeziehungen und will sie heute einmal persönlich kennenlernen. Leider hat Klaus die Adresse des Restaurants, in dem wir mit ihr verabredet sind, vergessen. Da wir auch den Namen nicht mehr genau wissen, ist es ein schwieriges Unterfangen und drei Leute an der Hotelrezeption versuchen uns zu helfen. Endlich hat eine Busfahrerin von Lochs & Glens die zündende Idee und weiß, was wir meinen. Sie macht uns einen Ausdruck von Google Maps. So kann es nach dem Frühstück losgehen. Der Weg zu unserem Treffpunkt führt uns wieder durch das wunderschöne Glencoe Tal, das wir heute mal bei Sonnenschein erleben dürfen. Auch die schmale Straße entlang des Loch Lomond kennen wir schon von unserer Anreise, aber bei Sonnenschein sieht alles viel schöner aus. Nach 160 km erreichen wir um 11.30 Uhr unseren Treffpunkt, das „House of Darrach“. Wir sind noch etwas zu früh, wollen aber schon einmal einen Platz suchen. Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Wo ist der Eingang?? Ich frage schließlich zwei ältere Damen, die auf der Terrasse des Restaurants sitzen. Bereitwillig geben Sie Auskunft. Wir müssen durch den Souvenirladen, damit wir das Restaurant erreichen. Sehr geschickt gemacht! Bei dem schönen Wetter entscheiden wir uns für einen Tisch auf der Terrasse und werden sofort von den beiden Damen in ein Gespräch verwickelt. Als Alison schließlich kommt, wissen wir bereits einiges über das Leben der Beiden. Alison ist wirklich sehr nett. Wir laden sie zum Essen ein und unterhalten uns angeregt. Während des Gesprächs erzählen wir ihr, dass wir einen Tag früher abreisen möchten, da uns die Etappe von Fort William bis nach Newcastle zu lang ist und wir diese lieber in zwei Etappen aufteilen möchten. Sofort bietet sie uns an, uns bei der Hotelsuche behilflich zu sein. Das haben wir gar nicht erwartet, aber so ist Alison. Dann muss Sie zurück ins Büro, und auch wir machen uns wieder auf den Weg. Von Gartocharn geht es bei wunderschönem Wetter über Luss und Arrochar zunächst in die am Loch Fyne gelegene Kleinstadt Inveraray mit dem georgianischen Schloss  Inveraray Castle. Immer am Loch Fyne entlang folgen wir nach einer kurzen Pause  der Straße 83, dann weiter auf der 816 bis wir schließlich die Stadt Oban erreichen, das Tor zu den Hebriden. Mit 8500 Einwohnern ist Oban die inoffizielle Hauptstadt der West Highlands. Die wunderschönen Ausblicke auf die Berge, die Lochs und die Inseln haben von jeher Künstler, Autoren, Komponisten und Dichter angezogen. Es überrascht nicht, dass Oban auch im 21. Jahrhundert als Anziehungspunkt für Reisende aus aller Welt gilt. Durch die Highlands und am Loch Linnhe entlang erreichen wir dann wieder unser Hotel in Fort William. Abendessen ist heute in einer kleinen Pizzeria, nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt. Die Pizza ist gut und preiswert, die Bedienung freundlich.

Dann:  „Same procedure.. as every day“ in der Hotelbar. Unsere englischen “Freunde” warten schon.

 30.05.2013

Heute wollen wir das sagenumwobene Loch Ness besuchen und nach „Nessie“, dem Ungeheuer von Loch Ness Ausschau halten. Das geht am besten vom Urquhart Castle aus, dieser malerischen Ruine aus dem 12. Jh. am Nordwestufer des Sees. Von hier hat man den besten Überblick. Leider gehören auch wir zu denjenigen, die Nessie  n i c h t  gesehen haben. Durch Inverness und vorbei am Culloden Battlefield, wo im Jahre 1746 die letzte große Schlacht Großbritanniens geführt wurde und Bonnie Prince Charles und seine tapferen Highlander auf dem flachen Feld dem Earl of Cumberland unterlagen, erreichen wir Cawdor Castle. Das Schloss wird seit 600 Jahren vom Clan der Campbells bewohnt. Bei wunderschönem Wetter besichtigen wir das Schloss und die Gärten. Für den Heimweg wählen wir eine Single Road, die uns an der südlichen Seite des Loch Ness entlang führt. Hierbei kommen wir auch an den Foyers Falls vorbei. An einem Gasthof parken wir unsere „Dicke“ und steigen die vielen Stufen und zum Teil steilen Pfade hinab zum im gegenüberliegenden Wald versteckten ca. 69 m hohen Wasserfall.

