Dienstag Juni 2017 – In den Grampian Mountains – Von Glendevon über Pitlochry nach Tomintoul.

Entlang des Loch- Tay und Tummel fahren wir heute nach Pitlochry und über des „Devils Elbow“ geht es anschließend über Braemar, Balmoral Castle und Ballater nach Tomintoul. Zum Abschluss wartet eine Whisky-Tour mit Verkostung bei


Land / Region:
Schottland / Grampian Mountains

Charakter:
Straße, Single-track-road

Länge:
235

Reisezeit:
Juni



... The Glenlivet auf uns. Dazu sollten wir um 15 Uhr im Hotel sein und dann geht's mit dem Taxi zur Distillery, wo unsere Führung um 16 Uhr beginnt. Durchaus ein anspruchsvolles Timing ;-)

7 Uhr aufstehen, 8 Uhr Frühstück, 9 Uhr Abfahrt – die Tour-Routine hat uns wieder :-)

Der Morgentau liegt leicht auf den Windschilden und Sitzen unserer Bikes, als ich in aller Frühe meinen Kontrollgang mache und auf Günter treffe, der Christines und seine GS bereits von der Sicherheitskette befreit hat. Auch an meiner „X“ öffne ich das Bremsscheibenschloss und entferne das neongelbe Signalkabel – danach trocknen wir noch die Sättel und gehen anschließend zum Frühstück.

Am Buffet warten bereits Kaffee & Tee, Toastbrot, Marmelade, Früchte, Quark und vieles mehr  auf uns. Und gleich wird auch die Bestellung für die warmen Speisen des „Full Scottish Breakfast“ aufgenommen – wer möchte oder wer nicht :-) Wer sich für das volle Programm entscheidet, bekommt eine gebackene Tomate mit Käse, gebratenen Schinken, Champions und gebackene Bohnen in Tomatensauce - und ein Ei. Das Ei kann man gekocht, gebraten oder als Rührei bekommen. Und dann gibt es auch noch den Black Pudding – eine Art gebratener Panhas. Wer dies alles schafft, der ist wahrlich für den Rest des Tages gut versorgt – der nächste Hunger stellt sich erst wieder zum Nachmittags Tee ein. Mir hat es auf jeden Fall super geschmeckt – auf Schottland-Tourer gerne jeden Tag das volle Programm :-)

Fangen wir doch schon mal mit Lachs und Rührei auf Toast an :-)

Noch schnell die Rechnung begleichen, dann geht es auch schon ans Beladen der Bikes. Das klappt auch sehr gut bei uns allen - jeder hat da so sein eigenes erprobtes System.

Im Staufach meiner "X" sind all die Dinge, die ich auch bei Tagestouren immer dabei habe - im Tankrucksack sind Reiseunterlagen, Karten und alles, wo man schnell mal drankommen muss – in der Hecktasche ist die Regenkleidung und die Freizeitschuhe – und im Topcase befindet sich die Kleidung. Das bewährt sich so auf der ganzen Reise.

Unsere Tagesetappe beträgt heute "nur" ca. 250 Kilometer, da wir ja um 16 Uhr unseren Termin zur Whisky-Tour bei "The Glenlivet" haben – da müssen wir uns schon etwas "ranhalten" ;-)

Also starten wir pünktlich um 9 Uhr die Motoren unserer Bikes – wir sind auf dem Weg in die Highlands :-)

Das machen die sehr gut hier in Schottland - das mit den Pfeilen auf der Straße. Auch "Slow" und "Slow Now" scheinen mir wirkungsvoller und effektiver als unsere Schilder zu sein.

Die erste Etappe führt uns von Glendevon nach Kenmore. Es geht über Gleneagles, Auchterarder, Kinkell Bridge nach Amulree.

In Amulree biegen wir auf unsere erste echte "Single track road" ab. Sie führt uns am Loch Freuchie vorbei immer höher in den Tay Forest Park hinauf.

