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Land / Region:
Deutschland / Nordhessen, Kaufunger Wald, Eichsfeld, Werra-Meissner-Kreis,

Charakter:
Straße

Länge:
265

Reisezeit:
April - Oktober



… und ganz viel Gebrüder Grimm.  Ich möchte euch eine Tour durch meine Heimat vorstellen. Hier bin ich geboren. Hier wohnt noch ein Teil meiner Familie. Und zum Motorradfahren ist es eine ganz besondere Gegend.

Ausgangspunkt ist das Hotel Sonnenblick bei Bebra. Hier treffen sich am letzten Oktoberwochenende 2014 fünfzehn Motorradfahrerinnen aus Hannover und Ratingen zur Jahresabschlusstour. Wir gehören dem Hexenring (www.hexenring.org) an, einer kleinen feinen Gemeinschaft von Frauen, die sich eine Leidenschaft teilen: Moppi fahren!

 Noch in der Nacht hat es geregnet. Morgens sind es frische 8 Grad. Aber die Vorhersage macht Mut: 11 Grad Höchsttemperatur und kein Regen mehr.

 Eine (meine) Gruppe startet um 09:30 Uhr. Leichter Nieselregen.

„Wir fahren gen Norden und da wohnen meine Eltern. Und die erzählen immer, dass es in bei ihnen wenig regnet, weil der Hundsrück vieles abhält. Meine Damen, es wird gleich aufhören“, versuche ich die anderen 7 Frühaufsteherinnen zu trösten. Und tatsächlich hört es bald auf.

Trotzdem fahren wir verhaltener. Die Straßen sind nass. Laub und Bauerndreck machen das Fahren auch nicht sicherer.

 Der erste kurze Halt ist bereits nach 35 km in dem Örtchen namens Röhrda. Bei der Hausschlachtung Reinhardt  (http://www.ringgau-wurst.de/index.html)  müssen Karin und ich uns erst einmal mit „ahler Wurst“  (http://de.wikipedia.org/wiki/Ahle_Wurst) eindecken. Das ist ein regionaler, deftiger Leckerbissen und sollte unbedingt probiert werden.

 Hinter Weißenborn beginnt der Schlierbachswald. Die Straße ist in einem guten Zustand und ausreichend breit, um mal ordentlich durch die Kurven zu fliegen. Bei Wanfried überqueren wir die Werra. Links der Brücke sieht man die Schlagd, ein ehemaliger Hafen, der Umschlagplatz für Waren von und nach Südosteuropa war. Heute hat sich in den ehemaligen Lagerhäusern Gastronomie angesiedelt.

 Kurz hinter Wanfried verlassen wir Hessen und kurven ein kurzes Stück durch Thüringen. Die ehemalige Grenze zur DDR ist hier nicht mehr erkennbar. Geismar, Wiesenfeld, Rüstungen, Mackenrode, Dietzenrode-Vatterode  gehören zu den neuen Bundesländern.

Dann sind wir wieder in Nordhessen und fahren auf einer schmalen Straße auf den Sickenberg. Wir kommen am Grenzmuseum Schifflersgrund (http://www.grenzmuseum.de/) vorbei. Wer sich für die damalige DDR-Grenze interessiert, sollte nicht daran vorbei fahren.

 In Bad Sooden-Allendorf machen wir auf der Bad Soodener Seite Pause. Die Ortsteile werden durch die B 27 getrennt. Dank des „Bad“ gibt es am Kurpark eine ausreichende Anzahl von Cafes, Restaurants und Geschäften. Fachwerk dominiert. Bad Sooden-Allendorf liegt an der Deutschen Märchenstraße. Hier sollen die Gebrüder Grimm auf das Märchen der Frau Holle gestoßen sein. Aus diesem Anlass wird hier ab Ostersonntag eine Märchenwoche veranstaltet. Außerdem ist es noch Kurort und in  der Nähe des Kurparks findet man auch ein großes Gradierwerk/Salinen für Lungenkranke.

 Wir verlassen den märchenhaften Ort über eine 12% ige Steigung in Richtung des Hohen Meißners (753 m). Im Winter Schneeparadies mit Loipen und einer Piste und im Sommer Wanderparadies. Wir fahren allerdings nicht auf den höchsten Punkt, sondern nur bis zum Aussichtspunkt Schwalbenthal. Bei gutem Wetter hat man einen weiten Blick gen Osten.

Wenig später kommen wir an einem kleinen Teich vorbei; der Frau Holle Teich. Daneben findet man Frau Holle selbst in Holz geschnitzt mit üppigem Dekoltee (das war mal Streitgespräch).

 Hinter Witzenhausen (im Frühjahr zur Kirschblüte ist die Gegend übrigens ein Traum) beginnt ab Kleinalmerode ein Kurventraum durch den Kaufunger Wald.

 Die Königs-Alm bei Nieste bietet bayrisches Ambiente und einen großen, schön gelegenen Biergarten. Dann geht es abwärts nach Kaufungen und parallel der B7 über Helsa, Friedrichsbrück nach Hessisch Lichtenau, ein weiterer märchenhafter Ort mit viel Fachwerkidylle im Zentrum.

 Spangenberg und Rotenburg an der Fulda sind die nächsten größeren Orte auf unserer Strecke. In Rotenburg kann man sich am Marktplatz bei der Kirche noch einen Kaffee oder andere Erfrischung gönnen. Jetzt im Oktober muss was Heißes her.

 Bevor wir wieder in Bebra landen, machen wir noch einen Schlenker, der sich lohnt. Die K50 bei Rockensüß ist traumhaft.


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