 Abends essen wir im „Ben Nevis Bar & Restaurant“ in der Fußgängerzone von Fort William. Das Essen ist zwar qualitativ gut, aber die Portionen sind eher klein und teuer.

Wieder im Hotel angekommen, müssen wir feststellen, dass unsere englischen „Freunde“ abgereist sind. Es sind neue Gäste angekommen, aber diesmal scheint es ein anderes Publikum zu sein. Man sieht es an der Kleidung und merkt es daran, wie sie sich geben. Sie sind auch nicht mehr so offen uns gegenüber und beäugen uns eher skeptisch.

 31.05.2013

Heute frühstücken wir um 8.30 Uhr. Der Himmel ist bedeckt und sogar etwas Nebel zieht herauf. Die Wolken hängen tief und es sind nur 8°C. Gegen 9.30 Uhr starten wir. Wir wollen heute etwas über die Geschichte und das Leben der früheren Highland-Bewohner erfahren und das Highland Folk Park Museum in Kingussie besuchen. Hierbei handelt es sich um ein Freilichtmuseum, das den Besuchern die Möglichkeit gibt, auf lebendige Weise Einblick in das Leben und die Kultur der schottischen Highlands zu nehmen. Auf dem Gelände befinden sich eine Reihe historischer Gebäude, die man besichtigen kann. U.a. ein Dorf aus den1930er Jahren mit einer Schule, einem „Tante Emma Laden“, einem Bauernhof und verschiedenen Handwerksbetrieben, die uns Einblick verschaffen in das Leben der Highland-Bewohner von damals. Alles ist so lebendig und authentisch, als hätten die Handwerker gerade mal kurz das Gebäude verlassen, um jeden Moment wieder zurück zu kehren. Durch einen Pinienwald, in dem rote Eichhörnchen leben, erreichen wir am anderen Ende des Geländes eine Siedlung aus den Highlands um 1700. Auch diese Behausungen kann man betreten und erhält ein Gefühl dafür, wie die Leute damals gelebt haben. Vor einer dieser Hütten treffen wir auf zwei Damen, die die Bekleidung aus jener Zeit tragen und auch bereitwillig auf alle Fragen antworten.

Wir kehren wieder in das Dorf von 1930 zurück und besichtigen die restlichen Häuser sowie einen Kaufmannsladen, in dem man heute die leckersten Bonbons kaufen kann.

Und noch ein wichtiger Hinweis:  Dieses Museum kostet keinen Eintritt!!

Gegen Mittag fängt es etwas an zu regnen. Wir verspeisen noch schnell ein Sandwich, das wir im museumseigenen kleinen Bistro gekauft haben und machen uns dann auf den Weg zum Blair Castle. Wir fahren eine lange Auffahrt hinauf, bevor uns ein netter älterer Herr aufhält und uns direkt am Motorrad die Eintrittskarten verkauft, bevor wir dann den Parkplatz erreichen. In Anbetracht der uns verbleibenden Zeit und des noch bevorstehenden Rückweges nach Fort William entscheiden wir uns für die Besichtigung der Außenanlagen des Schlosses, denn auch hier gibt es viel zu sehen. Es ist schon einiges los hier, denn Blair Castle ist das meistbesuchte private Haus Schottlands. Es stammt aus dem Jahr 1269 und war über 700 Jahre lang im Besitz der Familie Atholl. 1844 war hier sogar Königin Victoria zu Gast. Heute ist das Schloss Sitz der Familie Murray. Oberhaupt ist der Duke of Atholl. Außerdem sind hier auch die Atholl Highlanders stationiert, die einzige Privatarmee Europas. Leider ist das Schloss zur Zeit teilweise verhüllt, da hier gerade Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. Nachdem wir dem Rotwild im Wildpark einen Besuch abgestattet haben, fängt es ein wenig an zu regnen und wir suchen Schutz unter den hohen alten, dicht belaubten Bäumen von Diana’s Grove, benannt nach Diana, der Göttin der Jagd. Hier begegnen wir auch den berühmten Highland Rindern mit ihrem langen, zotteligen Fell und den langen Hörnern. Gerade haben wir die kleine Kapelle im Wald erreicht, als wir aus der Ferne Dudelsackmusik hören. Schnell gehen wir zurück zum Schloss, denn das Spektakel wollen wir uns nicht entgehen lassen. Wir hören eine Weile zu und machen uns dann auf den Heimweg zurück nach Fort William. Das Hotel erreichen wir gegen 17.00 Uhr. Hat doch tatsächlich ein anderer Motorradfahrer den Parkplatz vor unserem Fenster eingenommen. Man fasst es nicht. In unserem Zimmer erwartet uns eine Nachricht von Ashley bezüglich unserer Übernachtung am 03.06. Sie hat mehrere in Frage kommende Hotels herausgesucht. Wir entscheiden uns für das Macdonald Inchyra Hotel & Spa in Falkirk und gehen sofort zur Rezeption, wo man bereitwillig für uns telefoniert und das Hotel bucht. Das hätten wir dann auch.