Eine sehr schöne Single track road von Amulree nach Kenmore - 17 km

Auf dem Weg hinauf gerät ein Steinchen auf die Bremsbeläge von Thomas Crosstourer - ein kurzer Stopp, ein paar geschickte Handgriffe und schon bald geht es ohne kratzende und reißende Geräusche am Bremssystem wieder weiter.

Eine tolle Zeit lang fahren wir die kleine Straße auf dem Höhenrücken entlang, die nur uns und den allgegenwärtigen Schafen zu gehören scheint - dann geht es in einer kurzen Abfahrt hinunter nach Kenmore.

Welcome to "Kenmore" - wir erreichen den kleinen Ort am "Loch Tay". Dort halten wir auf dem kleinen Parkplatz am See und genießen den schönen Ausblick.

Ein freundliches schottisches Pärchen kommt auf uns zu und wir unterhalten uns über diesen schönen Tag. Als sie erfahren, dass wir aus dem Raum Mönchengladbach kommen, sind sie sehr erfreut. Ihnen ist unsere Gegend gut bekannt. Einmal im Jahr, zu Karneval, kommen sie schon seit Jahren nach Köln, um beim Rosenmontagszug dabei zu sein. Klein ist die Welt ja wirklich.

Aus Kenmore hinaus geht es weiter auf unserem Weg zum "Loch Tummel". hier sind wir nicht mehr auf einer Single track road unterwegs, aber es geht durch eine tolle Landschaft, in der wir fast alleine unterwegs sind.

Gegenüber dem "Loch Kinardochy" läd uns ein Parkplatz mit Baum und schöner Aussicht auf den See zu einem Fotostopp ein - dann sind wir auch gleich wieder weg ;-)

Nachdem wir "Loch Tummel" und den Aussichtspunkt "Queens View", der seinen Namen nach Queen Viktoria  bekommen hat, passiert haben, erreichen wir den beliebten Luftkurort Pitlochry.

Das 3.000 Einwohner zählende Städtchen „Pitlochry“ ist ein bekannter schottischer Touristenort im Tal des Tummel. Dementsprechend groß ist dort das Angebot an Souvenir-Shops, Outdoor-Läden und Fish & Ships-Buden.

Die Hauptattraktion am 20 Meter hohen Staudamm des River Tummel ist die „Lachstreppe“. Dort bahnen sich von Mai bis September die Lachse durch insgesamt 18 Bassins ihren Weg den Fluss hinauf. Durch große Glasscheiben können Besucher dieses Naturschauspiel hautnah beobachten. Ein Zählwerk registriert zudem alle Fische auf ihrem Weg hinauf zu ihren Laichgründen.

Von Pitlochry aus geht es weiter auf der A924 auf unserem Weg ins Glenshee.

Nur etwa drei Kilometer hinter Pitlochry sehen wir, in einer scharfen Linkskurve, nach rechts ein Hinweisschild zur „Edradur Distillery“ – "weltberühmt" als die kleinste traditionelle Whistey-Brennerei Schottlands. Dazu zum Ende des Berichtes noch mehr.

In Kirkmichael wechseln wir von der A924 auf die A950 und schon sechs Kilometer weiter biegen wir auf die A93, die „Old Military Road“ nach Norden ab.

Die alte Militärstraße A93, die im Herzen des Cairngorms Nationalparks in den schottischen Highlands liegt, ist für uns die perfekte Biker-Straße. Sie führt uns genau durch DIE Landschaften, die wir bei unserer Fahrt durch Schottland erwartet haben.

Landschaftlich ist sie die schönste Strecke zu den Whiskey-Brennereien an der Speyside – verkehrsarm und kurventechnisch ein Genuss. Höhen und Tiefen wechseln wie auf der Achterbahn – ein fantastisches Straßenlayout.

Von „Glenshee“ aus, einem beliebten Wintersportgebiet Schottlands, steigt die A93 herrlich kurvig zum „Devils Elbow“ an und auf dem 665 Meter hohen „Cairnwell-Pass“ ist der Rundumblick auf die gut 1000 Meter hohen Gipfel äußerst eindrucksvoll.

