Von unserem Hotel aus haben wir nur wenige hundert Meter bis zum Parkplatz der Felsenstadt zu fahren. Mit dem kleinen Obulus sind die Möppels dort auch sicher abgestellt und wir können beruhigt die Besichtigung angehen. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto erkunden wir nunmehr die

Adršpacher Felsen

So viele


Land / Region:
Tschechien / Nordmähren und Nordböhmen

Charakter:
Ein Naturschauspiel der besonderen Art zu Beginn, Kurvenräubern im Riesengebirge und am Ende eine auf dieser Welt einmalige Burgruine.

Länge:
220 km

Reisezeit:
April - Oktober



... faszinierende Ecken wie in den Adršpach-Teplicer Felsen gibt es nur selten zu sehen. Die Adršpach-Teplicer Felsen bilden die größte und wildeste Felsenstadt, in diesem Falle eine Gruppierung von Sandsteinfelsen, in Mitteleuropa. Die Felsen breiten sich auf einer Fläche von 1772 Hektar (17,7 Quadratkilometer) aus und ragen gerade in die Höhe. Es bildete sich im Verlauf der Kreidezeit eine einheitliche Sandsteinplatte, die auf älteren Sandsteinen, Konglomeraten und Tonsteinen aus permokarbonischer Zeit und Arkosen der Trias der Innersudetischen Senke (Vnitrosudetská Pánev) aufliegt. Durch den erosiven Einfluss von Wasser, Sonne, Frost und Wind ist diese allmählich zergliedert worden und es formten sich auf diese Weise Klüfte und Schluchten aus, die bis zu 100 m hoch sind. So entstanden auch viele Felsnadeln, Terrassen und Mulden mit steilen Wänden oder Höhlen.

Für die Besichtigung der Felsen planen wir ca. 2 Stunden ein. Wir sollten dann aber bald starten, denn es warten wieder viele interessante Kilometer und vor allem das Riesengebirge auf uns. Nach einer kurzen Fahrt im Tal mit schönen Ausblicken auf weitere Felsen, nehmen wir hinter Adrspach den ersten Abzweig in Richtung Trutnov. Die Straße führt uns im Wald in leichten Kurven und langsam ansteigend auf eine Kuppe hinter der es richtig knackig wieder bergab geht: sieben Serpentinen führen auf einer schmalen Straße durch den Wald hinunter nach Chvalec, wo wir auf die „301“ nach Trutnov einbiegen. Eingerahmt von Büschen und Bäumen windet sich die Straße entlang der Hügel, der Verkehr wird langsam dichter und zügig erreichen wir die Stadt Trutnov, welche wir jedoch bald wieder Richtung Norden (Vrchlabi) verlassen und in den östlichen Rand des Riesengebirges eintauchen.

Riesengebirge

Das Riesengebirge (tschechisch Krkonoše, polnisch Karkonosze, gebirgsschlesisch Riesageberge oder Riesegeberche) ist das höchste Gebirge Tschechiens sowie Schlesiens. Es erstreckt sich an der Grenze zwischen Polen und Tschechien und erreicht in der Schneekoppe (tschech. Sněžka, poln. Śnieżka), eine Höhe von 1603 Metern. Nahe am Kamm, etwa 7,5 km nordwestlich des Zentrums von Špindlerův Mlýn (Spindlermühle), befindet sich in fast 1400 m Höhe die Quelle der Elbe.

In Mlade Buky zweigen wir wieder von der Hauptroute ab, um uns ein wenig Alpengefühl zu verschaffen. In einer schönen Schlucht geht es stetig bergauf und am Ende sorgen zwei weit geschwungene Serpentinen für Hochgeschwindigkeits-Schräglagenspaß. In Mala Upa, einem Skiort in 1046 m Höhe machen kurz vor der polnischen Grenze eine Kaffeepause und genießen dabei den Ausblick auf die Schneekoppe.

Auf der Paßhöhe passieren wir die Grenze zu Polen, wo wir uns umgehend auf einer herrlichen Piste wieder in die Tiefe nach Kowary stürzen. Tolle Kurven und fantastische Ausblicke warten auf uns – leider macht uns das Wetter einen dicken fetten Strich durch die Rechnung: es schüttet wie aus Eimern. Auf der Nordseite des Riesengebirges – bei guten Wetter hätten wir immer die Schneekoppe (1602 m) im Blick - bringt uns die „366“ in westlicher Richtung über Milkow, Marczyce und Sobiezow relativ unspektakulär auf die Hauptroute E65, auf der wir nun wieder gen Süden nach Tschechien zurückkehren - und wie! Sofern der Verkehr es zulässt, können wir tolle Kurvenkombinationen nach Bikerslust genießen und passieren bei Jakuszyce (892 m) abermals die Grenze.

Wir folgen der „10/14“ in Richtung Tanvald, verlassen diese jedoch bald und cruisen zunächst über ein winziges Sträßen durch bewaldetes Gebiet, um uns dann in wildem Kurvengeschlängel in Tanvald einzufinden. Wir folgen erneut der „10“, die sich kurz vor Zelezny Brod in weiten Kurven langsam tiefer windet und in bestem Zustand ordentliche Schräglagen zulässt (die eine oder andere Geschindigkeitsreduzierung erscheint uns nicht völlig sinnbefreit). Aber genug der breiten Asphaltbänder - schließlich sind wir mit dem Motorrad und nicht mit dem Sattelschlepper unterwegs.

Ein bisschen Spaß darf da ruhig sein, so biegen wir ins Tal des Flüsschens Jizera ab und auf der nun folgenden Route haben breite Fahrzeuge nun wirklich nix, aber auch gar nix zu suchen! Über Semily erreichen wir nach einem Panoramastopp an einem Parkplatz schließlich die Burg Trosky, von deren Türmen sich fantastische Ausblicke über die Region bieten.

Burg Trosky

Mit dem Aufbau der Burg Trosky wurde am Ende des 14. Jahrhundert (ca. im Jahre 1397) begonnen. Die Besonderheiten des Terrains haben maßgeblich über die Art des Aufbaus entschieden. Das Basaltmassiv bildete sich unter der Erdoberfläche im Tertiär, als zwei Schlote durch Magma ausgefüllt wurden. Die beiden Türme wurden durch Verwitterung des umgebenden Gesteins freigelegt – übrigens auf der Welt in dieser Art einmalig.

Zwischen den beiden Basaltkegeln wurde die innere Burg errichtet, auf den Kegeln selbst errichtete man zwei Türme. Somit war die Burg vom Süden sie durch den Steilhang geschützt, vom Norden mit einer Vorburg und die Flanken wurden durch die beiden Basaltkegel und die auf den beiden unzugänglichen Gipfeln aufgebauten Türme gesichert. Von dort genießt man übrigens eine grandiose Aussicht in die Region.

Den Abschluss unserer Tagestour bildet eine Fahrt kreuz und quer durch die Felsenstadt bei Hrubá Skála, teilweise einspurige Straße mit fürchterlichem Straßenbelag, aber dennoch ein Erlebnis. Unsere Route führt an der Burg Kost vorbei und kommt schließlich bei unserem Quartier vor Jičín an, das wir über eine kleine Straße, die in einer Sackgasse endet, am scheinbaren Ende der Welt liegend erreichen.


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