Zum Abendessen gehen wir heute wieder in das „Great Glen“. Heute gibt es Fisch (Haddock) mit Erbsen und Pommes, 2 x inkl. Bier für 12,70 £.

Der Abend wird wie immer in der Hotelbar beendet.

 01.06.2013

Das Wetter sieht nicht gut aus. Es ist neblig und ziemlich kalt (9-14°C). Wir wollen heute zum Eilean Donan Castle, bekannt durch den Film „Highlander“ und zur Isle of Skye. Ob sich das lohnt bei dem Wetter? Ein Busfahrer von Lochs & Glens Holidays tröstet uns mit den Worten „Auf Skye scheint immer die Sonne“. Na, da bin ich ja mal gespannt. Heute ist Samstag, das merkt man vor allem am Verkehr. Viele Wochenendausflügler aus Edinburgh und Glasgow bevölkern die Highlands. Unendlich viele Motorradfahrer mit ihren zum Teil waghalsigen Überholmanövern machen mir doch ein wenig Angst. Einer fährt so dicht an uns vorbei, dass sich die Spiegel fast berühren. Na ja, jeder so wie er es braucht. Wir brauchen es nicht! Der Parkplatz am Eilean Donan Castle ist schon gut besucht. Wir finden noch eine Lücke neben einem französischen Wohnmobil. Es beginnt zu nieseln und wir beschließen, das Schloss von innen zu besichtigen. Über eine lange Brücke kommen wir auf den Schlosshof und von dort in das Schloss. Fotografieren ist hier verboten. Schade, denn die Räumlichkeiten sind sehr interessant, besonders die Küche aus dem Jahre 1930 hat es mir angetan. Das Schloss wird heute nicht mehr bewohnt, aber es wird gern für Trauungszeremonien gebucht, manchmal auch mit anschließendem Champagnerempfang. Sehr romantisch. Ein Besuch dieser „schönsten Burg Schottlands“, wie manche sagen, lohnt sich auf jeden Fall.

Auf dem Parkplatz vor dem Schloss hat sich ein junger Schotte mit seinem Dudelsack eingefunden, um sein Taschengeld aufzubessern. Wir hören ihm eine Weile zu, bevor wir uns auf den Weg zur Isle of Skye machen. Von den Prophezeiungen des Busfahrers merken wir nicht viel. Der Regen wird stärker, je näher wir der großen Brücke kommen, die auf die Insel führt. Haben wir ein Glück, dass wir einen dieser seltenen Regentage erleben dürfen, wo doch hier sonst immer die Sonne scheint. Dennoch überqueren wir die große Brücke und haben somit wenigstens einmal Reifenberührung mit der Isle of Skye gehabt, wenn wir auch bei dem Nebel nicht viel sehen. Es regnet immer stärker, und es macht wirklich keinen Sinn, sich hier noch länger aufzuhalten. Wir beschließen zurückzufahren. Am Eilean Donan Castle sind wir schon vorbei, als wir plötzlich in einen Stau geraten. Vor uns hat sich eine lange Schlange gebildet und auch hinter uns wird der Stau immer länger. Gottseidank hat es aufgehört zu regnen. Eine Engländerin aus dem Auto vor uns hat ein Fernglas. Ich steige ab und frage sie, ob sie etwas sehen könne. Sie sagt, dass es in einiger Entfernung von uns einen Unfall gegeben habe und dass der Rettungshubschrauber gelandet sei. Das hört sich nicht gut an. Ein anderer Motorradfahrer fährt im Schritttempo an der Schlange vorbei. Nach einiger Zeit kommt er zurück und informiert die Wartenden, dass ein Motorradfahrer in den Gegenverkehr geraten sei. Ein Hubschrauber bringt den Schwerverletzten in die Klinik. Ich muss an die waghalsigen Überholmanöver von heute Morgen denken, und mir wird mulmig. Gute zwei Stunden müssen wir warten, bevor sich die Schlange langsam wieder in Bewegung setzt. Wir fahren direkt zum Hotel. Da wir seit dem Frühstück noch nichts gegessen haben, kaufen wir uns in der Stadt einen Burger. Wir setzen uns auf eine Bank in der Sonne und verspeisen die riesige Portion.