Die eher wenigen Überholvorgänge können wir schon minutenlang im Voraus planen – so weit reicht der Blick in die beeindruckende Landschaft vor uns.

So haben wir auch immer wieder das Gefühl, wir befinden uns buchstäblich mitten im Nirgendwo. Pure Landschaften, endlose Blicke auf weite Berge und grüne Weiden, auf denen unendlich viele Schafe und Lämmer wie helle Felsen in der weiten Landschaft positioniert sind.

Später erreichen wir das 400 Seelen-Dörfchen „Braemar“. Dort schrieb „Robert Louis Stevenson“ einen großen Teil seines weltbekannten Romans „Die Schatzinsel“ und im September finden hier die wohl bekanntesten der vielen „Highland-Games“ statt.

Nicht weit entfernt, am ruhig fließenden River Dee, liegt „Balmoral Castle“, der Sommersitz von Königin Elisabeth II. Das Schloss im schottischen Baronial Style erbaut erhebt sich aus taufeuchten Wiesen.

Die Ladenbesitzer des kleinen Bilderbuchorts „Ballater“, am River Dee, schmücken sich mit dem königlichen Wappen und sind stolz auf die Bezeichnung: Hoflieferant. Die Höchstwertung sind drei Siegel, dann beliefern sie die Queen und den Prince of Wales die während des Sommers im benachbarten Balmoral Castle wohnen.

Auf der Hauptstraße sehen wir dann endlich zwei am Bordstein geparkte Bikes: Schräg mit dem Hinterrad zum Bordstein - So parkt man sein Bike in Schottland - Sonst kippt es zur Rinne hin um!

Für eine kurze Pause halten wir auf dem Kirchplatz, kaufen in der Bäckerei Teilchen und Kaffee und lassen es uns gutgehen – bis ThomasK auf seine Uhr zeigt. ThomasK hat nämlich bei The Glenlivet den Tour-Termin gemacht und wenn wir rechtzeitig in unserem Hotel ankommen möchten, dann wird es aber so langsam Zeit aufzubrechen.

Aber zuerst gilt es noch, die Tanks unserer Bikes zu füllen. Erst im dritten Anlauf gelingt es uns, die örtliche Tankstelle zu finden. Auf der Suche leiten uns unsere Navis immer wieder in eine Sackgasse. Erst auf Nachfrage bei einem Einheimischen löst sich das Rätsel. Die ehemalige Durchgangsstraße wurde zwischenzeitlich mit einem Haus zugebaut – diese Stelle muss man erst einmal großräumig umfahren – dann bekommen wir unseren Sprit beim königlichen Hoflieferanten von Ballater auf der Tullich Road.

Wir nehmen Fahrt auf - bis zur Ortsgrenze von Ballater noch mit angezogenen Zügeln. Aber dann lassen wir unseren mechanischen Gefährten die Zügel schießen. Es wird knapp mit unserem Termin bei Glenlivet  - jetzt müssen es auch schon mal die Sporen sein :-]

Durch die Cairngorms geht es Richtung Tomintoul. Hier häufen sich die "Blind-Summits" - jede Menge "Kuppen" hinter denen man nichts sehen kann, bis man oben auf der Kuppe ist.

Es ist wieder ein Wintersportgebiet, das da förmlich an uns vorbeifliegt. Aber die Weite gibt genügend Zeit, die grandiose Landschaft in uns aufzusaugen. Diese Zeit-Aufholjagd – erst hinauf zum Lecht Ski Centre und dann hinunter nach Tomintoul – ist eindrucksvoll und aufregend – ein fahrerisch tolles Erlebnis.

Auf der "Snow Roads Senic Route" fahren wir auf der höchst gelegenen Straße Großbritanniens. Die Stangenam Straßenrand  lassen es erahnen - im Winter scheint der Schnee hier wohl ganz schön hoch zu liegen.