Das heutige Abendessen im Great Glen ist eigentlich überflüssig, denn nach der Riesenburger Portion sind wir eigentlich gar nicht mehr hungrig.

 Heute am Samstag, ist im Hotel Folklore angesagt. Musiker mit Akkordeon, Geige und Dudelsack machen Musik und zwei junge Mädchen zeigen schottische Tänze. Sie machen das wirklich toll und alle sind begeistert. Ich ärgere mich, dass ich keinen Fotoapparat und keine Kamera dabei habe, aber ich will sie auch nicht holen, da ich Angst habe, sonst etwas zu verpassen. Bis 22.30 Uhr schauen wir zu und sind begeistert. Die beiden Mädchen tanzen wirklich bewundernswert.

 02.06.2013

Um 8.30 Uhr Frühstück. Es ist Sonntag. Das Wetter ist schön, nur ein bisschen frisch. Unser erstes Ziel heute sind die Dochart Stromschnellen. Da wir genügend Zeit haben, beschließen wir, die A 82 kurz hinter Onich zu verlassen und auf Single Roads den Loch Leven zu umrunden, ein Umweg, der sich lohnt.  Bei Glencoe kommen wir wieder auf die A 82, die durch das Glencoe Tal führt. Obwohl wir diese Straße nun schon ein paarmal befahren haben, ist diese beeindruckende Landschaft immer wieder ein Erlebnis. In Crianlarich biegen wir nach links ab und fahren weiter auf der A 85 am River Dochart entlang bis wir in die kleine Landstraße abbiegen, die nach Killin führt.  Nun ist es nicht mehr weit bis zu den Stromschnellen. Aber welch ein Trubel herrscht hier. Autos und Menschen wohin man sieht. Nicht mal eine Lücke für das Motorrad finden wir. Dann sehen wir die Erklärung hierfür. Auf den Steinen im Fluss geben Moto-Trail-Biker ihr Bestes. Es scheint eine Meisterschaft zu sein. Wir fahren also wieder auf die Hauptstraße und verschieben den Besuch auf morgen. Wir machen uns nun auf die Suche nach Rob Roy’s Grab.

 Robert Roy MacGregor wurde am 7. März 1671 in Glengyle am Loch Katrine geboren und starb am 28. Dezember 1734 in Inverlochlarig Beg, Balquhidder. Auch bekannt unter dem Namen Rob Roy war er ein schottischer Volksheld und Geächteter des frühen 18. Jahrhunderts. Man nannte ihn auch den schottischen Robin Hood.

 In Kingshouse verlassen wir die A 85 und fahren auf einer schmalen Straße zur kleinen Kirche von Balquhidder, auf deren Friedhof sich das Grab befindet. Stolz, dass wir es gefunden haben, machen wir ein Foto. Leider war es das falsche Grab. Das bemerken wir, als wir uns umdrehen und hinter uns ein unscheinbares Grab mit einer verwitterten Inschrift auf dem Grabstein finden. Alte Emailleschilder am kleinen Zaun, der das Grab umgibt, weisen auf die Familie MacGregor hin. Es liegen einige Münzen auf dem Grab. Das scheint Glück zu bringen. Wir verharren hier eine Weile und machen uns dann wieder auf den Rückweg. Bevor es wieder durch das Glencoe Tal geht (dies ist der kürzeste Weg nach Fort William), machen wir noch eine kleine Pause an der Tankstelle in Tyndrum. Es ist Sonntag und alle Motorradfahrer Schottlands scheinen sich hier zu treffen. Der Parkplatz ist voll. Wir kommen mit einem FJR Fahrer aus Glasgow ins Gespräch und unterhalten uns eine ganze Weile mit ihm. Ihm gefällt besonders die Farbe unserer „Dicken“.

Am späten Nachmittag erreichen wir wieder unser Hotel. Es ist unser letzter Tag hier.

Wir gehen noch einmal in die Stadt und essen dann ein letztes Mal in der Pizzeria zu Abend.

In der Hotelbar nehmen wir dann unseren Abschiedsdrink. Schade, dass wir das Highland Hotel morgen wieder verlassen müssen. Es ist während der letzten Tage ein bisschen unser Zuhause geworden . Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Die Zimmer sind in Ordnung und das Hotelpersonal sehr freundlich, zuvorkommend und äußerst hilfsbereit.

 03.06.2013

Aufbruch! Nach dem Frühstück beladen wir unsere FJR, verabschieden uns an der Rezeption und los geht es. Heute haben wir keine Eile. Ganz entspannt haben wir den ganzen Tag Zeit, um unser Übernachtungsziel, das Macdonald Inchyra Hotel & Spa in Falkirk, zu erreichen. Ein letztes Mal durchqueren wir das Glencoe Tal, das uns schon fast zur zweiten Heimat geworden ist. Ein bisschen Wehmut kommt auf, aber wir freuen uns auch auf Zuhause. Das Wetter ist gut und wir beschließen, noch einmal bei den Dochart Stromschnellen vorbeizuschauen. Heute ist alles wesentlich ruhiger in Killin. Wir parken an der Straße und machen in Ruhe die Fotos, die wir gestern nicht machen konnten. Dann geht  es weiter auf dem direkten Weg immer noch durch eine wunderschöne Landschaft nach Falkirk. Wir fahren zuerst zu unserem Hotel, um einzuchecken und unsere Sachen abzuladen. Es ist früher Nachmittag und wir können noch in Ruhe das berühmte „Falkirk Wheel“ besuchen.

 Das Falkirk Wheel ist ein modernes Schiffshebewerk, das durch seine Konstruktion in der Art eines Riesenrades einmalig auf der Welt ist. Das Hebewerk ist Teil des Millennium Link, der Schottland in West-Ost-Richtung durchquert und so eine Verbindung zwischen den Flüssen Clyde und  Forth bildet. Es wurde am 24. Mai 2002 durch Elisabeth II eröffnet und ersetzt eine Schleusentreppe von elf Schleusen, die bis ca. 1930 bei Falkirk den Forth and Clyde Canal mit dem Union Canal verbanden. Die Kosten betrugen 17 Millionen Euro.

 Die gesamte Anlage um das Hebewerk ist sehr touristisch. Es gibt ein Restaurant, Souvenirshops, einen Park, verschiedene Buden, Kinderspielplätze. Manche Leute scheinen hier mit ihren Kindern einen ganzen Tag zu verbringen. Wir essen eine Kleinigkeit und schauen uns an, wie das Schiffshebewerk funktioniert, bevor wir zurück zum Hotel fahren.

 Das Macdonald Inchyra Hotel & Spa liegt etwas außerhalb der Stadt und wir machen uns zu Fuß auf den Weg, um einen Geldautomaten und ein Restaurant für das Abendessen zu suchen. Außerdem tut ein Spaziergang nach einem ganzen Tag auf dem Motorrad gut.

Auf der Terrasse des Claremont Inn trinken wir erst einmal etwas. Da es uns hier gut gefällt, bestellen wir auch gleich einen Tisch für das Abendessen. Nach einem kurzen Rundgang durch den Ort lassen wir uns hier nieder. Das Essen ist ausgezeichnet und preiswert.

Das ist unser letzter Abend in Schottland. Morgen geht es weiter nach Newcastle auf die Fähre.