Auf der Höhe des Lecht Ski Centre befinden wir uns jetzt laut Beschilderung auf dem "Malt Whisky Trail".

Schon bevor wir unser heutiges Ziel erreichen drosseln wir wie immer unsere Geschwindigkeit bis auf Schritttempo ab – der Adrenalinspiegel braucht Zeit wieder zu sinken, das Herz, das eben noch bis zum Hals schlug, muss sich erst wieder beruhigen, bevor wir in den Ort hineinfahren.

Dann kommen wir – mit nur 12 Minuten Verspätung – in „Tomintoul“, am „Richmond Arms Hotel“ an – geht doch :-)

Tomintoul - der höchstgelegene Wintersportort Schottlands

Jetzt schnell zur Rezeption, die Zimmer beziehen und mit dem Taxi zu unserer Distillery-Tour nach „The Glenlivet“, die auf der Seite der „Whisky-Reisen-Schottland“ sehr positiv bewertet wird.

Eine Führung mit „3 Schlückchen Whisky“ und einem Erinnerungsglas. Da ist es schon besser, dass wir mit dem Taxi wieder zurück zu unserem Hotel in Tomintoul gebracht werden ;-)

Aber…das klappt so leider nicht :-(

Im höchstgelegenen Wintersportort Schottlands herrscht im Sommer tote Hose. Wer hätte denn damit rechnen können, dass nicht einmal EIN Taxi hier fährt. Auch die Bemühungen der freundlichen Dame an der Rezeption, einen privaten Transport zu organisieren schlagen leider fehlt.

Und noch einmal auf unsere Bikes zu steigen und die kurze Strecke selbst zu fahren ist mittlerweile auch keine Option mehr für uns. ThomasK bleibt nur noch uns bei Glenlivet zu entschuldigen – was dort auch anstandslos akzeptiert wird.

So kurz vor dem Ziel – und doch verloren :-\  Ach was – morgen früh fahren wir zu Glenfiddich, den größten seiner Art in Schottland – und schauen uns dort mal um :-)

Damit ist der heutige Tag für uns natürlich noch nicht zu Ende. Erst ein Bummel durch den Ort und dann auf einen Kaffee in den örtlichen Pub.

Die Häuser aus Naturstein gebaut -  Die Straßen wie leergefegt - Im Winter ist hier anscheinend mehr los.

Lagebesprechung in Pub. ThomasK kann's nicht fassen - die Whisky-Tour war so gut vorbereitet - und dann gibt's kein Taxi im Ort :-/

Und zum Abendessen geht’s ins „The Colckhouse Restaurant“. Dort hat‘s uns sehr gut gefallen und auch bestens geschmeckt.

Auch wenn es mit unserer Whisky-Tour nicht geklappt hat, so hatten wir doch einen tollen Tag mit außergewöhnlichen Landschaften und dem supertollen Gefühl, durch die Highlights zu fliegen :-)

Jetzt geht's in die Betten im "Richmond Arms Hotel" und morgen geht es dann auf den Malt-Whiskey-Trail an der Speyside.

 

Ps.: Tomintoul liegt recht günstig, um am Ende der Tour bei „The Glenlivet“ die Whiskyherstellung zu besichtigen und auch ein wenig zu testen – wenn man denn ein Taxi bekommt.

Ansonsten empfiehlt sich während der Tour ein Besuch bei der „Edradur Distillery“ in der Nähe von Pitlochry. Dann wird am Whisky halt nur geschnuppert, nicht probiert ;-)

 

Gefahren: 235 km von 9:00 bis 15:15 Uhr

Fahrtrichtung der Tour: Hinauf in die Grampian Mountians - einfach begeisternd

Schwierigkeit: Normal, sein Motorrad muss man aber schon beherrschen

Einen Bericht zu dieser und weiteren Touren findest du auch im: WestwardBlog

Viel Spaß & tolle Touren wünscht HerBert ;-)

 


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