 04.06.2013

Wir stehen früh auf und gehen zum Frühstück. Das Hotel ist zwar sehr gut und auch das Frühstück umfangreich, aber es ist etwas anonym und nicht so heimelig wie das Highland Hotel in Fort William. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg, denn es liegen circa 250 km vor uns bis nach Newcastle. Spätestens um 16.15 Uhr müssen wir dort sein. Wir nehmen nicht die Autobahn, sondern fahren über viele kleine Straßen durch die wunderschöne Landschaft der schottischen Lowlands mit ihren saftigen grünen Wiesen und verträumten kleinen Dörfer und Städtchen bis wir die schottisch-englische Grenze bei den Koordinaten N55 21 16.0 W2 28 39.3   überqueren. Zwei Grenzsteine weisen darauf hin..

Nun sind wir in England und auch hier ist die Landschaft wunderschön. Auch England ist eine Reise wert. Wir erreichen Newcastle gegen 14:00 Uhr. Den Hafen können wir schon sehen, aber wir verpassen die richtige Einfahrt und müssen umdrehen. Hinter uns hupt ein LKW und macht uns ganz nervös. Vor dem Terminal treffen wir dann zwei Bedienstete, die uns den richtigen Weg zeigen. Wir müssen noch einmal zurück und uns in die richtige Spur einordnen. Wie wir sehen, geht es anderen Reisenden ebenso. Kaum haben wir uns eingereiht, kommt uns das Motorradgespann weiter vorne recht bekannt vor. Welcher Zufall, das sind ja Uschi und Michel, die wir auf der Hinfahrt auf der Fähre kennengelernt haben.

Die wollten ja eigentlich über Südengland wieder nach Hause fahren. Großes Hallo!

Wie sie uns später erzählen, haben sie es sich kurzfristig anders überlegt. Die Einschiffung erfolgt pünktlich und alles läuft reibungslos. Wir kennen das ja schon von der Herfahrt. Wir bringen unser Gepäck in die Kabine und müssen dann auch schon schleunigst zum Abendessen, das wir wie auf der Hinfahrt im Voraus gebucht hatten. Nach einer guten Stunde auf See und einem guten Abendessen treffen wir beim Verlassen des Speisesaals auf helle Aufregung an der Rezeption. Eine Passagierin liegt am Boden und mehrere Personen bemühen sich um sie. Man ruft nach einem Arzt. Die Dame scheint ohnmächtig zu sein. Etwas später macht der Kapitän die Durchsage, dass das Schiff nach Newcastle zurückfahren würde, da ein Passagier ins Krankenhaus gebracht werden müsse, das bedeutet eine Verspätung in der Ankunft am nächsten Morgen von mindestens drei Stunden, aber die Gesundheit eines Menschen geht schließlich vor, obwohl einige Leute an Bord das nicht verstehen können und nur daran denken, dass sie nun vielleicht in Anschluss in Ijmuiden nicht mehr bekommen. Später erfahren wir an der Rezeption, dass die Dame sich verschluckt hatte und keine Luft mehr bekam. Sie musste wiederbelebt werden und hatte ganz großes Glück, dass sie es geschafft hat. Gottseidank.

Auf diesen Schreck gehen wir erst einmal auf einen Drink in die Bar. Hier treffen wir dann auch Uschi und Michael und unterhalten uns noch eine Weile mit den beiden, bevor wir unsere Kabine aufsuchen. Gute Nacht!

 05.06.2013

Die Nacht war ruhig. Es hat kaum geschaukelt. Aufgrund der gestrigen Ereignisse haben wir nun noch ausgiebig Zeit, bevor das Schiff wieder in Ijmuiden anlegt. Zeit, um das umfangreiche Frühstücksbuffet ausgiebig zu genießen und noch an Deck ein wenig frische Luft zu schnappen. Dann heißt es wieder „Auf zu den Motorrädern im Schiffsbauch“. Wieder festen Boden unter den Rädern, müssen wir daran denken: „Hier gilt Rechtsverkehr!!“. Wir machen uns ohne viele Pausen direkt auf nach Hause, wo wir im Laufe des Nachmittages eintreffen.

 Ende einer erlebnisreichen Tour!

 Fazit: Schottland mit seinen atemberaubenden, abwechslungsreichen Landschaften, geheimnisvollen Lochs, freundlichen Menschen und vielen historischen  Sehenswürdigkeiten ist ein interessantes Land – kurz gesagt: Schottland ist immer eine Reise wert!

 


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